Fast 6700 Euro gesammelt Heilige drei Könige unterwegs in Bissendorf

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65 Sternsinger zogen am 5. Januar in Bissendorf von Tür zu Tür, segneten Häuser und Wohnungen und sammelten Spenden für Kinder in der ganzen Welt. Foto: Monika Vollmer65 Sternsinger zogen am 5. Januar in Bissendorf von Tür zu Tür, segneten Häuser und Wohnungen und sammelten Spenden für Kinder in der ganzen Welt. Foto: Monika Vollmer

Bissendorf. 65 Sternsinger waren am Samstag in Bissendorf unterwegs, um sich an der weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder zu beteiligen. Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein“ zogen sie verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar durch die Straßen und sammelten Geldspenden für Kinder in Peru.

Mit goldener Krone auf dem Kopf und weitem, glänzendem Umhang über der dicken Winterkleidung greift sich Balthasar, der eigentlich ein Mädchen ist und Rebecca Schoone heißt, den Stern und die Sammelbüchse. „Meine Mutter meinte, ich solle zuhause bleiben, da ich eigentlich krank bin. Aber ich will unbedingt mitlaufen, um anderen Kindern zu helfen“, sagt die Elfjährige. Sie putzt sich schnell die Nase und macht sich zusammen mit Caspar und Melchior auf den Weg. Das Trio ist eine von 19 Gruppen, die für die St.-Dionysius-Gemeinde am Samstag nach dem Aussendungsgottesdienst von Haustür zu Haustür ziehen, den Segen verteilen und für notleidende Kinder in der ganzen Welt sammeln. Der Fokus der Aktion liegt jedes Jahr auf einem anderen Projekt, 2019 geht es vorrangig um „Yancana huasy“, eine Einrichtung zur Unterstützung von Kindern mit geistiger und körperlicher Behinderung im peruanischen Lima.

Als Könige gekleidet ziehen Justine, Theresa und Rebecca von Haus zu Haus. Foto: Monika Vollmer

Seit viertel vor zehn sind die drei Sternsinger unterwegs, trotzen dem kalten Nieselregen, laufen durch die ihnen zugeteilten acht Straßen, schwingen unermüdlich ihre Sammelbüchse und klingeln an jeder Haustür. Obwohl so mancher versteckt hinter den Gardinen hervorlugt, wird längst nicht überall geöffnet. Caspar, der in Wirklichkeit Theresa Pouwels heißt, kennt das schon. Zusammen mit Justine Smit (elf) alias Melchior ist die Achtjährige das zweite Mal bei der Aktion dabei. „Die meisten freuen sich aber über unseren Besuch und geben uns neben Geld auch Süßigkeiten“. So auch die Bewohnerin eines Dreifamilienhauses, die seit 2005 noch keinen Segen verpasst hat. Die Spenderin steckt nicht nur einen Schein in die Büchse, sie schenkt den Sternsingern auch mehrere Tafeln Schokolade. 

Auch manch Nichtanwesender schreibt einen netten Brief an die Sängergruppe, bittet um die Haussegnung und verweist auf eine Tüte hinter einem Blumenkübel, in der sich ein Geldkuvert und Naschereien befinden. Damit sie nicht alles in Rucksäcken tragen müssen, ziehen die Mädchen einen Bollerwagen hinter sich her. Denn im Laufe der sechs Stunden, die sie unterwegs sind, kommt einiges zusammen. Später werden die Sternsinger einige der Süßigkeiten in eine große Plastikwanne geben, die dann an das Laurentiushaus gespendet wird.

Bei ihren Hausbesuchen bringen die Sternsinger gesegnete Aufkleber über den Türen an. DIe Buchstaben stehen für die lateinischen Worte "Christus Mansionem Benedicat" - Christus segne dieses Haus. Das aktuelle Jahr 2019 steht getrennt am Anfang und am Ende. Foto: Monika Vollmer

Jedes Mal, wenn sich eine Tür öffnet, beginnen die Drei mit fester Stimme ihren Vers zu singen - und so mancher singt fleißig mit wie Nina Bittner (23), die selbst jahrelang als „König“ unterwegs war. Danach wird entweder der gesegnete Aufkleber akkurat am Türrahmen angebracht oder mit Kreide "20*C+M+B+19" geschrieben. Die Buchstaben stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ - Christus segne dieses Haus. Der Stern nach der am Anfang und Ende getrennten Jahreszahl steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind, die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Die dreijährige Mathilda wartet jedes Jahr gespannt auf die Sternsinger mit den goldenen Kronen und möchte selbst einmal bei der Aktion mitmachen. Foto: Monika Vollmer

"Von Jahr zu Jahr wird es schwieriger, Kinder zu motivieren", erzählt Brigitte Töns, die die Aktion vorbereitet, organisiert und anschließend die Königskinder mit Pommes und Getränken versorgt. In Bissendorf sind die Sternsinger trotz rückläufiger Freiwilliger erfolgreich und zählen am Abend, als die letzte Gruppe nach über acht Stunden und zig gelaufenen Kilometern in triefend nassen Gewändern zurückkommt, eine Spendensumme von vorläufig 6674 Euro und 43 Cent. 

An so mancher Haustür wartet eine Überraschung auf die Sternsinger: Per Brief bitten die abwesenden Anwohner um einen Haussegen und verweisen auf eine Tüte mit Süßigkeiten und Geldspende hinter einem Blumentopf. Foto: Monika Vollmer



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