Unterwegs mit Bürgermeister Halfter Schulen und Bauland: Was 2019 in Bissendorf wichtig wird

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Auf geht's: Bürgermeister Guido Halfter bricht zur Rundfahrt durch die Gemeinde Bissendorf auf. Foto: Jörn MartensAuf geht's: Bürgermeister Guido Halfter bricht zur Rundfahrt durch die Gemeinde Bissendorf auf. Foto: Jörn Martens 

Bissendorf. Was bewegt Bissendorf im neuen Jahr? Wir haben uns mit Bürgermeister Guido Halfter auf den Weg durch seine Gemeinde gemacht, um vor Ort zu hören und zu sehen, was aus seiner Sicht 2019 wichtig wird.

Nicht eine Sekunde zögert Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter (parteilos) bei der Frage, was 2019 in seiner Gemeinde wichtig wird: die Schulen. Im vergangenen Jahr hatten Politik und Verwaltung gemeinsam beschlossen, die Erweiterungsplanungen für die vier Schulen der Gemeinde erst einmal auf den Prüfstand zu stellen - und angesichts der erwartbaren Umbaukosten sogar den Bau eines ganz neuen Schulzentrums ins Spiel gebracht. Was bei Schul- und Elternvertretern durchaus auf Zustimmung stieß, hatte allerdings eine Kehrseite: Bis die Planungen abgeschlossen sind, wird erst einmal nichts gebaut - mit einer Ausnahme, wie Halfter sagt:

"Die Grundschule Schledehausen ist der einzige Standort, den wir in diesem Jahr schon anpacken können."

Schledehausen ist deshalb Halfters erstes Ziel auf unserer Rundfahrt durch die Gemeinde. Auf dem Parkplatz oberhalb der Schule parkt er; von hier lässt sich das Gelände gut überblicken. Weil hier früher auch eine Hauptschule untergebracht war, gebe es hier kein Platzproblem wie an den Grundschulen in Wissingen und Bissendorf, erläutert Halfter auf dem Weg zum Schulgrundstück. Allerdings sei die Mensa der steigenden Nachfrage nach Ganztagsbetreuung nicht mehr gewachsen gewesen, deshalb werde das Mittagessen seit einiger Zeit in behelfsmäßigen Containern auf dem Lehrerparkplatz ausgegeben. 

Foto: Jörn Martens

Die niedrige Tür zur alten Mensa unterhalb der Hausmeisterwohnung steht offen, Halfter zieht den Kopf ein und tritt in den leer stehenden Raum:

Foto: Jörn Martens

Hier, Richtung Norden, solle ein eingeschossiger Anbau, neuen Platz schaffen, sagt der Bürgermeister und blickt aus den Fenstern über den Schulhof. Beim anschließenden Gang ums Gebäude erläutert er die Pläne ausführlicher:


300 Interessenten fürs Neubaugebiet

Doch die Baumaßnahme an der Grundschule Schledehausen - geschätzte Gesamtkosten: 800.000 bis 1.000.000 Euro - ist nichts im Vergleich zu Halfters zweiter Station: Von der Schule am Berg aus fährt der Bürgermeister nach Wissingen, hinein in den kleinen Wirtschaftsweg, der zu dem leer stehenden Gehöft nördlich des Ortes führt. Unter den alten Bäumen steigt er aus, der Wind pfeift scharf über das freie Feld - das nicht mehr allzu lange frei sein wird, wie Halfter erläutert:

"Hinter mir wird sich in 2019 ein neues, sehr großes und herausragendes Baugebiet entwickeln: das Baugebiet Wissingen-Nord, für das inzwischen über 300 Interessenten vorliegen. Wir rechnen mit den ersten Erschließungsarbeiten im zweiten Quartal, und ich hoffe, dass die ersten Interessenten im zweiten Halbjahr ihren Kaufwunsch hier erfüllen können."

Etwa 140 Baugrundstücke sollen in Wissingen-Nord entstehen, auch mehrere Mehrfamilienhäuser sind vorgesehen - im September hatte die Gemeinde eine erste Skizze im Planungsausschuss vorgestellt:

Plan: Gemeinde Bissendorf/NLG

Bürgermeister unter Strom

Doch nicht nur der Zuschnitt des Baugebiets wird in diesem Plan ersichtlich, sondern auch eine andere Baustelle, die auf die Gemeinde zukommt - wenn auch vorerst nur im übertragenen Sinn: Nördlich von Wissingen-Nord verläuft derzeit eine 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung, deren Trasse im Bebauungsplan noch ausgespart ist. Diese Stromleitung ist Halfters dritte Station auf seiner Tour durch die Gemeinde, er muss sich nur umdrehen und einige Schritte gehen:

Foto: Jörn Martens

Die 110-kV-Leitung soll perspektivisch durch eine 380-kV-Höchstspannungsleitung ersetzt werden, zu der aber deutlich größere Mindestabstände eingehalten werden müssten. Lange war deshalb unklar, ob an der Trasse überhaupt ein Neubaugebiet ausgewiesen werden dürfe, eine Bürgerinitiative forderte eine konsequente Erdverkabelung. Im vergangenen Jahr gab der Netzbetreiber Amprion seine Vorbehalte gegen das Baugebiet Wissingen-Nord auf - ohne aber zu erklären, woher die neue Stromleitung stattdessen führen solle oder ob sie unterirdisch verlegt wird. Hier erwartet Halfter nun Klarheit:

"Wir rechnen damit, dass wir frühestens im zweiten Quartal Informationen bekommen und das Raumordnungsverfahren auch für diesen Abschnitt offenkundig wird. Dann wird es spannend, insbesondere für die Bürger, wenn wir mehr wissen über den Verlauf - und auch die möglichen Konflikte in dem Bereich."

Dauerbrenner Krippenplätze

Es wird Zeit, dem eisigen Wind zu entkommen; wir steigen mit Halfter ins Auto und fahren zurück zum Rathaus. Ein Dauerbrenner, auf den wir zu sprechen kommen, ist die Kinderbetreuung - erst im letzten Herbst hatte die Gemeinde die ehemalige Jugendbildungsstätte Holter Burg, die zwischenzeitlich als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden war, zu einer Krippengruppe umgebaut. Damit war der Bedarf zunächst gedeckt - ist das noch aktuell? Halfter lacht:

"Das ist natürlich nicht mehr aktuell, wie immer im Bereich der Krippen- und Kitaversorgung... Das geht ja allen Kommunen so, dass das nicht planbar ist, und wir haben jetzt erneut, nach heutigem Stand, eine höhere Nachfrage nach Krippenplätzen als wir sie bedienen können. Da werden wir reagieren müssen. Es kann aber heute noch nicht gesagt werden, in welcher Form."

Das gelte übrigens nicht für Null- bis Sechsjährige, sondern auch für Schüler, sagt Halfter: Weil immer mehr Eltern nachmittags auf Kinderbetreuung angewiesen seien, müsse auch hier das Angebot an Nachmittagsbetreuung und Hortplätzen verbessert werden - noch eine Baustelle für 2019.


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