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tAlles neu an der Schule Nach sieben Wochen ziehen die Verantwortlichen der Bissendorfer Oberschule ein erstes Fazi

<em>Das neue Konzept</em> hat für Anke Schröder und Schulleiterin Gisela Kascha (rechts) von der Bissendorfer Oberschule eine Menge Veränderungen gebracht. Das gilt natürlich auch für alle anderen Beteiligten: Lehrer, Schüler und Eltern. Foto: Recker-PreuinDas neue Konzept hat für Anke Schröder und Schulleiterin Gisela Kascha (rechts) von der Bissendorfer Oberschule eine Menge Veränderungen gebracht. Das gilt natürlich auch für alle anderen Beteiligten: Lehrer, Schüler und Eltern. Foto: Recker-Preuin

Bissendorf. Die markante Hundert-Tage-Frist ist noch nicht vorüber, dafür aber prall gefüllte sieben Wochen mit neuem Schulleben. Seit dem Beginn des Schuljahres ist die ehemalige Haupt- und Realschule Bissendorf jetzt die „Oberschule am Sonnensee“.

„Der Start ist hervorragend gelungen. Wir haben bereits sehr positive Rückmeldungen“, freut sich Gisela Kascha. Die wichtigste Säule der neuen Schulstruktur ist für die Schulleiterin die „Innere Differenzierung“.

Was die Rektorin unter dem Fachbegriff der inneren Differenzierung versteht, ist zusammengefasst die individuelle Förderung aller Schüler. „Wir holen jedes Kind dort ab, wo es in seiner Entwicklung gerade steht“, sagt Kascha, und ihre Stellvertreterin Anke Schröder ergänzt: „In der Oberschule werden die Stärken jedes Schülers wesentlich stärker wahrgenommen, und dementsprechend können Schwächen ausgeglichen werden.“

In den vergangenen Wochen wurde das pädagogische Konzept der Oberschule umfassend in den neuen fünften Klassen umgesetzt. Und so, dass auch die Klassen sechs bis zehn ihren Nutzen daraus ziehen. Die zeitlichen Strukturen werden durchgehend umgesetzt. Das heißt, auch die älteren Schüler profitieren von den Unterrichtseinheiten mit selbstständiger Arbeit und individuell ausgerichteten Lernphasen, von den Klassenlehrerstunden, in denen besonders das soziale Lernen im Vordergrund steht, der ausgedehnten Projektarbeit und Arbeitsgemeinschaften, außerdem viel Bewegung.

Leichter zum Gymnasium

Wenn die heutigen Klassen fünf die zehnte Klasse erreicht haben, also im Jahr 2017, ist die Oberschule am Sonnensee durchgehend jahrgangsgegliederte, teilgebundene Ganztagsschule mit entsprechend erweitertem pädagogischen Konzept. Der Übergang zum Gymnasium nach der zehnten Klasse soll problemlos möglich sein. In der Oberschule am Sonnensee dauert ein Unterrichtsblock 75 Minuten. Die Jahrgänge fünf und sechs dienen zunächst der Orientierung, die erste Leistungsdifferenzierung findet in der sechsten Klasse in Englisch und Mathematik statt und erweiterte sich von Jahrgang zu Jahrgang bis hin zur Profilbildung in den Klassen neun und zehn. Damit wird ein sanfter Übergang von der Grundschule praktiziert.

„Die Einstufung in Leistungsgruppen wird so möglichst lange offengehalten“, sagt Anke Schröder. Auch wenn die Schüler später in unterschiedlichen Kursen unterrichtet werden, bedeutet das keine Festlegung. „Die Oberschule ist absolut durchlässig“, versichert Gisela Kascha, das heißt, innerhalb der Kurse kann je nach Leistung und Entwicklung gewechselt werden.

Besonderes Merkmal des Konzepts sind die täglichen 45 Minuten „Selbstständige Arbeitszeit (SAZ)“. Die Schüler teilen sich die Bearbeitung der Aufgaben selbst ein, haben die Möglichkeiten zu Austausch und gegenseitiger Hilfe bei Mitschülern und Lehrern. „Wir haben unsere Schüler unterschätzt, in dieser selbstständigen Phase wird unglaublich viel geschafft“, sagt Gisela Kascha.

Jeder Schüler führt ein Lerntagebuch. Es dient der Selbstorganisation und vor allem der Transparenz zwischen Schule und Elternhaus. Die Oberschüler legen ihre Lernziele fest, üben Zeitmanagement und dokumentieren das Erreichte. Für die Eltern ist das Lerntagebuch jederzeit einsehbar, auch die Anmerkungen der Pädagogen.

16 Monate Vorlauf

Mit dem Start der Oberschule liegen 16 Monate intensiver Planungen hinter dem Kollegium. In Zusammenarbeit mit den Eltern legten eine Planungsgruppe und verschiedene Fachgruppen den inhaltlichen und äußeren Rahmen für die Oberschule fest. Ein hartes Stück Arbeit, aber es habe sich gelohnt, meint Kascha.

Da nichts so gut ist, dass es nicht noch besser werden könnte, feilt die Schule auch jetzt an ihrem Konzept und ist offen für Veränderungen. Zum Beispiel soll eine kleine Pause im Unterrichtsblock wieder eingeführt werden, und die SAZ muss mit Aufgaben intensiver ausgefüllt werden, denn die jungen Bissendorfer haben bereits bewiesen, dass ihnen selbstständiges Arbeiten mehr bringt.


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