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Die „schwarze Eminenz“ geht Marita Schulte war 32 Jahre die rechte Hand der Bissendorfer Bürgermeister

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<em>Die „schwarze Eminenz“</em> verlässt das Bissendorfer Rathaus. Chefsekretärin Marita Schulte wird von Georg Harcke, Guido Halfter und Lutz Bonk (von links) mit einer Torte und Rosen verabschiedet. 32 Jahre arbeitete sie für die Bürgermeister. Foto: Stefanie PreuinDie „schwarze Eminenz“ verlässt das Bissendorfer Rathaus. Chefsekretärin Marita Schulte wird von Georg Harcke, Guido Halfter und Lutz Bonk (von links) mit einer Torte und Rosen verabschiedet. 32 Jahre arbeitete sie für die Bürgermeister. Foto: Stefanie Preuin

Bissendorf. Ein solches Treffen gab es noch nie im Bissendorfer Rathaus: Lutz Bonk, Georg Harcke und Guido Halfter trafen sich zur Kaffeestunde im Chefbüro. Es geht um eine Frau – um Marita Schulte. Sie war und ist die „rechte Hand“ der drei Verwaltungschefs. Seit 32 Jahren sitzt sie im Chef-Vorzimmer, ist Dreh- und Angelpunkt der Gemeindeverwaltung in Bissendorf. Am Freitag ist ihr letzter Arbeitstag im kleinen, unscheinbaren Büro unter den Dachschrägen.

Die drei Männer sind des Lobes voll: Marita Schulte ist die Institution im Bissendorfer Rathaus, sie verfügt über die besten Kontakte, ist ein liebevoller Rettungsschirm, eine wunderbare Kollegin und bemerkenswerte Frau. Lutz Bonk (Verwaltungsmitarbeiter und Gemeindedirektor von 1965 bis 1996), Georg Harcke (erster hauptamtlicher Bürgermeister von 1996 bis 2001) und Guido Halfter (Bürgermeister seit 2001) wissen um die Fähigkeiten ihrer „rechten Hand“. Man kennt sich durch und durch, und das schon seit Jahrzehnten.

1974 begann Marita Schulte nach ihrem Umzug von Papenburg ihre Arbeit in der Gemeindeverwaltung Schledehausen. 1981 wechselte sie in das Vorzimmer des Verwaltungschefs – damals Bonk – der Gemeinde Bissendorf. Seitdem arbeitet sie im Hintergrund, aber mit allen Fäden in der Hand. Sie kennt die Gemeinde wie kaum ein anderer. Die Bestätigung kommt so sicher und bescheiden, wie Marita Schulte arbeitet: „Ja, ich weiß ziemlich viel über Bissendorf“, sagt die „schwarze Eminenz“. Diese Bezeichnung gaben ihr Kollegen wegen ihrer Vorliebe für schwarze Kleidung.

Die ehemaligen und der aktuelle Verwaltungschef schätzen ihre Marita. Umgekehrt nimmt die Sekretärin kein Blatt vor den Mund, wenn sie ihre Chefs charakterisieren soll: „Der Pflegeleichteste war Georg Harcke, Lutz Bonk war sehr penibel, er hat ein großes Herz, nur zeigte er das selten. Und Guido Halfter hat alles im Blick, weiß alles, und das ist manchmal zu viel.“

Marita Schulte sei ein sicherer Puffer, meint Guido Halfter. Sie bleibt ruhig und besonnen, auch wenn es mal hoch hergeht. Für den 48-jährigen Bürgermeister ist die erfahrene Sekretärin die Stütze vor allem in Stresssituationen. „Draußen muss man funktionieren, im Büro zeigt man dann das wahre Gesicht“, sagt Halfter.

Den Abschied vom Vorzimmer versüßten Lutz Bonk, Georg Harcke und Guido Halfter mit einer reich mit Marzipanrosen verzierten Torte. „Von den zuckersüßen Chefs“ ist darauf zu lesen. Keine Rose ohne Dornen, auch Marita Schulte hat welche. Sie sagt, was sie denkt, manchmal gibt es eine klare Ansage, die auf den Boden der Tatsachen zurückführt, so die Verwaltungschefs.

In den zurückliegenden fast 30 Jahren wandelten sich die Gemeinde Bissendorf und die Verwaltung grundlegend, und Marita Schulte machte diesen Wandel mit.

Leider habe sich auch der Umgang miteinander geändert, bedauert Schulte, und man merkt, dass sie sich darüber gewaltig ärgert. „Die unsachlichen und persönlichen Angriffe auf den Bürgermeister nehmen zu. Manche Äußerungen gehen unter die Haut“, sagt sie.

Am Samstag wird Marita Schulte 65 Jahre alt. Und was kommt dann? „Tilda und mindestens drei Monate keine Termine“, verkündet die zukünftige Ruheständlerin. Tilda ist ihr Enkelkind, und vielleicht geht ja noch etwas anderes in Erfüllung: zwei Wochen Urlaub auf einer Insel oder auf einer Alm.


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