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27 barrierefreie Wohnungen Stephanswerk stellt Pläne für Bissendorf vor

Von Sandra Dorn | 10.04.2014, 13:07 Uhr

Noch sind die Verträge nicht in trockenen Tüchern, doch die Pläne für die barrierefreie Wohnanlage des Stephanswerks im Bissendorfer Zentrum sind schon sehr konkret. 3,5 bis 4 Millionen Euro will das Stephanswerk investieren und zwei Gebäudekomplexe mit 27 seniorengerechten Wohnungen und zwei Arztpraxen auf dem Areal des baufälligen Rathauses nebst Wiese bauen.

Das alte Verwaltungsgebäude wird abgerissen, sobald der Neubau einige Meter weiter steht und bezogen ist. Doch schon im Herbst könnte der Spatenstich für das Ärztehaus mit den ersten sechs Wohnungen im Ober- und Dachgeschoss nördlich vom Haus Bissendorf erfolgen – denn diese Fläche ist bereits frei. „Wir sind zurzeit in Gesprächen mit zwei Ärzten aus Bissendorf“, erläutert Architekt und Stephanswerk-Geschäftsführer Ulrich Saremba. „Zeitlich könnten wir diesen Trakt parallel zum Verwaltungstrakt bauen“, erläuterte er.

 Zur Erinnerung: Auf der Fläche des inzwischen abgerissenen alten Kindergartens St. Dionysius will die Gemeinde ihr neues Rathaus bauen. Die Kosten hat der Gemeinderat auf 3,5 Millionen Euro gedeckelt. Ob davon auch der frei stehende Bürgersaal mit Spitzdach gebaut werden kann, ist fraglich und wird erst feststehen, wenn die Ergebnisse der Ausschreibung für die Bauleistungen vorliegen. Die Kostendeckelung hatte für viele Diskussionen im Bissendorfer Rat gesorgt.

In der Jury beim Rathaus-Architekturwettbewerb waren seinerzeit auch Stephanswerk und die katholische Kirchengemeinde vertreten. „Dieser dichte Schulterschluss mit Kirchengemeinde und Politik war eine vertrauensbildende Maßnahme, betont Stephanswerk-Gchäftsführer Saremba. Und auch Bürgermeister Guido Halfter sparte nicht mit Lorbeeren. „Wir sind froh, mit dem Stephanswerk einen Partner gefunden zu haben, der zur Aktivierung des Ortskerns markant und nachhaltig beitragen wird“, sagte er. „Das entspricht einem Rahmen, den wir schon vor einigen Jahren visionär entwickelt haben.“ Möglich macht die Umstrukturierung des Bissendorfer Zentrums ein Grundstückstauschgeschäft zwischen der politischen Gemeinde und der katholischen Kirchengemeinde.

Noch muss der Gemeinderat am 15. Mai dem Bebauungsplan für das Stephanswerk seinen Segen geben und müssen die Verträge unterzeichnet werden, aber das dürfte Formsache sein. „Genialer kann es gar nicht für Bissendorf laufen“, sagte der Ortsvorsteher und Ratsvorsitzende Wilfried Langhans (SPD). Und der Vorsitzende des Planungsausschusses Hans-Dieter Schleibaum (SPD) ergänzte: „Alles ist von einer großen Mehrheit im Rat getragen worden – den Bürgersaal einmal ausgeklammert.“

Im zweiten Gebäudekomplex, den das Stephanswerk erst nach Abriss des alten Rathauses bauen kann, sollen 21 Wohnungen entstehen. Das Areal wird für die Bewohner über die Straße „Im Freeden“ erreichbar sein; wer das Ärztehaus ansteuern will, kann das mit dem Auto über eine Zufahrt von der Wissinger Straße. Apropos „Im Freeden“: Die Straße wird ab Sommer in Zuge der Ortskernsanierung ausgebaut, dann wird auch der Holter Bach geöffnet und zu einem breiteren Fließgewässer neben dem Wohnkomplex gestaltet. Zeitlich seien beide Vorhaben aufeinander abgestimmt, sagte Halfter auf Nachfrage.

Schon jetzt sei die Zahl der Interessenten, die in diesem Umfeld wohnen wollen, groß, sagte Saremba. „Es fehlt hier an barrierefreiem Wohnraum“, begründete er das und führte zudem den Vorteil der kurzen Wege im Bissendorfer Zentrum an. Einen Teil der Wohnungen zwischen 50 und 120 Quadratmetern Größe will das Stephanswerk behalten und selbst verwalten, einen anderen Teil verkaufen. Zu den Quadratmeterpreisen machte Saremba noch keine Angaben, doch sozialverträglich sollten sie schon sein, dem Stephanswerk gehe es nicht um Gewinnmaximierung.

Und welche Interessenten bekommen den Zuschlag? Einen Vorteil hätten diejenigen, die schon in der Gemeinde wohnen: „Wir wollen erst einmal diese Interessentenschaft befriedigen“, so Saremba, außerdem gehe es danach, wer wann sein Interesse bekunde.