„Hinsehen, kein Schwarzsehen“ Nemder Verein „Leben und Lernen“ startet neue Projekte

Als erste Vorsitzende des Vereins „Leben und Lernen“ möchte sich Christiane Wiebens-Kessener mit neuen Projekten und möglichst vielen Mitstreitern auf die Bissendorfer Landpartie am 8. September vorbereiten. Foto: Oliver SiglochAls erste Vorsitzende des Vereins „Leben und Lernen“ möchte sich Christiane Wiebens-Kessener mit neuen Projekten und möglichst vielen Mitstreitern auf die Bissendorfer Landpartie am 8. September vorbereiten. Foto: Oliver Sigloch

Bissendorf. Bewusstes Hinsehen, konkretes Handeln und Austausch für zukunftsfähiges Verhalten hat sich der Verein „Leben und Lernen“ auf die Fahne geschrieben. Christiane Wiebens-Kessener, erste Vorsitzende des kleinen, vielfältig vernetzten Bildungsvereins, stellt mit Blick auf die Bissendorfer Landpartie am 8. September neue Projekte und alte Anliegen vor.

Vor acht Jahren wurde der Verein „Leben und Lernen“ von Christiane Wiebens-Kessener und ihren Mitstreitern gegründet. Ziel der Bottom-Up-Bewegung war und bleibt es, auf dem Aktiv-Hof Nemden am Moorweg 2 einen Ort zu schaffen, an dem Menschen sich mit zukunftsfähigen Handlungs- und Lebensweisen auseinandersetzen können.

Aktiv-Hof Nemden als Lernstandort für Menschen aller Generationen

Unter diesem Zeichen stehen die vielfältigen Aktivitäten, die sich in den vergangenen Jahren entwickelt haben: Zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Schülern der Berufsschule Melle, Projekte im Gemüsegarten, Waldpädagogik auf dem naturnahen Gelände, Re- und Upcycling, Natur und Insektenschutz sowie Ferienspass-Aktionen, in denen diese Themen aufgegriffen werden.

Die Arbeit des Vereins wird von zirka zehn aktiven Mitgliedern und einem mittlerweile weit reichendem regionalen und überregionalen Netzwerk geleistet. Die Angebote sind für Menschen jeder Altersstufe gedacht, und vielfach ist das gemeinsame Tun auch generationsübergreifend. Aber auch zum Austausch und zur Begegnung steht der Aktiv-Hof offen für alle.

Zur 950 Jahrfeier initiiertes Chorprojekt lebt weiter

So hat sich etwa das „Nemdener Chorprojekt“, dessen Gründung der Verein zur 950-Jahrfeier initiiert hatte, kürzlich entschlossen, sich auch künftig einmal pro Monat auf der Tenne zu treffen. Als Termin für das nächste gemeinsame Singen unter der Leitung von Yuka Ojima steht der 19. Februar. Weitere Treffen sind stets am dritten Dienstag, ab 20 Uhr, geplant. Interessierte sind willkommen.

Mit Blick auf die vierte Bissendorfer Landpartie, am 8. September, möchte der Verein in Kürze zwei vorbereitende Projekte anstoßen: Das erste, dessen Auftakt bereits Ende Januar anvisiert wird, steht unter dem Stichwort „Zero Waste“. Am Dienstag, 29. Januar, ab 18 Uhr, findet auf dem Aktiv-Hof ein erstes Treffen für Interessierte statt, die sich fortan einmal im Monat gemeinschaftlich den Themen Müll- und Plastikvermeidung widmen möchten.

Vorbereitung auf die Bissendorfer Landpartie mit zwei Projekten

„Durch den Austausch in der Gruppe sollen praktische Möglichkeiten entwickelt und erprobt werden. Dabei kann jeder für sich selbst neue Handlungsoptionen entwickeln und Unterstützung für diesen Prozess erfahren. Die Inhalte ergeben sich aus den Ideen und Wünschen der Teilnehmer und werden im September präsentiert“, betont Wiebens-Kessener.

Mögliche Themen der Projektgruppe, die sich fortan jeden letzten Dienstag im Monat unter der Leitung von Monika Purwien und der Vereinsvorsitzenden treffen soll, können zum Beispiel verpackungsloses Einkaufen, ein plastikarmes/-freies Badezimmer oder selbsthergestellte Reinigungsmittel und Putzlappen sein.

Ebenfalls in Vorbereitung auf die Bissendorfer Landpartie soll im Februar ein zweites, erdiges Projekt heranwachsen, das am 8. September zu vielfältigem Tun, Austausch, Informationen und Aktionen Anlass geben wird: Auf dem weitläufigen Gelände des Aktiv-Hofs soll ein Wildblumenstaudenbeet entstehen, das von Bedeutung für den Insektenschutz ist. Daneben werden Möglichkeiten aufgezeigt, den Garten auch für andere tierische Bewohner attraktiv zu machen.

„Bei diesem Projekt freuen wir uns über Staudenbegeisterte und Staudenkundige sowie unkundige, neugierige, kreative und handlungsfreudige Mitgestalter. Ein erster Einsatztag zum Anlegen des Beets ist für den 16. oder 23. Februar vorgesehen – je nach Wetterlage. Im April soll die Fläche pflanzbereit sein“, schildert die Vorsitzende.

Akteure zur Vorbereitung des Aktionstags am 8. September gesucht 

Das diesjährige Motto des Vereins „Leben und Lernen“ für die Bissendorfer Landpartie lautet „Die Veränderung sind wir“ und soll gleichzeitig Ermutigung und Apell an jeden Einzelnen sein, im Hinblick auf den Klimawandel in Aktion zu treten. Der Verein möchte gerne so viele Teilnehmer wie möglich für die Vorbereitung und Gestaltung der Bissendorfer Landpartie gewinnen und lädt daher interessierte Akteure zu einem ersten Treffen am Dienstag, 26. Februar, ab 19 Uhr auf dem Aktiv-Hof Nemden ein.

„Wir von Leben und Lernen sind keine Schwarzseher. Wir möchten Menschen bewegen, Veränderungen mit zu gestalten. In dieser Zeit zunehmender Zerstörung unserer Lebensgrundlagen geht es uns darum, genau hinzusehen und zu verstehen, wo wir das Rädchen in diesem Getriebe sind. Erst dann können wir bestimmte Stellschrauben drehen – und dabei kommt es auf jeden Einzelnen an“, betont Wiebens-Kessener und fügt hinzu: „Es gilt die Krise, um die wir alle längst wissen, anzunehmen, anstatt sie weiterhin nur zu verwalten und in Ohnmacht zu verfallen. Die 15-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg aus Schweden, hat mit ihrem Schulstreik und ihrer Ansprache auf der UN-Klimakonferenz in Kattowitz beeindruckend in Worte gefasst, was die Generation unserer Kinder von uns erwartet und wo unsere gemeinsame Verantwortung liegt“.

Unter 0 54 02/60 79 43 und info@lebenundlernen-ev.de besteht die Möglichkeit mit dem Verein „Leben und Lernen“ in Kontakt zu treten.


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