„Arbeit viel zu wenig beachtet“ Bissendorfer Bürgermeister Halfter dankt Tagespflegeeltern

Von Michael C. Goran


Bissendorf Sie stehen kaum im Rampenlicht, doch sie leisten einen wichtigen Dienst in Städten und Gemeinden: Tagespflegepersonen, die in der Kinderbetreuung tätig sind. Die Gemeinde Bissendorf bedankte sich nun offiziell bei etwa 20 anwesenden Tagespflegeeltern mit einem Frühstück im Gasthaus Gösling-Tiemeyer.

„Tagespflegeeltern werden nicht immer im Vordergrund wahrgenommen, wie Kindergarteneinrichtungen oder Krippengebäude, die man sieht. Sie leisten aber im Hintergrund ganz wertvolle Arbeit, insbesondere für die Eltern und Kinder“, betonte Bürgermeister Guido Halfter. Die Idee, diesen Dank mit einer besonderen Aktion auszusprechen, kam von der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Bissendorf, Angelika Rothe. „Die Idee, alle wertzuschätzen, alle hier vor Ort einzuladen, entstand, weil die Arbeit viel zu wenig beachtet wurde“, sagte Rothe. „Es sollte einfach eine lockere Runde werden, etwas Schönes, Angenehmes sein. Dazu haben wir einen Buchhandel eingeladen.“ Ronja Gutounik von der Buchhandlung Sutmöller war mit aktuellen Bilder- und Kinderbücher vor Ort.

Großer Betreuungsbedarf

„Im Moment haben wir 84 Kinder in Betreuung. Dabei um die 35 Schulkinder die ergänzend zur Schule betreut werden. Die restlichen Kinder sind von 0-3 Jahre alt“, erklärte Ute Jahn vom Kinder und Familienservicebüro der Gemeinde. Aktuell arbeiten in Bissendorf um die 25 Tagespflegeeltern. Sie kommen aus der Gemeinde selbst, aus der Stadt Osnabrück und aus dem ganzen Landkreis. Tagespflegemutter Marion Nolte ist schon seit fast 20 Jahren dabei: „Im Moment betreue ich drei Kinder, aber es kommt bald noch eines dazu.“

Stadt Osnabrück hat schon wieder ganz andere Sätze

Halfter betonte trotz mancher Verbesserung und Problematik die Wichtigkeit der Arbeit. „Ohne diese individuelle Lösung und die Vielfalt können wir den Wünschen der Eltern und insbesondere den Kindern nicht gerecht werden. Ich freue mich, dass es gelungen ist, Strukturen zu verbessern, es gibt zwar ein höheres Entgelt, aber die Stadt Osnabrück hat schon wieder ganz andere Sätze“, sagte Halfter. 21 Kommunen und der Landkreis sind beteiligt, wenn es darum geht Kompromisse zu erzielen. Für einige wichtige Hauptziele der Tagespflegeeltern, wie etwa die problematischen Krankenversicherungsbeiträge, wurden Lösungen gefunden. Andere müssen erst noch erreicht werden. Regelungen für Vertretungen im Krankheitsfalle sind noch zu finden, stellt Simone Hartung, Tagespflegemutter und zweite Vorsitzende des Vereins zur Kindertagespflege Osnabrück Land fest. „Es sind erste Schritte gemacht worden, Guido Halfter hat immer ein offenes Ohr für uns gehabt“, lobte Hartung. Der Unterschied zur Stadt sei aber immer noch groß. „Osnabrück ist derzeit dabei, ein Vertretungsmodell ins Leben zu rufen und ist da gerade in einer Probephase. Es ist auch einer unserer Wünsche, dies auch hier ins Leben zu rufen.“


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