Manfried Hoffmann reiste mit dem Transsibirien-Express Von der kältesten Hauptstadt zum tiefsten See der Welt

Manfried Hoffmann mit drei Momentaufnahmen von seiner Reise mit dem Transsibirien-Express. Am Abend des 15. Februars lässt der Bissendorfer die Menschen mit einem kostenlosen Vortrag an seinen Erlebnissen teilhaben. Foto: Johanna KollorzManfried Hoffmann mit drei Momentaufnahmen von seiner Reise mit dem Transsibirien-Express. Am Abend des 15. Februars lässt der Bissendorfer die Menschen mit einem kostenlosen Vortrag an seinen Erlebnissen teilhaben. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. In seinem Leben hat Manfried Hoffmann einiges bewegt und bereits viel von der Welt gesehen. Vergangenen Spätsommer reiste der Pensionär mit dem Transsibirien-Express von Peking durch die Mongolei und Sibirien nach Moskau. Am Freitag, 15. Februar, 19.30 Uhr, hält er im Landhaus Stumpe in Bissendorf einen kostenlosen Vortrag zu diesem Erlebnis.

„Wer reisen will, der muss zunächst Liebe zu Land und Leuten mitbringen, mindestens keine Voreingenommenheit. Er muss den guten Willen haben, das Gute zu finden, anstatt es durch kritische Vergleiche totzumachen“, lässt sich Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg zitieren. Kluge Worte, mit denen der Dichter Manfried Hoffmann aus der Seele spricht.

Liebe zur Eisenbahn seit der Ausbildung

In Golzow bei Brandenburg geboren verschlug es den heute fast 88-jährigen Saldrianer von der Havel an die Hase. Bei der Eisenbahn Osnabrück absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Nach einer Vorprüfung zum Lokführer und ein paar Monaten als Heizer rangierte der schmächtige Junge von einst noch einmal um und schlug eine Laufbahn als Wagenmeister ein. Die letzten 17 Jahre führte er diese auf Bezirksebene und war Mitglied des bundesweiten DB-Ausschusses.

Die Liebe zur Eisenbahn und zum Reisen riss auch nach der Pensionierung Hoffmanns im Jahre 1990 nicht ab. Gemeinsam mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau Helga bereiste er die halbe Welt. Wanderziele wurden zusammen mit dem Osnabrücker Alpenverein angegangen – Länder und Metropolen in ganz Europa mit dem Bahnsozialwerk erkundet.

Reiseleitertätigkeit statt reinem Badeurlaub

Reinen Badeurlaub machte Hoffmann eigentlich nie. Vieles hat der Pensionär, der an der Uni Osnabrück sieben Jahre Geschichte und Kunstgeschichte als Gasthörer studierte und selbst als Reiseleiter tätig wurde, selbst ausgearbeitet.

Von seiner letzten Reise vom 22. August bis 7. September 2018 mit dem Transsibirien-Express, einer NOZ-Leserreise unter der Leitung von Hapag Lloyd, möchte der Bissendorfer nun berichten. Bei seinem Vortrag möchte er in zirka anderthalb Stunden auf einzelne Etappen eingehen, wie den Flug von München mit dem A308 nach Peking.

Von Peking durch die Mongolei und Sibirien nach Moskau

Der Sightseeing-Tour zum Platz des himmlischen Friedens und der verbotenen Stadt folgte die Weiterfahrt auf Schienen – aufgrund der unterschiedlichen Spurbreite erst im chinesischen Schlafwagen, ab der mongolischen Grenzstadt Erlian dann schließlich mit dem Transsibirien-Express.

Erstaunt zeigt sich der Referent nach der Fahrt durch die Wüste Gobi über die moderne Millionenstadt Ulan Batar, welche die kälteste Hauptstadt der Welt ist. Als weitere Stationen des Sonderzugs auf dem Weg nach Moskau folgen die Mongolische Schweiz, Ulan Ude, ein Sprung in den 16 Grad warmen Baikalsee (mit 1642 Metern der tiefste See der Welt), Irkutsk, Ostsibirien, Nowosibirsk, Jekaterinburg und Kasan.

Und was folgt auf eine solche Abenteuerreise? „Ein noch offenes Wunschziel wäre Vietnam. Aber angesichts der Aussicht auf elf Stunden Flug pro Strecke muss ich in meinem Alter, glaube ich, langsam vernünftig werden“, sagt Hoffmann, der bei seinem Vortrag auf interessierte Zuhörer hofft.


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