Grüne im Ausschuss überstimmt Ausschuss macht Weg frei für Gewerbegebiet Natberger Feld

Östlich der Lüstringer Straße (oben im Bild) soll das Gewerbegebiet Natberger Feld entstehen. Foto: Archiv/Gert WestdörpÖstlich der Lüstringer Straße (oben im Bild) soll das Gewerbegebiet Natberger Feld entstehen. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Bissendorf. Der Bissendorfer Planungs- und Entwicklungsausschuss hat den Weg für das Gewerbegebiet „Natberger Feld“ freigemacht.

Gegen die Stimmen der Grünen votierte der Ausschuss mit großer Mehrheit für die 45. Änderung des Flächennutzungsplans. Er betrifft eine 20 Hektar große Fläche an der Natberger Straße, östlich der Lüstringer Straße. Claus Kanke holte noch einmal kräftig aus. Da es noch keinen Investor gebe, halte er das Projekt für überflüssig. Es entspringe einer Art „Phantomschmerz“, nachdem sich Solarlux einen neuen Standort gesucht habe. Offenbar wolle man unbedingt an der Erschließung des Gewerbegebiets festhalten. Dabei hätte es genügend Zeit gegeben, Alternativen zu entwickeln. 

Applaus für Gegner

Die Stellungnahme des Landkreises, wonach der Erholungswert durch das Gewerbegebiet nicht beeinträchtigt werde, bezeichnete er als „Zynismus, nicht Satire.“ Dafür erntete Kanke Applaus vonseiten der 13 anwesenden Bürger.

Einwände zeichneten sich auch vonseiten der Stadt Osnabrück ab. Die legt vor allem Wert auf einen 25 Meter breiten und unbebaubaren Kaltluftkorridor. Ein möglicherweise erhöhtes Verkehrsaufkommen betrachtet die Gemeinde Bissendorf als kaum relevant, da sich der Verkehr einem Gutachten zufolge sowohl von als auch in Richtung Autobahn A30 an der Anschlussstelle Natbergen bewegen werde.

Halfter: Gewerbesteuer für Umsetzung der Pläne notwendig

Bürgermeister Guido Halfter verteidigte den Beschluss, das Verfahren weiterzubetreiben und dabei die bisher vorliegenden Einwände in die weitere Planung mit aufzunehmen und die Unterlagen zu veröffentlichen. Auch den Einwand der Bürgerin Birgit Föhrder-Holtman, ob es nicht besser sei, zentrale ein größeres Gewerbegebiet auszuweisen, statt an unterschiedlichen Standorten Unternehmen anzusiedeln, stimmte Halfter grundsätzlich zu. Es fehlten aber die entsprechenden Flächen, so Halfter. Auf die Frage, warum Bissendorf zusätzliche Gewerbeflächen ausweisen wolle, führte Halfter einige kostspielige Projekte ins Feld, die kaum anders als durch steigende Steuereinnahmen zu finanzieren seien. Als Beispiele nannte er Schulen, Kitas und Sportflächen sowie den Ausbau der digitalen Infrastruktur.


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