Klaus Dierker und Ann-Christin Liehr Bissendorfer SPD künftig mit Doppelspitze

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Der neue Vorstand der Bissendorfer SPD (von links): Christian König (Beisitzer), Klaus Dierker und Ann-Christin Liehr (Vorsitzende), Martina Schulte (Beisitzende), Tatjana Reichmann (Schriftführerin) und Fraktionsvorsitzender Ulrich Liehr (Beisitzer). Es fehlt Sibel Polat (Kassiererin). Foto: Jörn MartensDer neue Vorstand der Bissendorfer SPD (von links): Christian König (Beisitzer), Klaus Dierker und Ann-Christin Liehr (Vorsitzende), Martina Schulte (Beisitzende), Tatjana Reichmann (Schriftführerin) und Fraktionsvorsitzender Ulrich Liehr (Beisitzer). Es fehlt Sibel Polat (Kassiererin). Foto: Jörn Martens

Bissendorf. Die Bissendorfer SPD wird künftig von einer Doppelspitze angeführt: Bei ihrer Jahreshauptversammlung wählten die Ortsvereinsmitglieder Amtsinhaber Klaus Dierker und seine bisherige Stellvertreterin Ann-Christin Liehr zu gleichberechtigten Vorsitzenden.

Wie Dierker nach der Versammlung am Mittwochabend im Uphausener Café Barth erläuterte, sei eine solche Doppelspitze in der Satzung allerdings bislang nicht vorgesehen. Der Ortsverein habe deshalb gleichzeitig beschlossen, beim SPD-Kreisvorstand einen Antrag auf Satzungsänderung zu stellen. "Wir sind aber zuversichtlich, dass das durchkommt", sagte Dierker, der noch bis zum Frühjahr Ratsvorsitzender ist, bevor er das Amt absprachegemäß nach der Hälfte der Legislatur an seinen CDU-Kollegen Tim Eurlings abgeben wird. 

Mehr Frauen als Männer im Vorstand

Liehr und er seien bewusst als Duo zur Wahl angetreten, sagte Dierker: "Alle reden von Gleichberechtigung, da dachten wir, wir fangen einfach mal damit an." Liehr wertete den Schritt als "gutes Zeichen": Es sei wichtig, mehr junge Leute für Politik zu interessieren und die Partei zu verjüngen. "Wir haben jetzt einen jungen Vorstand mit Zukunft", sagte sie und verwies auf die "gute Mischung" aus Männern und Frauen sowie Jüngeren und Älteren. In den neuen Vorstand wurden neben Dierker und Liehr auch Tatjana Reichmann als Schriftführerin und Sibel Polat als Kassiererin gewählt, als Beisitzer sind zudem die Ratsmitglieder Martina Schulte und Christian König sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Liehr vertreten. "Im Vorstand sind jetzt mehr Frauen als Männer", hob Ann-Christin Liehr hervor.

Innenminister Pistorius wirbt für Europa...

Zu Gast waren auch Niedersachsens SPD-Innenminister Boris Pistorius und Landratskandidat Horst Baier, der zwar SPD-Mitglied ist, aber als unabhängiger Kandidat antritt. Beide sprachen im öffentlichen Teil der Versammlung, zu dem auch Bissendorfs parteiloser Bürgermeister Guido Halfter gekommen war - dem Pistorius zur allgemeinen Erheiterung zurief, er habe "immer ein Beitrittsformular dabei", wenn er nach Bissendorf komme. Der Innenminister warb einerseits für ein starkes Europa ("Wir brauchen mehr Europa, nicht weniger"), andererseits für den Landratskandidaten Baier, der "der richtige Mann für den Posten" sei.

Gastredner: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (stehend) warb vor den Bissendorfer Genossen für ein starkes Europa, Landratskandidat Horst Baier (rechts) für sich selbst. Foto: Jörn Martens


... und Landratskandidat Baier für sich selbst

Baier wiederum stellte sich den Bissendorfer Genossen erstmals offiziell vor und räumte ein, im Südkreis möglicherweise nicht ganz so bekannt zu sein wie im Nordkreis. Dies wolle er bis zur Wahl im Mai ändern, kündigte der Bersenbrücker Bürgermeister an und bat den Ortsverein hierfür um tatkräftige Unterstützung, beispielsweise mit Podiumsdiskussionen. "Wir bleiben im Kontakt", sicherte Dierker ihm zu.

Der Landrat als "Boss der Bürgermeister"?

Inhaltlich ging Baier vor allem auf Distanz zu CDU-Amtsinhaber Michael Lübbersmann und die CDU im Kreistag, die dort "im Hinterzimmer" regiere - "das muss sich ändern", befand der Herausforderer. Auch zeige sich der Landkreis wenig kooperativ mit den Kommunen, kritisierte Baier: "Der Landrat vermittelt das Gefühl, er sei der Boss der Bürgermeister, nicht wahr Guido?", sagte er mit Blick auf seinen Bissendorfer Amtskollegen, der sich ein Lächeln in diesem Moment nicht verkneifen konnte. Baier machte zudem eine "Schieflage bei den Finanzen" aus: Die Gemeinden seien hoch verschuldet, während der Kreis auf seinen Geldern sitze. Auch machte er sich unter anderem für sozialen Wohnungsbau, eine zielgerichtetere Schulentwicklung und eine Beschleunigung des Breitbandausbaus stark.

Kritik an SPD im Kreistag

Doch auch die SPD-Kreistagsfraktion kam bei Baier nicht ungeschoren davon: "Ich habe lange gezögert, ob ich wirklich kandidiere, weil ich mir nicht sicher war, ob die SPD einen anderen Landrat will", sagte er unter dem Applaus der Genossen. Das größte Problem der SPD sei Kooperation mit UWG, CDU, FDP: "So richtig wird man damit nicht sichtbar", monierte Baier - und fand damit sogar die Zustimmung des Bissendorfer Kreistagsabgeordneten Ulrich Liehr. Er strebe an, dass Entscheidungen künftig nicht mehr nur im Kooperationsausschuss getroffen würden, sagte Baier - dann gebe es "auch wieder einen lebendigen Kreistag".


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