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Thema Leinenzwang Wo muss Fiffi an die Leine? Regelungen außerhalb der Brut- und Setzzeit von Ort zu Ort unterschiedlich

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<em>Noch bis zum 15. Juli</em> gilt zum Schutz des Tiernachwuchses überall in Niedersachsen Leinenzwang. In Bissendorf ist dies das ganze Jahr der Fall, in Wallenhorst hingegen müssen Hunde außerhalb der Brut- und Setzzeit nicht pauschal an der Leine geführt werden. Symbolfoto: dpaNoch bis zum 15. Juli gilt zum Schutz des Tiernachwuchses überall in Niedersachsen Leinenzwang. In Bissendorf ist dies das ganze Jahr der Fall, in Wallenhorst hingegen müssen Hunde außerhalb der Brut- und Setzzeit nicht pauschal an der Leine geführt werden. Symbolfoto: dpa

Bissendorf. „Der tut nichts, der will nur spielen!“ Der Satz ist ein Klassiker – verhasst bei vielen Spaziergängern und Joggern, aber trotzdem immer noch im Repertoire einiger Hundebesitzer. Doch wo muss Fiffi eigentlich an die Leine – und wer kontrolliert das? Die Regelungen sind von Ort zu Ort unterschiedlich.

Während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli müssen Hunde per Gesetz überall in Niedersachsen an die Leine.

In Bissendorf aber herrscht auch außerhalb dieser Periode Leinenzwang, der allerdings nicht immer eingehalten wird. Darüber hat sich Andreas Völler nach eigenen Angaben schon mehrfach bei der Gemeindeverwaltung beschwert – ohne Erfolg. „Wir haben selbst einen Hund, einen kleinen Mischling. Den lassen wir gar nicht mehr frei laufen“, sagt er. Im vergangenen Jahr seien seine Frau und der Hund beim Gut Stockum von einem frei laufenden Hund angegriffen worden, erzählt er. „Meine Frau traut sich gar nicht mehr, mit dem Hund Gassi zu gehen.“

„Bei 96 Quadratkilometer Fläche ist es für uns als Behörde nicht möglich, das gesamte Geschehen zu beobachten“, sagt der Bissendorfer Ordnungsamtsleiter Bernhard Stegmann. Hinweise auf bestimmte Bereiche, wo sich Beschwerden häuften, nehme das Ordnungsamt aber ernst. „Soweit das zeitlich möglich ist, fahren wir an einigen Bereichen auch mal punktuell vorbei.“ Das gehe aber nur auf Zuruf, sagt Stegmann und appelliert an die Bürger, Hundehalter, die sich nicht an den Leinenzwang halten, anzusprechen und der Gemeinde gegebenenfalls konkrete Hinweise zu geben – auch den Namen des Hundehalters und Zeugen. Am Sonnensee hätten vermehrte Kontrollen vor einigen Jahren durchaus etwas gebracht, sagt Stegmann.

Die Grundlage für den Leinenzwang auf allen öffentlichen Flächen der Gemeinde schafft die Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit in Bissendorf. Demnach „dürfen Hunde nicht unbeaufsichtigt umherlaufen und sind an einer maximal 1,50 Meter langen Leine zu führen.“

In Wallenhorst ist die Lage eine völlig andere. „Wir haben grundsätzlich keinen Leinenzwang und haben damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Fachbereichsleiter Rüdiger Mittmann. Ausnahmen gelten laut Verordnung für Spielplätze, Schulhöfe, Grünanlagen, Bolz- und Sportplätze und Veranstaltungen wie die Klib.

Beschwerden landeten natürlich auch dort im Rathaus. Bei Hinweisen habe die Gemeinde in der Vergangenheit immer mal wieder Kontrollen durchgeführt und Hundehalter verwarnt, die ihr Tier nicht im Griff gehabt hätten. „In Einzelfällen legen wir auch mal Leinenzwang fest“, so Mittmann.

In Belm ist die entsprechende Verordnung bereits in die Jahre gekommen. Sie sieht noch Geldbußen in D-Mark-Preisen vor. 1000 DM werden fällig, wenn Hunde in bestimmten Gebieten nicht an die Leine genommen werden – ein pauschaler Leinenzwang wie in Bissendorf gilt nicht. Bereiche mit Leinenzwang sind unter anderem der Wellinger Berg und der Gattberg. Teilweise sind es Waldgebiete, teilweise Felder. Die Grenzen zwischen Leinenzwang-Bereichen und Freilauf-Bereichen sind fließend. Auch in Belm gilt: „Eine regelmäßige gezielte Kontrolle in diesen Gebieten ist nur schwer möglich“, sagt Gemeindesprecher Dirk Meyer.


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