Pläne kontrovers diskutiert Finanzierung für Schledehauser Schützenhaus noch offen

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Bissendorf. Die Aktiven des Schützenvereins Schledehausen, allen voran Präsident Egon Mandrella, möchten lieber heute als morgen ihren Schießstand aufgeben und an einem anderen Ort einen Neustart machen. Jetzt legte der Vorstand konkrete Ergebnisse vor – nämlich den Bauplan für ein neues Schützenhaus. Doch dieser Plan wird sich nicht so einfach umsetzen lassen.

Im Mai 2009 hatte die Mitgliederversammlung dem Vorstand die Aufgabe erteilt, den Bau eines neuen Schießstandes zu prüfen. Das wurde gründlich erledigt, denn Mandrella präsentierte einen kompletten Bauplan samt Finanzierungsmodellen. Der Präsident machte auch deutlich, weshalb ihm an einer räumlichen Veränderung sehr gelegen ist. „Ein Verein muss in Ruhe geführt werden“, sagt Mandrella. Damit spielt der Vorsitzende auf die Differenzen mit dem Festwirt an, auf dessen Grundstück sich der Schießstand befindet, an den der Verein bis 2054 vertraglich gebunden ist. Eine konstruktive Zusammenarbeit sei wohl nicht mehr möglich, deshalb eine Neuorientierung wünschenswert, erläuterte Mandrella. Er betonte auch, dass er jede Entscheidung der Mitglieder, also auch ein Votum gegen einen Neubau, mittragen und Präsident bleiben werde.

Die Baupläne für ein neues Schützendomizil legte Lutz Dunkhorst vor und erläuterte sie. In der Nähe der Sportanlagen könnte ein 880 Quadratmeter großes Gebäude mit Nutzungsräumen, Luftgewehr- und Kleinkaliberstand entstehen.

Auch die nächste Hürde ist offenbar überwunden: Über eine Vertragsauflösung wurde von beiden Seiten – Schützenverein und Festwirt Carsten Hünerbein – Einvernehmen erzielt. Sogar ein Grundstück ist gefunden: Bei der Flächenneuplanung am Sportgelände hält die Gemeinde Bissendorf für den Schützenverein ein Grundstück bereit. Ein Vertragsentwurf, den Joachim Pilgrim erläuterte, sieht eine Nutzungsvereinbarung über 50 Jahre vor, allerdings muss das Bauvorhaben in den nächsten drei Jahren abgeschlossen sein.

Knackpunkt Kosten

Knackpunkt sind die Kosten für den Schießstand. Ein kompletter Schießstand würde knapp 400000 Euro kosten. Ein Betrag, der vom Verein nicht zu finanzieren ist, wie Mandrella deutlich machte. Das sehen die Mitglieder genauso, dennoch entfachte sich eine kontroverse Diskussion, als die Finanzierungsvarianten vorgestellt wurden. Präsident Mandrella nannte die Vorgabe: Eine Belastung von gut 570 Euro monatlich sei zu verantworten. Um diesen oder einen ähnlichen Wert zu erreichen, seien Ideen nötig, wie die Finanzierungssumme zu reduzieren sei.

In dieser Rechnung sehen die Mitglieder zu viele Fragezeichen: Die Höhe der Eigenleistungen sei nicht kalkulierbar, es müssten reale Finanzierungskriterien mit Zins- und Tilgungssatz zugrunde gelegt sein, außerdem sei die Höhe des Erlöses aus einem Grundstücksverkauf fraglich.

Dieser bei einem Neubau notwendige Grundstücksverkauf ist der nächste Knackpunkt: Neben dem Areal von Hünerbeins Posthotel besitzt der Schützenverein ein rund 700 Quadratmeter großes Grundstück, das finanziell noch nicht abgetragen ist. Der Festwirt hat zwar Interesse am Kauf signalisiert, eine konkrete Summe wurde aber nicht genannt.

Viele Unbekannte

Die vielen Unbekannten in der Rechnung seien dem Vorstand bekannt, versicherte Egon Mandrella. Die vorgelegten Details sollten Transparenz schaffen, zur Diskussion und zum Mitdenken anregen. „Über das weitere Vorgehen entscheiden allein die Mitglieder“, so der Präsident.

Die vielen Fragezeichen im Bauvorhaben nutzten die Schützen, um über Alternativen nachzudenken: einen kleineren Schießstand, einen Bau in Etappen, Kooperationen mit anderen Vereinen, weitere Nutzung des alten Schießstandes. Es wurde auch die Frage diskutiert, ob angesichts der demografischen Entwicklung mit immer weniger Schützen ein neuer Schießstand überhaupt gebraucht werde.

Egon Mandrella hatte vor der Versammlung die Gründung eines Bauplanungsausschusses angeregt. 22 Mitglieder sind bereit, das Vorhaben und eine endgültige Abstimmungsvorlage für den Herbst vorzubereiten. Diese Gruppe dürfte dann weniger als Bauausschuss, sondern mehr als Finanzausschuss arbeiten.

Während der außerordentlichen Versammlung gab es auch einen Aspekt, der vielen reizvoll erscheint: Sollte der Schützenverein tatsächlich zum „Berg“ ziehen, findet das Schützenfest als Zeltveranstaltung im Kurgarten statt, ein offenes Adlerschießen inbegriffen.


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