Schnelleres Netz Gigabit-Leitung soll 2019 Nemden-Halle erreichen

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Bürgermeister Guido Halfter, Staatssekretär Stefan Muhle und Stephan Simon von der Telkos stellten den Anwohnern aus Nemden-Halle die Planungen für den Breitbandausbau in ihrem Ortsteil vor. Foto: Robert SchäferBürgermeister Guido Halfter, Staatssekretär Stefan Muhle und Stephan Simon von der Telkos stellten den Anwohnern aus Nemden-Halle die Planungen für den Breitbandausbau in ihrem Ortsteil vor. Foto: Robert Schäfer

Bissendorf. Der Bissendorfer Ortsteil Nemden-Halle wird ab Mitte 2019 schnelle Glasfaseranschlüsse bekommen. Das bestätigten nun Bürgermeister Guido Halfter, Staatssekretär Stefan Muhle und Stephan Simon von der Telkos. Das Netz wird von der lankreiseigenen Telekommunikationsgesellschaft gebaut.

Seit Jahren kämpfen die Bewohner von Nemden-Halle darum, dass ihre Häuser einen einigermaßen schnellen Internetzugang erhalten. Am Freitag war Staatssekretär Stefan Muhle ins Bissendorfer Rathaus gekommen, um den aktuellen Sachstand zu berichten. Die gute Nachricht: Im kommenden Jahr beginnt die landkreiseigene Telekommunikationsgesellschaft mbH Landkreis Osnabrück (Telkos) in der Region mit der zweiten Ausbaustufe des Glasfasernetzes. Dann wird auch Halle schnell mit dem Internet verbunden sein. „Es wäre schöner, wenn wir uns schon in Halle treffen könnten“, meinte Bürgermeister Guido Halfter zur Begrüßung der rund 25 Anwohner, die in den Bürgersaal gekommen waren.

Ungleiche Geschwindigkeiten

Die Vorgeschichte: Seit 2013 ist der Ortskern Nemden mit einer 30mbit-Leitung versorgt, der Ortsteil Halle wird jedoch über Wersche versorgt. Zunächst war daher geplant worden, zwei Mini-Kabelverzweiger von dort aus zu bauen. Das wäre eine schnelle Lösung gewesen, die gleichzeitig ein recht gutes Ergebnis ermöglicht hätte. Zum Leidwesen der Haller kam es nicht dazu. Gemeinde und Landkreis hatten Investitionen zugesagt, die Telekom als Betreiber des in Wersche stehenden Kabelverzweigers gab dennoch kein Angebot für den Bau und Betrieb der Anschlüsse in Halle ab. Ein anderer Anbieter durfte nicht tätig werden.

So begann die Gemeinde, „Plan B“ umzusetzen, wie Halfter die zweite Option für Halle nennt. In diesem Fall sollen die Häuser direkt an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Derzeit werde in der Region von den drei Koppelpunkten Bad Essen, Alfhausen und Melle-Mitte aus bereits die erste Ausbaustufe eines Breitbandnetzes erstellt, berichtete Stephan Simon von der Telkos. „Die zweite Ausbaustufe startet Mitte 2019“. Dann werde auch Halle von Melle aus erreicht.

Gigabit-Direktanschlüsse

Der Förderbescheid liege seit einem Jahr vor. Nach Abschluss der Arbeiten könnten sich die Anwohner über Gigabit-Direktanschlüsse mit 60, 120, oder auch 300mbit Datengeschwindigkeit freuen. Der Tiefbau werde im Frühjahr 2019 ausgeschrieben. Allerdings sind die Kapazitäten gerade im Tiefbau derzeit stark begrenzt. Dennoch geht Simon davon aus, dass es Anfang Juni an die Anschlüsse gehen könnte. Insgesamt sind für den zweiten Bauabschnitt im Landkreis ein Jahr Bauzeit eingeplant. „Halle könnte dabei weit vorne sein“, hofften die Haller. „Mitte 2019 wollen wir dann schon anpeilen“, meinte Renate Zimmer.

Staatsekretär Muhle, der 2017 in seiner damaligen Funktion als Erster Kreisrat schon einmal in Bissendorf war, um das Thema Breitbandausbau zu forcieren, ermutigte die Haller, sich weiter für ihre Bedürfnisse einzusetzen. „Es ist gut, wenn man sich immer wieder meldet.“ Die jetzt geplante Umsetzung sei sehr sinnvoll. „Perspektivisch ist das Glasfasernetz die zukunftssichere Lösung.“ Neben dem Landkreis und Fördergeldern aus verschiedenen anderen Töpfen investiert auch die Gemeinde Bissendorf in den Breitbandausbau. Bis zu 500.000 Euro stünden hierfür im Haushalt, bestätigte Halfter.

Anbieterwechsel?

Vorwürfen, die Aktivitäten der Telkos behinderten andere Anbieter, trat Simon nebenbei deutlich entgegen. „Wenn ein anderer Marktteilnehmer kommen würde, dürften wir gar nicht tätig werden“, sagte er. Für die Anwohner bedeutet das neue Glasfasernetz im Zweifel einen Anbieterwechsel. Zunächst ist nur ein einziger Anbieter als Partner in das Projekt involviert. Allerdings ist das mit Steuergeldern finanzierte Netz offener als privat erstellte Infrastruktur. Andere Provider können hier problemlos Zugang bekommen. Sorgen, Halle könne wie schon bei Plan A wieder nicht bedient werden, konnte Simon so zerstreuen.

Passend zum Baufortschritt wird es auch weitere Treffen geben. Trotzdem mahnte Halfter die Haller zu Geduld: „Der Grashalm wächst nicht schneller, wenn man zieht“, lachte er. Dabei ist das Thema Breitband nicht das einzige Problem in dem Ortsteil. Auch das Handynetz hat dort eine bedauerliche Qualität. „Brauchen wir dafür noch eine andere Initiative?“, fragte Zimmer. „Von der Gemeinde und dem Landkreis können wir uns vor allem um den Internetausbau kümmern“, sagte Halfter. Ein gutes Glasfasernetz sei aber auch für Mobilfunkanbieter eine wichtige Infrastruktur.


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