Dorfkneipe ist heute noch da „Zum Kurrel“ feiert in Kürze 111 Jahre Gaststättentradition in Nemden

Bianca, Christian, Karl und Petra Roggenkamp freuen sich auf die Mitte August bevorstehenden Jubiläums-Festtage „111 Jahre Gasthaus Zum Kurrel“. Foto: Johanna KollorzBianca, Christian, Karl und Petra Roggenkamp freuen sich auf die Mitte August bevorstehenden Jubiläums-Festtage „111 Jahre Gasthaus Zum Kurrel“. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. „Eine Kneipe feiert – feiert mit!“ fordert Familie Roggenkamp auf dem Plakat zur Festwoche „111 Jahre Gasthaus Zum Kurrel“ auf. 1908 gegründet soll die traditionsreiche kleine Kneipe auf der Kuppe in Nemden vom 16. bis 25. August mit einigen schmackhaften Sonderaktionen groß gefeiert werden.

Kneipe, Biergarten, Gesellschaftsräume und Außer-Haus-Service – all das vereint das Gasthaus „Zum Kurrel“ unter der Leitung von Familie Roggenkamp an der Meller Straße 55. Neben dem Hobbygastronom und eingefleischten VfL-Fan Karl Roggenkamp, alias „Kalla“, der die Gaststätte seit 35 Jahren in dritter Generation führt, greifen heute seine zweite Ehefrau Petra sowie Tochter Bianca und Schwiegersohn Christian mit ins Rad, damit das Gewerbe weitergeht.

Ein Haus voller Geschichte und Geschichten

Ein Blick zurück auf ein Haus voller Geschichte und Geschichten: Am 20. August 1908 erhielt Karl Roggenkamps Großvater Friedrich, Landwirt und Bürgermeister in Nemden, die Schankkonzession. Bis heute hängt das Dokument, auf dem neben der Ausgabe von Speisen und Getränken damals auch geregelt wurde, dass den Pferden genügend Platz und Futter zugute kam, im gemütlichen Gastraum an der Wand.

Nach dem Tode Friedrich Roggenkamps Anfang der 50er Jahre übernahm dessen Frau Mariechen mit Unterstützung ihres Sohnes Karl und Schwiegertochter Hilde die Geschicke der Gaststätte. Nach dem frühen Tod ihres Mannes führte Hilde Roggenkamp die Geschäfte alleine weiter mit Hilfe ihrer Kinder Elke und Karl.

Im Jahre 1984, damals 24 Jahre jung, übernahm „Kalla“ die Leitung verstärkt. Da er bis heute zudem beruflich im Außendienst tätig ist, ging er das Unterfangen gemeinsam mit seiner ersten Frau Elke an. „Das erste damals groß gefeierte Jubiläum war das 75-Jährige. 1989 haben wir dann aufwendig umgebaut. Seitdem hat sich vieles gewandelt…“, betont der Gastwirt.

Vom Rastplatz für Pferde zum Facebook-Account

Klar: Die Pionierzeiten, in denen Pferde vor dem Kurrel parkten, sind lange vorbei. Heute ist das kleine Gasthaus auf der Erhebung zwischen den Ortsteilen Nemden, Himbergen und Wersche Vereinslokal der motorisierten Vespafreunde Bissendorf-Melle, des MSC Osnabrücker Land, des Sportvereins Eintracht Nemden und des örtlichen Sozialverbands.

Wenn seit der Eröffnung auch 111 Jahre ins Land gezogen sind und der Kurrel dank Tochter Bianca inzwischen über einen eigenen Facebook-Account verfügt: Geblieben sind bis heute die persönliche Note des Hauses, der ungezwungene Umgang mit den Gästen, das vertraute Du, die gepflegte Gastlichkeit und die traditionell deftigen Genüsse.

Geblieben: Persönliche Note und deftige Genüsse

Bekannt ist die Kurrel-Küche zum Beispiel für schmackhafte Koteletts, Schnitzel und Schinkenbrote. Im Frühjahr zählen Spargelgerichte, im Herbst Bayrische Spezialitäten und im Winter Grünkohl zu den beliebten Spezialitäten. Schon seit längerem gibt es diese regelmäßig vom Buffet.

„Man muss sich heutzutage schon etwas einfallen lassen, um die Gäste aus dem Haus zu locken. Gerade im ländlichen Raum ist der gesellschaftliche Wandel enorm. Einerseits beklagen die Leute das Aussterben der klassischen Dorfkneipen, andererseits nutzen die wenigsten von ihnen die Angebote direkt vor ihrer Tür“, so Roggenkamp, der dennoch an diesem Standbein festhält. 

Anlässlich der bevorstehenden Schnapszahl 111 möchte Familie Roggenkamp den Leuten etwas Besonderes bieten. Für die Freiluftveranstaltungen der Jubiläums-Festtage hat ihr der Gesangsverein Gesmold zu diesem Zweck freundlicher Weise einen großen Fallschirm von 20 Metern Durchmesser geliehen. „Unter ihm können die Gäste bei hoffentlich bestem Wetter Platz nehmen, einkehren und erleben, dass unsere kleine Kneipe in Nemden auch heute noch da ist!“, gibt sich das Quartett entschlossen.

Das geplante Festtags-Programm in Kürze:

Das Programm der Festtage „111 Jahre Gasthaus Zum Kurrel“ im Überblick: Am Freitag, 16. August, können interessierte Gäste ab 19 Uhr gemeinsam mit einer der wenigen weiblichen Biersommeliers, Andrea Nachtigall aus Salzkotten, bei begleitenden Snacks in die vielfältige Welt der Biere reisen (Preis: 54,95 Euro pro Person, zeitnahe Anmeldung unter 05402/4173 erforderlich!).

Am Samstag, 17. August, lockt ein Grillbuffet mit Livemusik der „Blechreiz Company“ mit Dixieland und Schlagern im Freien. Am Sonntag, 18. August, lädt Familie Roggenkamp ab 9.30 Uhr zum Jubiläumsfrühstück unterm Fallschirm. Der offizielle Jubiläumstag, Dienstag, 20. August, ist ausschließlich für geladene Gäste vorgesehen. An ihn schließen am Mittwoch und Donnerstag die üblichen Ruhetage an.

Am Freitag, 23. August, gibt es für alle Gäste „Spießbraten im Garten“. Am Samstag, 24. August, heißt es „Hier geht´s um die Wurst“ beim Buffet mit Würstchen in verschiedenen Variationen mit Beilagen. Sämtliche Buffet-Aktionen am Abend beginnen um 18.30 Uhr und kosten 11,11 Euro pro Person.

Am Sonntag, 25. August, klingt das große Jubiläum in der kleinen Kneipe schließlich ab 10 Uhr bei einem Oldtimertreffen mit Ausfahrt durch das Bissendorfer Land in Kooperation mit dem AC Melle aus. „An diesem Tag lockt bei uns auch für alle nicht Oldtimerfahrer das Schnitzel-Buffet bis zum Abwinken. Neben den Buffet-Angeboten zum Festpreis gewähren wir unseren Gästen an allen Jubiläumstagen aus aktuellem Anlass 11,1 Prozent Rabatt auf unsere üblichen Preise“, berichtet „Kalla“ und zapft mit Schwiegersohn Christian schon mal ein frisches Pils auf die bevorstehende Feier an.


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