Weihnachten für alle Schledehausenerin schenkt Bedürftigen schöne Stunden

Die Tafel im alten Spritzenhaus von Schledehausen war liebevoll gedeckt. Gemeinsam mit den Bedürftigen nahmen Thomas Koller, Uwe Voß, Dennis Wilp, Nadin Voß und Pastor Tobias Patzwald Platz und genossen schöne Stunden bei Kerzenschein, Getränken, Essen und guten Gesprächen. Foto: Johanna KollorzDie Tafel im alten Spritzenhaus von Schledehausen war liebevoll gedeckt. Gemeinsam mit den Bedürftigen nahmen Thomas Koller, Uwe Voß, Dennis Wilp, Nadin Voß und Pastor Tobias Patzwald Platz und genossen schöne Stunden bei Kerzenschein, Getränken, Essen und guten Gesprächen. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. Weihnachten heißt auch, aufeinander zuzugehen. Die Schledehausenerin Nadin Voß folgte unbeirrt ihrem Herzenswunsch, eine Feier für bedürftige Menschen zu initiieren. Unterstützt von ihrer Familie, von Freunden und zahlreichen Spendern, bescherte sie kurz vor dem Fest zehn Menschen ein paar sorgenfreie Stunden.

Draußen toben Dauerregen und starker Wind – drinnen im alten Spritzenhaus von Schledehausen, das zum Domizil von Nadine und Uwe Voß gehört, ist es behaglich. Anderthalb Tage hatte die 35-Jährige das urige kleine Fachwerkhaus herausgeputzt und geschmückt, liebevoll die Tafel gedeckt und jeden Platz mit einer kleinen Geschenkbox versehen, die Schokolade, Tee, eine Kerze und etwas Lesestoff enthielt.

Am Nachmittag des 21. Dezember präsentierte sich das alte Spritzenhaus von Schledehausen weihnachtlich dekoriert mit liebevoll gedeckter Tafel. Foto: Johanna Kollorz


Als der für die Weihnachtsfeier anvisierte Nachmittag des 21. Dezembers gekommen war, stieg die Aufregung der Initiatorin ins Unermessliche. Wie viele der Menschen, die sie im Vorfeld persönlich angesprochen oder über Plakataushänge informiert hatte, würden das Angebot wirklich annehmen? 

Die Tafel gedeckt, die Tür weit offen. Nun fehlten nur noch die Menschen, die zugriffen um das Herzensprojekt von Nadin Voß mit Leben zu füllen. Foto: Johanna Kollorz

Um das festzustellen fuhr Uwe Voß mit seinem Privat-Pkw zur Diakonie nach Melle und kehrte mit Georg, Andreas und „Merlin“ nebst seinem 19 Jahre alten Rauhaardackel Methusalem zurück. 

Nadin Voß und ihr Arbeitskollege Dennis Wilp steuerten Osnabrück mit zwei für den guten Zweck zur Verfügung gestellten Einsatzfahrzeugen von DRK Bissendorf und ASB Osnabrück an. Von hier brachten sie vier weitere Männer und drei Frauen mit. Manche von ihnen wohnen in Notunterkünften, andere berichteten vom gemeinsamen Singen im Abseits-Chor.

Heißer Punsch und Kuchen

Als helfende Hände waren auch Thomas Koller und Anja Brinkmann vor Ort, schenkte heißen Punsch und Kaltgetränke aus, während sich die Gäste bei Kuchen und Gebäck beschnupperten. Beim Austausch über persönliche Schicksale, Stationen zwischen Wohnheimen und Platte, war auch immer wieder der Bruch mit der Familie Thema.

Tobias Patzwald, Pastor der evangelischen St. Laurentius-Gemeinde begrüßte die zusammenkommende Gemeinschaft kurz: „All das hier hat angefangen mit der Frage: Können wir was machen? Dann hat Nadin weitergemacht mit den Fragen und ganz viel Unterstützung erfahren. All das möchten wir nun an euch weitergeben!“

Bescherung im Gemeindehaus

Im Verlauf der gemütlichen Stunden versorgten ASB-Geschäftsführer Thomas Heine, Fahrdienstleiterin Katja Blessing und Andre Blessing den Teilnehmern Kältepakete. Die örtliche Apotheke spendete Verbandszeug, der angrenzende Supermarkt Lebensmittel und Mitarbeiter eines Hagener Reitsportgeschäfts steuerten Spenden für ihre Vierbeiner bei.

Nach einem dicken Hauptgang der „Gaststätte zur Bifurkation“, konnten die Bedürftigen das naheliegende Gemeindehaus aufsuchen und wurden kostenlos mit dicken Winterjacken, Schlafsäcken und Decken ausgestattet.

Reich beschenkt (nicht nur materiell) kehrten die Teilnehmer der Weihnachtsfeier in Schledehausen am Abend nach Melle und Osnabrück zurück.„Aus Fremden wurden Freunde“, kommentierte ein Teilnehmer glücklich. Man will sich wiedersehen. Foto: Johanna Kollorz


Im Verlauf der Weihnachtsfeier, die bis in die Abendstunden ging, ließ es sich auch Bürgermeister Guido Halfter nicht nehmen, Nadine Voß zu danken. Für ihr alles andere als selbstverständliche Engagement, wildfremde Menschen warmherzig willkommen zu heißen, erhielt sie einen großen Blumenstrauß.

„Unser Projekt soll auf jeden Fall fortgesetzt werden. Ein Wunsch wäre zum Beispiel, die Bedürftigen über das kommende Jahr mit einem Kältemobil anzusteuern. Um sie mit warmem Essen und Getränken zu versorgen und ihnen einen Aufenthaltsort zu bieten, sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen“, betont Nadin Voß.

Begeistert von so viel Einsatz bietet einer der Teilnehmer seine Hilfe bei einem gemeinsamen Grillen an. Ein weiterer einen möglichen Ort für das geplante Wiedersehen.


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