Vortrag über Rettungsprojekt Wie rumänische Straßenhunde den Weg nach Bissendorf finden

Boxer-Hündin Cena wurde aus Smeura von Rasch adoptiert. Foto: privatBoxer-Hündin Cena wurde aus Smeura von Rasch adoptiert. Foto: privat

Bissendorf . Verwahrloste Hunde, die auf den Straßen nach Futter und einer Bleibe suchen. Teilweise schwer verletzt, abgemagert und vereinsamt. Dieses schreckliche Szenario ist in Rumänien keine Seltenheit. Tausende der verängstigten Straßenhunde werden täglich gejagt und getötet. Die Straßenhundproblematik in Rumänien ist ein großes Thema. Wie ein Bissendorfer Tierverein diesen Hunden hilft.

Helga Rasch, Gründerin des Vereins Hundetreff-Rasch-Bissendorf, hat ein Herz für Tiere: zwei Hunde adoptierte sie bereits aus dem rumänischen Tierheim Smeura - dem größten Tierheim der Welt. Mehr als 50 Smeura-Hunde wurden durch Raschs Verein in Bissendorf vermittelt. Allerdings sei dies oft schwieriger als erwartet: „Es ist nie leicht, ein Zuhause für diese Hunde zu finden. Sie sind oft verängstigt und brauchen mehrere Anläufe“, erklärt Rasch. So musste sie mit ihrem gehbehinderten Husky monatelang zur Therapie und auch ihre Boxer-Hündin benötigte viel Zuneigung und Pflege. „Als ich sie aufgenommen habe, hatte sie eine Hautkrankheit und angeschwollene Pfoten. Sie musste jeden Tag mit einem speziellen Mittel gebadet werden", schildert Rasch. 

Auch der gehbedinderte Husky-Rüde Amandus fand bei Rasch ein neues Zuhause. Foto: privat

Außerdem seien die Tiere keine Leinenführung gewohnt, wodurch das Spazierengehen mit Leine am Anfang erschwert werden könnte. Dennoch seien fast alle Tiere als Familienhund geeignet, da die Vermittler auf passende Halter achten würden. Bei Probe-Spaziergängen würde sich schnell zeigen, ob sich der Hund auf den neuen Besitzer einlässt oder nicht, so Rasch.

Smeura auf Spenden angewiesen

Schon seit einigen Jahren arbeitet Rasch mit dem Verein Tierhilfe Hoffnung zusammen. Die Tierhilfe Hoffnung betreibt unter Leitung von Matthias Schmidt in Rumänien die Smeura. Dort werden bereits viele der rumänischen Straßenhunde aufgenommen, behandelt und kastriert. Doch seit 2013 ist das Wiederfreilassen kastrierter Hunde per Gesetz verboten. Aus diesem Grund leben aktuell rund 6000 Hunde im größten Tierheim der Welt. 

Allein das Futter für die Tiere, das täglich etwa 2,7 Tonnen entspricht, sei ein enormer Kostenfaktor für die Smeura. Daher sei das Tierheim dringend auf Spenden angewiesen. Alle überschüssigen Einnahmen von Vereinsprojekten des Hundetreff-Rasch-Bissendorf, wie beispielsweise von Flohmärkten, würden daher dem Tierschutz zugutekommen, insbesondere der Smeura.


"Viele unserer Mitglieder haben selber Tiere aus dem Tierheim oder Ausland."Helga Rasch, Gründerin des Hundetreff-Rasch-Bissendorf


Die Smeura werde allerdings nicht nur finanziell vom Hundetreff-Rasch-Bissendorf unterstützt. Es liege allen Hundetreff-Mitgliedern am Herzen, den Tieren in Not zu helfen und ihnen hier in Deutschland ein neues Zuhause zu schenken, so Rasch.

Kostenlose Veranstaltung

Matthias Schmidt, erster Vorsitzender der Tierhilfe Hoffnung und Leiter des Smeura-Tierheims, wird am Freitag, 10. Mai, um 19 Uhr in der Gaststätte Gösling-Tiemeyer (Mindener Str. 54) in Bissendorf über sein Rettungsprojekt und seine Erfahrungen mit Straßenhunden in Rumänien berichten. Keinesfalls solle die Veranstaltung Traurigkeit erzeugen. „Wir wollen den Leuten in einer netten Atmosphäre die Chance geben, Fragen zu stellen, um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen“, sagt Helga Rasch. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl der kostenlosen Veranstaltung wird um eine telefonische Anmeldung unter 05402 5226 gebeten.


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