Im Glauben den Tod überleben Jahresempfang der evangelischen St. Laurentius Gemeinde Schledehausen

Auf die Bürgerkanzel der evangelischen St. Laurentius Gemeinde ging in diesem Jahr Spes Viva Mitarbeiterin Brigitte Pavic (links). Pastor Tobias Patzwald und Kirchenvorsteherin Ilse Radeke-Tholen dankten für ihre Worte. Foto: Bärbel Recker-PreuinAuf die Bürgerkanzel der evangelischen St. Laurentius Gemeinde ging in diesem Jahr Spes Viva Mitarbeiterin Brigitte Pavic (links). Pastor Tobias Patzwald und Kirchenvorsteherin Ilse Radeke-Tholen dankten für ihre Worte. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. Es gibt viel zu tun in einer Kirchengemeinde. Die evangelische St. Laurentius Gemeinde hat das Glück, dass es ebenso viele Gemeindeglieder gibt, die bei diesen Aufgaben tatkräftig mit anpacken. Der Jahresempfang war der perfekte Anlass, allen Ehren- und Hauptamtlichen zu danken, auch, um über die Worte der Bürgerpredigerin Brigitte Pavic nachzudenken.

Seit genau zehn Jahren bittet die evangelische St. Laurentius Gemeinde Anfang Februar zum Empfang. Üblicherweise wird dann über Vergangenes und Zukünftiges berichtet. Traditionell kommen an diesem Tag die geistlichen Worte nicht vom Pastor, sondern von einer Bürgerin oder einem Bürger. Sinn der Bürgerpredigt ist es, Themen des alltäglichen Lebens aufzugreifen. So wie in diesem Jahr mit den Gedanken von Brigitte Pavic zu Sterben und Tod. Jawohl, Sterben und Tod gehören zum Leben, versicherte die Trauerbegleiterin und ehrenamtliche Mitarbeiterin des ambulanten Hospizdienstes Spes Viva.

Verantwortungsvoll Vorsorge treffen

Zwei unumstößliche Ereignisse prägen jedes Leben, nämlich Geburt und Tod. Die Lebensphase dazwischen sei dazu geeignet, das Leben zu gestalten, verantwortungsvoll Vorsorge zu treffen, Hilfe zu leisten und Positionen zu finden. Und weil der Tod unweigerlich am Ende des Lebens stehe, möge man sich darauf vorbereiten. „Je mehr der Tod ins Leben gelassen wird, desto leichter wird es, das irdische Leben zu verlassen,“ so die Trauerbegleiterin. „Irdisches Leben verlassen“ – das ist für Brigitte Pavic gleichbedeutend mit der Hoffnung auf ein Leben danach. „Christen können den Tod erleben und überleben, wenn sie ihn nicht aus dem Leben verdrängen,“ sagte Brigitte Pavic.

Auflebende Ökumene

Viel Beifall erhielt die katholische Bürgerpredigerin ebenso wie Tobias Patzwald, der einige Monate nach seiner Amtseinführung als Pastor die auflebende Ökumene zwischen der evangelischen und katholischen St. Laurentius Gemeinde ansprach.

Die Besetzung der unbefristeten Pastorenstelle war nur eines von vielen Ereignissen des vergangenen Jahres, berichtete Ulf Maringer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Obenan nannte er die Arbeit der neuen Planungsgruppe „Gemeindehaus“. Zwar seien noch keine konkreten Beschlüsse zu vermelden, wohl aber Zwischenschritte. Demnach ist es baulich und energetisch nicht realistisch, das alte Gemeindehaus zu erhalten, gleichwohl gebe es Überlegungen für ein ökumenisches Gemeindezentrum zwischen beiden Kirchen, deutete Ulf Maringer an.

Applausfür Kindermusicalprojekt

Er stellte ausgeschiedene Leiter und Leiterinnen der Gemeindegruppen vor und dankte vielen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. Einen besonderen Applaus erhielten das Kindermusicalprojekt, die neue Jugendgruppe, die es versteht, „mehr als nur digital abzuhängen“ und die Social-Media-Gruppe, die Gemeindeleben in die weite Öffentlichkeit bringt. Fakt ist auch, dass Pastors Biergarten bei der Schledehauser Landart wieder geöffnet wird. „Viele Menschen sorgen bei uns dafür, dass Gemeinde das ist, was Gemeinde ist,“ fasste Tobias Patzwald zusammen.

Um das noch einmal zu beweisen, blieb die große Gemeinde noch lange nach Gottesdienst und Empfang bei Kanapees, Getränken und Gesprächen zusammen.


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