NOZ-Weihnachtsreporterin im Einsatz Wie man die besten Adventskränze bindet

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Gar nicht so schwer fiel unserer Weihnachtsreporterin Monika Vollmer das Adventskranzbinden bei der Gärtnerei Haucap in Natbergen. Foto: Elvira PartonGar nicht so schwer fiel unserer Weihnachtsreporterin Monika Vollmer das Adventskranzbinden bei der Gärtnerei Haucap in Natbergen. Foto: Elvira Parton

Bissendorf. 100 Kilogramm Tannenzweige pro Tag? Für Floristin Andrea Marschner (49) und ihre Kolleginnen ist das seit dem 12. November Berufsalltag.

Gleich um acht Uhr beginnt die Floristin der Gärtnerei Haucap in Natbergen zusammen mit ihren Kolleginnen Adventskränze zu binden oder zu stecken. Marschner selbst zieht das Stecken vor. „Das ist irgendwie einfacher und geht schneller von der Hand“, erklärt sie, indem sie bergeweise kleine Zweige vom Tannengrün schneidet. „Nordmann oder Nobilis sind nach wie vor die Renner. Aber verstärkt werden Kombinationen mit Olivenzweigen, silbrig schimmerndem Eukalyptus oder der Mittelmeerzypresse angefragt."

Die Zutaten

Persönlich finde ich diese Kombi auch schön und möchte selbst ausprobieren, wie leicht oder schwer so ein Kranz zu stecken ist. Zunächst braucht es einen Strohring, Steckklammern, Triebe von Zweigen sowie eine Gartenschere. 

Erste Erfolgserlebnisse. Foto: Elvira Parton


Überlappend wie Fischschuppen wird nun das Grün im Uhrzeigersinn gesteckt. „Am besten so, dass die Schnittenden und die Klammern unsichtbar sind“, kommt prompt die Anweisung. Konzentriert stecke ich Klammer für Klammer in den Kranz und bin ziemlich stolz darauf, dass der Adventskranz langsam seine Form annimmt und richtig gut ausschaut. Ein flüchtiger Blick auf die Floristenhände neben mir lässt allerdings schnell klar werden, dass ein Wettkampf in punkto Schnelligkeit nicht zu gewinnen ist.

Die Dekoration

„Was die Dekoration des Kranzes anbelangt, so geht eigentlich alles. Farbtechnisch sind rote Kerzen immer noch der Renner, danach kommt weiß, grau und in diesem Jahr auch mintgrün. Aber auch eine Kombination aus weinrot und schwarz wird ab und an von den Kunden gefordert. Erlaubt ist, was gefällt“, sind sich die Floristinnen einig. Tatsächlich verarbeiten sie viele Naturstoffe, wie die aus dem Mittelmeerraum stammende ´Euphorbia spinosa´, mit kleinen Früchten bestückte Dattelzweige und Polstermoos. Dazwischen dann noch ein wenig Glanz und Glimmer. Die meisten Kränze sind auf Vorbestellung und haben vier Kerzen.

Foto: Elvira Parton


Die Historie

Die Ursprünge des Adventskranzes gehen übrigens ins 19. Jahrhundert zurück. Als 1839 Johann Hinrich Wichern den Kranz einführte, befestigte er darauf so viele Kerzen, wie es Tage vom ersten Advent bis zum Heiligen Abend waren. Für die Wochentage wählte er kleinere rote, für die Sonntage dickere weiße Kerzen. Die Kreisform ist bis heute erhalten geblieben, bei den Kerzen wurde tüchtig abgespeckt.

Die Nebenwirkungen

Wer mit frischen Tannenzweigen in Kontakt kommt, der darf sich auf zwei Nebenwirkungen einstellen: Das eine sind die im Wortsinne zu verschmerzenden Piekser beim Binden. Nachhaltiger wirkte sich aber der Harz aus. Deshalb war auch eine Extra-Portion Seife nötig, damit die Computer-Tastatur unter diesem Text nicht zu sehr zu leiden hatte.


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