Vom Trecker bis Designerstück Landart in Schledehausen zog etliche Besucher an

Straßenfest, Design-Schau, Treffpunkt – die Landart in Schledehausen vereint viele Dinge in sich und war am Wochenende Anlaufpunkt für zahlreiche Besucher. Foto: Thomas WübkerStraßenfest, Design-Schau, Treffpunkt – die Landart in Schledehausen vereint viele Dinge in sich und war am Wochenende Anlaufpunkt für zahlreiche Besucher. Foto: Thomas Wübker

Bissendorf. In einer wunderbar entspannten und freundlichen Atmosphäre tummelten sich am Samstag und Sonntag bei fast perfektem Wetter etliche Besucher der Landart in Schledehausen. In den Gassen und Plätzen des ehemaligen Ortskerns gab es von Designerstücken bis zu alten Treckern viele Überraschungen zu sehen.

Als Straßenfest war die Landart vor 17 Jahren an den Start gegangen. Die zahlreichen Menschen tummelten sich zwar in den engen Gassen und den Plätzen Schledehausens. Aber nur ein Straßenfest ist die Landart nicht mehr.

Mit 14 Teilnehmern hat die Landart angefangen, erinnert sich Katharina Brückner aus dem Organisations-Team. Sie war von Anfang an dabei. Mittlerweile sind neben Brückner, Iris Peters und Sabine Dörmann noch eine Mitarbeiterin der Gemeinde Bissendorf an der Organisation beteiligt. Am Wochenende waren 92 Aussteller vor Ort. Zum Teil sind sie sogar aus Berlin angereist.

Foto: Thomas Wübker


Zwischen der Dürer-, Meyerhof-, Bad Essener Straße und An der Schmiede zeigten die Aussteller ein umfangreiches Angebot. „Ich glaube, dass wir besondere Teilnehmer bei der Landart haben, deren Produkte besondere Geschichten erzählen können“; sagte Katharina Brückner. Zum Teil erzählten die Produkte ihre Geschichten selbst.


Barbara Jamin-Sassmanshausen Foto: Thomas Wübker


Die Windfeen von Barbara Jamin-Sassmannshausen neben der Laurentiuskirche waren ein Blickfang. Sie schienen in einem Sturm zu stehen, der ihnen die Gewänder vom Leib reißen wollte. Aber die Geschöpfe aus Weidenästen waren erstaunlich stabil. So wie auch die aus rostigem Eisen angefertigten Pferde in der Meyerhofstraße. Wie Eisen und Stahl gehauen wird, zeigten die Schmiede des Heimat- und Wandervereins Bissendorf auf dem Platz neben der evangelischen Kirche. In direkter Nachbarschaft standen die Bunte Hunden, eine Sprayer-Gruppe aus Osnabrück. Dort bekamen Kinder die Gelegenheit, ihre eigenen Graffiti anzufertigen, die sie auch mit nach Hause nehmen konnten. „Wir zeigen hier moderne Kunst“, sagte der Bunte Hund Marcel Ostendorf.

Mona Kallista Foto: Thomas Wübker


Ebenfalls aus Osnabrück kam Martina Schulte zur Landart. Sie firmiert unter dem Namen Miene Straten, was auf plattdeutsch „Meine Straße“ bedeutet. Damit wolle sie an ihre Herkunft aus dem Dorf Hollenstede bei Fürstenau erinnern, sagte die Designerin. Ihre farbenfrohen Sieb- und Linoldrucke fanden nicht nur Interesse, sondern auch Absatz. Die 14-jährige Anna kaufte ein Set Untersetzer, auf denen die Worte „Glück Glück Glück“ zu lesen waren. Ihre Mutter Christiane war nicht nur von dem Angebot von Miene Straten angetan, sie lobte auch das stimmungsvolle Drumherum der Landart. „Es gibt hier sehr schöne und individuelle Sachen, und in den Gässchen herrscht eine schöne Atmosphäre“, sagte sie.

Miene Straten Foto: Thomas Wübker


Martina Schulte hatte von einer befreundeten Ausstellerin den Tipp bekommen, bei der Landart mitzumachen. Auch sie lobte die Atmosphäre, die Kollegialität und die gute Laune der Besucher. Sie war zum ersten Mal dabei. „Wir versuchen bei der alle zwei Jahre stattfindenden Landart immer wieder was Neues zu finden“, sagte Katharina Brückner.

Foto. Thomas Wübker


Die familiäre Atmosphäre des Kunsthandwerkermarkts, der Design-Schau, des Straßen- und Volksfests sowie des Treffpunkts vieler Schledehausener und Ex-Bewohner des idyllischen Orts, die extra zur Landart wieder zurückkommen, sollte aber unbedingt erhalten bleiben. Sie macht einen großen Teil des Flairs aus. Aber auch der gelungene Spagat zwischen Tradition und Moderne und zwischen jung und alt ist eine Besonderheit, die es nicht überall gibt. Wo kann man sonst an einem Ort alte Trecker bestaunen und sich über Shiatsu-Massagen informieren? Designerin Martina Schulte war trotz Gewitter und Starkregen am Samstag begeistert: „Ich komme zu 100 Prozent wieder.“


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