Kubiss-Ausstellung dreht sich um alle Sinne Eine Scheune voller Kunst in Bissendorf

Freude bei den Kubiss-Künstlerinnen: Karin Bergmann, Miri van Eijsden 
und Angelika Rothe (von links.) Foto: Barbara RamaFreude bei den Kubiss-Künstlerinnen: Karin Bergmann, Miri van Eijsden und Angelika Rothe (von links.) Foto: Barbara Rama

Bissendorf. Buntes Treiben auf Hof Meyer zu Stockum: Drei Tage verwandelte sich das alte Gehöft wieder einmal in ein Ausstellungsgelände. In der großen, denkmalgeschützten Scheune, wo sonst Landmaschinen und andere Gerätschaften stehen, stellten Künstler der Region ihre Werke aus.

Karin Bergmann, Miri van Eijsden und Angelika Rothe hatten freie Bahn: Ihre farbenfrohen Aquarelle und Acrylbilder hingen an alten Holzbalken, standen an den dicken Steinmauern oder auf Stellagen. Es gab Skulpturen aus seltenem Zwirbelholz, Objekte aus Steinen und anderen Materialien, die „Mit allen Sinnen“, Thema dieser Ausstellung, entdeckt werden konnten. Im Nebengebäude hatten Schmuckdesigner, Taschenmacher, Kleinmöbel- und Wohnaccessoires -Hersteller und ein „Lieblingsbuchmacher“ ihre Stände platziert.  

Seit vielen Jahren stellt die Familie Reisdorf ihren schönen, idyllisch gelegenen Hof dem Kulturverein Bissendorf (Kubiss) für Veranstaltungen zur Verfügung. Am Hoftor hängt noch immer die auffällig rote Fahne der ersten Bilderausstellung. Das macht Angelika Rothe stolz. Vor 22 Jahren gab sie den Impuls, „Kubiss“ zu gründen. Im Kopf hatte sie damals, für Bissendorf und die umliegenden Gemeinden mehr für das kulturelle Leben zu tun.

Anschauen, anfassen, riechen

„Kunst und Kultur sind eine wichtige Grundlage für das geistige und soziale Klima in unserer Gemeinde. Sie tragen zu einem positiven Zusammenleben der Menschen bei. Sie verbinden, sie stärken die Toleranz unter der Bürgerinnen und Bürgern und bieten darüber hinaus für alle einen hohen Freizeitwert an“, war ihr Tenor. Und der Erfolg gibt ihr Recht. Die Kubiss-Veranstaltungen sind fest etabliert und längst über die Grenzen der 14 000 Einwohner zählenden Gemeinde hinaus beliebt. Egal, wo sie stattfinden, ob im Hotel Gösling, im Bürgersaal des Rathauses, im Haus am Lechtenbrink, im Weinhaus Böttger, im Gasthaus Stumpe oder auf dem beliebten Hof Meyer zu Stockum: Sie bieten Künstlern der Region die Chance, sich und ihre Werke zu zeigen und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Umgekehrt auch.

Kultur in Idylle pur: Der Hof Meyer zu Stockum in Bissendorf. Foto: Barbara Rama

Anschauen, anfassen, riechen: Miri van Eijsden forderte die Besucher direkt dazu auf, ihre Bilder auch zu berühren und zu ertasten. Das Motto hatte sie bewegt, sich intensiver mit der Umwelt zu befassen. Das Resultat war spürbar: Eine Spielerei aus Farbe, Sand, Holz, Metall, Papier. Karin Bergmanns bearbeitete Baumstämme aus seltenem Zwirbelholz ergänzten das und verbreiteten zudem noch einen besonderen Duft. Und Angelika Rothes neueste Acrylbilder spiegelten wieder, was ihr mit ihrer Kunst besonders wichtig ist: Ein Stück vom inneren Leben eines Selbst zu zeigen.

Viel Gefühl spielte bei dieser Ausstellung eine große Rolle. Die Resonanz war groß.

Das nächste Highlight von Kubiss wird eine Lesung mit Charles Brauer sein. Am 29. September kommt der bekannte Schauspieler und Hamburger Tatort-Kommissar um 18 Uhr auf den Hof Wamhof. Er liest Prosa, Gedichte und Biografisches von Erich Kästner.


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