15. Tag des Bisses Bissendorfs Vorkämpfer der Freiwilligkeit

Meine Nachrichten

Um das Thema Bissendorf Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Geehrten im Vordergrund: (von links) Horst Denke, Dorothee Steinkamp, Brigitte Lücker, Bürgermeister Guido Halfter, Christa und Horst Kuhn und Petar Stetak. Foto: Johanna KollorzDie Geehrten im Vordergrund: (von links) Horst Denke, Dorothee Steinkamp, Brigitte Lücker, Bürgermeister Guido Halfter, Christa und Horst Kuhn und Petar Stetak. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. Der Tag des Bisses ist den Menschen gewidmet, die auf besondere Art und Weise, vielfach über Jahrzehnte, unentgeltlich zum Gelingen des Gemeinwohls in der Gemeinde Bissendorf beitragen.Nun erfuhren erneut einige Ehrenamtliche die öffentliche Anerkennung – ob sie nun wollten oder nicht…

Von Entertainer „Luigi“ (Stephan Rodefeld) und Stanislaw Nakielski (Saxofon/Klarinette) auf die Feierstunde im Bürgersaal eingestimmt, begrüßte Guido Halfter die Gäste. In einem knappen, aber dennoch 250 Millionen Jahre zurückgehenden Exkurs, erklärte der Verwaltungschef, warum die Anerkennung in Bissendorf ausgerechnet durch eine Haifischflosse erfolgt. 

Dicht besetzt war der Bürgersaal der Gemeinde während der Veranstaltung. Foto: Johanna Kollorz


Auf Vorschläge aus der Bevölkerung heraus hatte ein Gremium mit Vertretern aus Rat und Verwaltung im Vorfeld über die Auswahl der zu Ehrenden entschieden. Auf Laudationes verzichtete der Bürgermeister bewusst. Stattdessen bat er die Freiwilligen gemeinsam mit ihren Wegbegleitern zu sich auf das Podest.

Erste Blutspende des Landkreises

37 Jahre hatte sich Horst Kuhn als Vorsitzender des DRK Schledehausen engagiert. 1958 brachte der damals noch eigenständige Ortsverein seinen Angaben nach mit 256 Teilnehmern die erste Blutspende im gesamten Landkreis ans Laufen.

Infolge eines 1963 absolvierten Erste-Hilfe-Kurses, infizierte sich auch Ehefrau Christa Kuhn mit dem wohl lebenslänglich anhaltenden „Rot-Kreuz-Virus“. Unzählige Kücheneinsätze bei Blutspenden, die Gründung einer Handarbeitsgruppe sowie die Planung und Betreuung regelmäßiger Seniorenfrühstücke und Spielenachmittage gehen bis heute auf ihr gemeinsames Konto. Vorgeschlagen hatte die beiden ihre Tochter Petra.

Bienenversteher

Als „Bienenversteher von Bissendorf“ wurde Petar Stetak geehrt. 1971 kam der gelernte Imker als Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Schledehausen, wo er sich durch seine warmherzige und kommunikative Art schnell integrierte. Als Björn Windmann, Leiter der Schule am Berg und Hobby-Imker, ein erstes Bienenvolk auf dem Schulgelände ansiedelte, suchte er beherzt den Kontakt.

Auch andernorts setzen Petar Stetak und seine „Blume“ Suzana ihr wertvolles Wissen im Kampf gegen das zunehmende Insektensterben facettenreich ein – selbst, wenn ihr „beflügelndes Engagement“ mal durch ein Strafmandat ausgebremst wird. Am Tag des Bisses mit dabei: Tochter Martina und Sohn Ben, Letzterer war extra aus Alaska angereist.

Clubheime und Ortsgeschichte

Nicht zu stoppen in seinem ehrenamtlichen Wirken ist auch Horst Denke, den Tim Eurlings, Ulrich Wienke und Ewald Frieling auf die Bühne begleiteten. Im sportlichen Bereich hat der ehemalige Lehrer und Ratsherr den Bau zweier Clubheime (Sportfreunde Schledehausen und Tennisclub) angeschoben.

Mit dem Erstellen einer umfassenden Vereinschronik widmet sich „Hotte“ aktuell erneut seinem eigentlichen Steckenpferd: der Ortsgeschichte. Einen Extra-Applaus erntete auch Brigitte Schulz-Denke, die seit 17 Jahren mit dem Flohmarkt im Kurgarten zugunsten der Kinder- und Jugendbücherei in Schledehausen zum Gemeinwohl beiträgt.

Kreativer Kopf

Mit den Attributen „Stets zur Stelle und parat“ beschrieb Angelika Rothe einen kreativen Kopf, der seit vielen Jahren generationsübergreifend im Dienst der Kunst agiert: Ob Malen mit Vorschulkindern, Ferienspaß oder kreative Zusatzbeschäftigung für Senioren: Brigitte Lücker bringt Farbe in das Leben von Jung und Alt.

Im Jahr 2015 erfolgte unter ihrer Pinselführung die Verzierung des alten Bissendorfer Rathauses. Jetzt träumt die Seniorin von einer kleinen Ausstellung im neuen Verwaltungsgebäude mit Werken der Bewohner mit Behinderung vom Ellernhof.

Chorleiterin

Der zuletzt Ausgezeichnete hatte laut Guido Halfter am meisten von allen Geehrten mit der Auszeichnung gefremdelt. „Chor kann man nicht alleine machen. Da sind viele andere, die sich auf lange Sicht ehrenamtlich engagieren“, betonte Dorothee Steinkamp. Die Bühne betretend staunte die von Claudia Schumann vorgeschlagene Leiterin des „Gospelchor Shine“ Achelriede über die plötzliche Präsenz ihrer musikalischen Mitstreiter.

Gospelchor Shine


„Unser Tenor ist es, die die Liebe und den Respekt, die unnachahmliche Empathie, die uns Dorothee immer wieder entgegenbringt zu ehren“, betonte Hans Van Eijsden. Beherzt griff er zur Gitarre und läutete, begleitet von stimmgewaltigem Gesang der rund 40 „Shinis“, einen himmlischen Ausklang des Abends ein.

Jugendtrainer

Geehrt werden sollte eigentlich auch Markus Sindermann, der verhindert war. Der Trainer des SV Wissingen 28 soll im Rahmen einer für Februar anvisierten Jahreshauptversammlung für sein Wirken im Jugendbereich ausgezeichnet werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN