Interkommunale Zusammenarbeit CDU-Spitzen aus Osnabrück und Bissendorf suchen Austausch

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Über Gemeindegrenzen hinweg wollen die CDU-Spitzen aus Osnabrück und Bissendorf zusammenarbeiten. Hier die Mindener Straße im Bissendorfer Ortsteil Natbergen zwischen Osnabrück und Jeggen. Foto: Gert WestdörpÜber Gemeindegrenzen hinweg wollen die CDU-Spitzen aus Osnabrück und Bissendorf zusammenarbeiten. Hier die Mindener Straße im Bissendorfer Ortsteil Natbergen zwischen Osnabrück und Jeggen. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück/Bissendorf. Die CDU will die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Osnabrück und Bissendorf verstärken. Bei einem Arbeitstreffen vereinbarten die beiden Fraktionschefs Fritz Brickwedde und Volker Buch unter anderem, gemeinsame Wohn- und Gewerbegebiete voranzubringen.

„Es wird Zeit, dass wir die interkommunale Zusammenarbeit mit den angrenzenden Landkreisgemeinden verstärken", schrieb Brickwedde, Vorsitzender der Osnabrücker CDU-Fraktion und des Kreisverbandes der CDU Osnabrück-Stadt, in einer Pressemitteilung. Gemeinsame Wohn- und Gewerbegebiete seien eine "Investition in die Zukunft", heißt es darin. "Wir müssen die vorhandenen Flächen stärker nutzen. Aus diesem Grund werden wir solche Projekte vorantreiben“, kündigte Brickwedde an. Demnach haben sich die CDU-Fraktionen aus Osnabrück und Bissendorf zu Jahresbeginn bereits zum zweiten Mal zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen.

Austausch über Gemeindegrenzen hinaus: Volker Buch (CDU Bissendorf, links) und Fritz Brickwedde (CDU Osnabrück-Stadt). Fotos: Swaantje Hehmann/David Ebener

„Da Osnabrück und Bissendorf direkt aneinandergrenzen, gibt es viele Themen, die beide Kommunen im gleichen Maß betreffen", wird der Bissendorfer CDU-Vorsitzende und Fraktionschef Volker Buch zitiert. Landkreisgemeinden wie Bissendorf hätten viel Fläche, die gemeinsam für Bau- und Gewerbeflächen genutzt werden könnte. "Auf der anderen Seite können angrenzende Landkreisgemeinden von der städtischen Infrastruktur wie einer besseren Busanbindung profitieren“, so Buch. 

Gemeinsames Baugebiet in Natbergen?

Auf Nachfrage führt Buch das Baugebiet Oberhasesche Mark als Beispiel an, das im Bissendorfer Ortsteil Natbergen direkt an der Stadtgrenze liegt. Dieses habe eigentlich gemeinsam mit der Stadt entwickelt werden sollen, sagte Buch: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, unsere Seite ist voll", sagte der Bissendorfer CDU-Chef nun. 

Hier könnte weiter gebaut werden: Auf Bissendorfer Seite (links) ist das Baugebiet Oberhasesche Mark voll, auf Osnabrücker Seite (rechts) wäre noch Platz. Die Gemeindegrenze verläuft genau hinter den Häusern. Foto: Gert Westdörp

Würde das Baugebiet sich auch auf Osnabrücker Gebiet erstrecken – wäre also dementsprechend größer – könne sich beispielsweise eine "entsprechende Busanbindung eher rechnen", sagte Buch. Auch bei Gewerbeflächen sollten Stadt und Umlandkommunen "nicht immer nur in Konkurrenz denken", empfahl Buch. Denkbar sei beispielsweise ein Flächentausch, durch den die sogenannten Grünen Finger der Stadt erhalten bleiben könnten.

Buch betonte allerdings, dass bei dem Treffen keine konkreten Schritte vereinbart wurden. Zunächst ginge es vor allem um den Austausch: "Viele Dinge, die in der Stadt laufen, sind uns fremd, und umgekehrt", stellte er fest. Gemeinsame Gespräche könnten etwa helfen, ein besseres "Verständnis für die eine oder andere Stellungnahme" in öffentlichen Beteiligungsverfahren zu erzielen. "Es gibt das Interesse, voneinander zu lernen", versicherte Buch. 

Appell an die Verwaltungen von Stadt und Gemeinden

Brickwedde und Buch appellierten in der Pressemitteilung auch an die Verwaltungen der Stadt und der Gemeinden. Diese müssten sich "regelmäßig zusammensetzen, um regionale Kooperationen und Projekte weiter voranzutreiben“. Auch Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) und Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter (parteilos) waren deshalb zu der Sitzung eingeladen. Auch Halfter verwies auf Anfrage auf das Natberger Wohngebiet – hier sei die Stadt seinerzeit "zu lahm" gewesen, monierte er. Auch er sehe in einer engeren Abstimmung ein "erhebliches Potenzial", sagte Halfter.

Zusammenarbeit auf dem Prüfstand

Konkret bewähren könnte sich die interkommunale Zusammenarbeit schon bald beim geplanten Gewerbegebiet Natberger Feld: Hier müsse die Stadt möglicherweise einer Änderung des Raumordnungsprogrammes zustimmen, sagte Halfter. 


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