Linden ersetzen gefällte Pappeln Bissendorfer Straße "Gut Stockum" ist wieder eine Allee

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Noch wirken die 108 neu gepflanzten Sommerlinden zierlich - allerdings werden sie anfangs 40 bis 50 Zentimeter pro Jahr wachsen. Foto: Philipp HülsmannNoch wirken die 108 neu gepflanzten Sommerlinden zierlich - allerdings werden sie anfangs 40 bis 50 Zentimeter pro Jahr wachsen. Foto: Philipp Hülsmann

Bissendorf. Aus der einstigen Pappelallee an der Bissendorfer Straße "Gut Stockum" ist eine Lindenallee geworden: Eineinhalb Jahre, nachdem die kranken Bäume gefällt wurden, hat die Gemeine nun Ersatz gepflanzt.

108 kranke Pappeln hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr fällen lassen, weil sie die Verkehrssicherheit an der Straße Gut Stockum wegen herabfallender Äste nicht mehr gewährleisten konnte. Vorausgegangen war der Fällung heftige Kritik - von den Grünen im Rat und einzelnen Anwohnern. Gegen die vom Landkreis zunächst auferlegte Anpflanzung von Eichen wiederum sprach sich Dirk Aufdemkamp aus, Geschäftsführer des Reiterhofs am Ende der Straße: Er befürchtete gesundheitliche Risiken für seine Pferde, weil Eicheln in Einzelfällen Koliken hervorrufen können. Letztlich ließ der Landkreis doch andere Baumarten zu, die Wahl fiel schließlich auf die robusten Sommerlinden.

108 Sommerlinden gepflanzt

Mitte November habe die Gemeinde nun 108 Linden anpflanzen lassen, erläuterte Bauhofsleiter Peter Kühn bei einem Pressetermin an der neuen Allee. Nach der Fällung seien zunächst nahezu alle Pappelstümpfe bis in eine Tiefe von 40 Zentimetern aus dem Boden gefräst worden - zum einen, um die Randstreifen der Straße für die Neuanpflanzung vorzubereiten, zum anderen, weil die Pappeln ansonsten wieder ausgetrieben hätten. "Dass sich die Neuanpflanzung um ein Jahr verzögert hat, war vielleicht gar nicht so schlecht", sagte Kühn, "so konnte der Boden sich in Ruhe setzen."

40 bis 50 Zentimeter Wachstum pro Jahr 

Bürgermeister Guido Halfter lobte die neue Allee und verwies darauf, dass gerade Linden gut für Bienen seien. "Natürlich ist das noch alles klein, aber das war es vor 50 Jahren auch", befand er. Kühn zufolge dürften die Bäume in den 40 bis 50 Zentimeter pro Jahr wachsen. Erst nach zehn Jahren, wenn die Linden etwa sechs Meter hoch seien, werde sich das Wachstum verlangsamen. Am Ende dürften die Bäume eine Höhe von bis zu 30 Metern haben. 33.000 Euro habe die an einen Landschaftsgärtner vergebene Anpflanzung gekostet, einschließlich der Baumpflege für die ersten drei Jahre.

Sieht wieder aus wie eine Allee: Bauhofsleiter Peter Kühn, Bürgermeister Guido Halfter, Reiterhof-Chef Dirk Aufdemkamp und Ortsvorsteher Andreas Mons blicken auf die neu gepflanzten Linden entlang der Straße Gut Stockum in Bissendorf. Foto: Constantin Binder


Von Gästen auf die Allee angesprochen

Reiterhof-Chef Aufdemkamp dankte der Verwaltung dafür, dass sie bei der Wahl der richtigen Bäume auf sein Anliegen eingegangen sei. Zahlreiche Besucher der Weihnachtsfeier seines Hofes hätten ihn kürzlich auf die tolle neue Allee angesprochen, berichtete er. Auch Natbergens Ortsvorsteher Andreas Mons zeigte sich zufrieden. "Das sieht richtig toll aus", sagte er, vorher hätten hingegen "unhaltbare Zustände" geherrscht. Selbst Karin Mennen, die an der Straße Gut Stockum eine Kunstschule betreibt und die Fällung seinerzeit heftig kritisiert hatte, zeigte sich versöhnt. "Ich finde die Lindenallee schön", sagte sie auf Anfrage, die Anpflanzung sei ein "leichter Trost" für den Verlust der Pappelallee. Angesichts des heißen Sommers könne man sogar froh sein, dass die Bäume erst so spät gepflanzt wurden.


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