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Ruhe erwünscht Schelenburg künftig ohne Restaurant

Von Erhard Böhmer


Bissendorf. Etwas mehr Ruhe, das wünschen sich Dorothee und Joachim Kellermann von Schele. Das ist der Grund, warum das Ehepaar den Pachtvertrag mit dem Pächter des Restaurants zum Jahresende nicht verlängert hat.

Damit einher geht auch, dass auf dem Wasserschloss keine standesamtlichen Trauungen mehr möglich sind. Die Option war an den Gastronomiebetrieb gebunden. In der Gemeinde bleibt so das Haus Bissendorf für Trauungen.

„Dass der Vertrag mit dem Pächter nach fünf Jahren nicht verlängert wurde, geschah in beiderseitigem Einvernehmen“, erklärte Dorothee Kellermann von Schele. Mit dem Restaurant-Betreiber habe man stets ein gutes Verhältnis gepflegt. Die Entscheidung, künftig auf einen solchen Betrieb in den Schlossmauern zu verzichten, habe sie mit ihrem Ehemann Joachim Kellermann von Schele nach langer, reiflicher Überlegung gefällt. Die Schlossherrin: „Wir hatten 21 Jahre lang 365 Tage im Jahr hier Betrieb. Jetzt haben wir uns die Frage gestellt: Wie viel Öffentlichkeit ist zumutbar?“

Die Antwort: Es soll weniger sein als bisher, aber längst nicht auf null gefahren werden. So wird es die beliebten Krimi-Dinner-Abende weiterhin geben. Das Osnabrücker „Dinner-Act-Theater“ setzt weiter auf die Schelenburg. Schließlich sei sie so etwas wie die Geburtsstätte, sagte Geschäftsführerin Astrid Heinrich. 2006 wurde das erste Stück speziell für die Schelenburg geschrieben. Bis dato kamen die Dinner-Speisen aus der Restaurantküche. Künftig wolle das Ensemble mit einem Caterer zusammenarbeiten. 20 bis 30 Vorstellungen waren es pro Jahr. Für dieses Jahr hat Dinner-Act zunächst einmal drei Termine fest geplant, weitere sollen folgen.

Auch die seit einigen Jahren gepflegte Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Bissendorf (Kubiss) solle fortgesetzt werden, sagte Dorothee Kellermann von Schele: Der Jazz-Frühschoppen im Innenhof und eine weitere Veranstaltung pro Jahr seien vereinbart. Gleiches gelte für die hochklassigen Konzerte zugunsten der Krebsstiftung Osnabrück. So spielt die ambitionierte Pianistin Annika Treutler am 18. Mai im Saal der Schelenburg.

Mögen Stammgäste nun dem Ende des Restaurants nachtrauern, relativiert Dorothee Kellermann von Schele die Entwicklung: 21 Jahre – von denen sie sieben das Restaurant selbst geführt hat – seien in der Geschichte der Wasserburg nur eine überschaubare Episode.

Mehr als 900 Jahre ist das Schloss im Familienbesitz. Und wird es auch bleiben. Gerüchte über Verkaufspläne nehmen Dorothee und ihr Mann einerseits amüsiert, andererseits als das auf, was sie sind: nur Gerüchte ohne Substanz.