Plattdeutsch und Regionales Schledehausener feiern ihr plattdeutsches Schlachtefest

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Hans-Theo Meyer zum Alten Borgloh (Vierter von links) übergab die Leitung der Plattdeutschen Runde an den Vereinsvorsitzenden Ulrich Wienke. Zu den Vortragenden des Schlachtefests gehörten Peter Spach, Elke Volz, Erwin Siefker, Heinz Föbker, Helmut Broxtermann und Lise Fischer. Foto: Robert SchäferHans-Theo Meyer zum Alten Borgloh (Vierter von links) übergab die Leitung der Plattdeutschen Runde an den Vereinsvorsitzenden Ulrich Wienke. Zu den Vortragenden des Schlachtefests gehörten Peter Spach, Elke Volz, Erwin Siefker, Heinz Föbker, Helmut Broxtermann und Lise Fischer. Foto: Robert Schäfer

Bissendorf. Mit regionalen Wintergerichten und lustigen Geschichten hat die Plattdeutschen Runde des Heimat- und Verkehrsvereins Schledehausen ihr traditionelles Schlachtefest gefeiert.

Einfach mal Platt küren und dabei lecker und ganz traditionell essen – das ist die Idee der Plattdeutschen Runde des Heimat- und Verkehrsvereins Schledehausen (HVV). Jetzt hatte die Runde wieder zu einer ihrer drei großen Veranstaltungen im Jahreslauf eingeladen. Wie es schon früher Brauch war, wird im Winter „Schlachtefest“ gefeiert.

Gut 60 Gäste aus der ganzen Region waren in die Schwarzwald-Stüble nach Schledehausen gekommen, um die alte, regionale Sprache zu erhalten und lecker zu essen. Zu den Treffen gehören neben dem geselligen Miteinander auch immer kleine Vorträge, Geschichten oder Gedichte auf Plattdeutsch. So manch kleiner Witz erhält auf Platt einen ganz neuen Reiz.


Informatives gab es aber auch zum historischen Hintergrund des „Schlachtefest“. Üblicherweise wurde früher direkt auf den Höfen geschlachtet. Die Schweine, die die Bauern jährlich mühsam gemästet hatten, wurden direkt auf dem Hof geschlachtet und verarbeitet. Schlachttage bedeuteten für die ganze Familie viel Arbeit. So wurde das Schwein geschlachtet, die besten Teile sofort verarbeitet, für später gewurstet und natürlich auch der Speck verarbeitet. Kein bisschen des wertvollen Fetts durfte verloren gehen. Zu früheren Zeiten war es vor allem diese Energie, die den Bauern das Überleben sicherte.

Gekochter Schweinekopf und Schweinepfötchen

 Die Reste wurden zu zwei Gerichten verarbeitet, die im Osnabrücker Land einmalig sind: Stopsel und Wurstebrot. Klassische Restteile des Schweins wie gekochter Schweinekopf und Schweinepfötchen werden zusammen mit Brühe und Grütze zu Stopsel. Wurstebrot hingegen wird aus Blut, Roggenschrot, fettem Speck, Fleisch und Mehl hergestellt. Beide herzhaften und sehr gehaltvollen Speisen waren wichtig, um die Familien über den Winter zu bringen. Der erfolgreiche Abschluss der Hofschlachtungen wurde dann mit einem großen Fest gefeiert, zu dem auch die Nachbarn und Freunde kamen.

Sülze mit Schwarzbrot

Genauso feiert die Plattdeutsche Gruppe des HVV. Folglich kamen beim "Schlachtefest" auch „Wöbkekbraut, Stopsel, Sülte met Schwattbraut, Brautkartuffeln un anner Saken“ - Wurstebrot, Stopsel, Sülze mit Schwarzbrot, Bratkartoffeln und andere Beilagen - auf den Tisch. Dazu muss gehören natürlich auch Bier und Schnaps, ganz genauso wie es früher war. 


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