„So ist das Alter!“ Die NOZ-Familie über das Älterwerden und gemischte Gefühle

Wie sieht die Zukunft aus und was erwartet den kleinen Jakob in 20 Jahren? Das sind Fragen, die sich die Großeltern Maria und Michael Thomsen stellen. Foto: Gert WestdörpWie sieht die Zukunft aus und was erwartet den kleinen Jakob in 20 Jahren? Das sind Fragen, die sich die Großeltern Maria und Michael Thomsen stellen. Foto: Gert Westdörp 

Bissendorf . „So ist das Alter!“ Unter diesem Motto steht die vierte und letzte Woche der Redaktionsserie "Familie Leben". Unsere NOZ-Familie erzählt, wie es ist, wenn die Rente naht und wie sie sich ein würdiges Leben im Alter vorstellen.

60 Jahre alt und das Rentenalter rückt näher. Ein Einschnitt, denn unweigerlich wird man mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert. „Ich freue mich drauf. Ich merke schon, dass ich mit zunehmendem Alter Schichtdienste nicht mehr so leicht wegstecke“, sagt Maria Thomsen. Sie ist seit 43 als Krankenschwester tätig. Maria Thomsen ist 61 Jahre alt und will in zwei Jahren in Rente gehen. „Große Pläne habe ich für die Zeit nicht. Ich will mich aber weiterhin körperlich viel bewegen und im Garten arbeiten“, sagt sie.  


Langeweile kommt nicht auf

Das Thema Rente sei im Freundeskreis gerade allgegenwärtig. Heute hätten Rentner alle Freiheiten. „Meine Eltern sind ganz anders alt geworden. Mit mehr als 60 Jahren, waren das alte Menschen. Das sieht man auch auf den Fotos von damals“, sagt Ehemann Michael Thomsen. Er ist seit einem Jahr im Ruhestand und genießt diesen Lebensabschnitt, Langeweile kommt bei ihm nicht auf: „Heute haben wir mehr Zeit, und ich kann mich in Ruhe um unseren Enkel kümmern.“

Die Zeit einmal zurückdrehen

Älterwerden ist das eigentlich schön? Kann man sich darauf freuen? Michael Thomsen hat da gemischte Gefühle, sagt er. „Ja, man wird gelassener. Manchmal denke ich aber auch: ‚Du möchtest die Zeit auch gerne wieder zurückdrehen und noch mal so Volleyball spielen können, wie vor 40 Jahren.‘“ Er hat lange als Heimleiter in einer Pflegeeinrichtung gearbeitet und kennt die Probleme in der Branche. „Auch, wenn die Zustände im Pflegebereich schwierig sind, möchte ich nicht, dass meine Kinder mich irgendwann pflegen. Das will ich ihnen nicht zumuten“, erzählt er. In der Familie wird offen über diese Themen gesprochen. Anne Thomsen kennt die Wünsche der Eltern.

Wie haben wir das damals alles geschafft mit Kindern und Job? Diese Fragen stellen sich Maria und Michael Thomsen heute im Rentenalter. Foto: Gert Westdörp

Schnelllebige Zeit

Michael Thomsen beneidet die Generation seiner Tochter Anne und die seines Enkels Jakob nicht: „Die politischen und ökologischen Zustände beschäftigen mich“, sagt er. Das sei eine schnelllebige Zeit. „Digitalisierung, Klimawandel. Ich frage mich ganz oft: ‚Was wird Jakob noch erleben?‘ Das seien Fragen, die sich auch Maria Thomsen jetzt häufiger stellt. Für sie ist das Älterwerden ein ganz normaler Prozess. „Ich frage mich heute nur, wie wir das früher alles geschafft haben mit den Kindern und unserem Beruf. Krippen gab es damals noch nicht“, sagt Maria Thomsen.


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