Kulturorte entdecken Bissendorfer Kubiss auf Kunst-Rundgang durch Osnabrück

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Einen Kunst-Rundgang machten Mitglieder des Kultur- und Kunstvereins (Kubiss) Bissendorf. Foto: Claudia SarrazinEinen Kunst-Rundgang machten Mitglieder des Kultur- und Kunstvereins (Kubiss) Bissendorf. Foto: Claudia Sarrazin

Osnabrück. Einen Rundgang zu Kunstorten in Osnabrück hat der Bissendorfer Kulturverein Kubiss gemacht und dabei Kunstwerke, Ateliers und Ausstellungsräume aufgesucht.

Kunst "betrachten" in Osnabrück lautete das Motto des Kunst- und Kulturvereins Bissendorf (Kubiss). „Sonst haben wir oft Museumsfahrten gemacht, das ist mal etwas anderes", sagte Marita Schulte vom Kubiss, die den Nachmittag organisierte hatte. 

Altbekanntes neu entdecken

Gemeinsam mit acht weiteren Kubiss-Mitgliedern hatte sich Schulte mit dem Zug nach Osnabrück aufgemacht. Dort war die erste Station der Bürgerbrunnen von Hans-Gerd Ruwe auf dem Platz hinter der Stadtbibliothek. Er stellt die 1200-jährige Stadtgeschichte Osnabrücks dar. „Vieles über den Bürgerbrunnen habe ich nicht gewusst, dabei bin da schon so oft vorbei gelaufen“, erklärte Brigitte Lücker.


Von der Idee bis zum fertigen Druck: Johannes Eidt erklärte seine bevorzugte Technik, den Handsiebdruck. Foto: Claudia Sarrazin


Atelierbesuch bei Johannes Eidt

Die nächste Station war das Atelier von Johannes Eidt. Hier stellte sich heraus, dass einige Besucher echte Eidt-Fans waren. Anhand vorbereiteter Andrucke erklärte der Künstler das von ihm bevorzugte Handsiebverfahren: „Das mache ich seit Jahrzehnten, die Technik kommt aus Japan.“ Eidt druckt dabei nacheinander die einzelnen Farben eines Bildes übereinander. 

Worin die Tücken des Handsiebdrucks liegen, warum er ein fantastischer und romantischer Künstler, aber kein Anhänger des Abstrakten ist, und wieso er als junger Mann in Japan landete, erklärte Johannes Eidt. Foto: Claudia Sarrazin


Dabei gilt: Die Farben sind farbig, aber nicht bunt und zudem leicht transparent, so dass die unteren stets mit durchscheinen. „Genau genommen liegt eine Farbe über der anderen“, erklärte Eidt: „Und dabei können 1000 Dinge daneben gehen, zum Beispiel kann sich ein Blatt etwas verschiebt.“ Auch das Mischen der Farben dauere zum Teil einen halben Tag. Die Technik faszinierte die Bissendorfer ebenso wie Eidts Lebensweg, der ihn immer wieder nach Japan führte.

Wie er den Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart entdeckte, und warum sein Werk eine genauere Betrachtung wert ist, erklärte Siegfried Hoffmann seinem Besuch aus Bissendorf. Foto: Claudia Sarrazin


Zuhause bei Friedrich Vordemberge-Gildewart

Auf eine ganz andere Art spannend war die nächste Station: Siegfried Hoffmann erzählte, wie er und seine Frau sich dem Leben des Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewart angenähert hatten. Anlass war die Tatsache, dass die beiden im Geburtshaus des Künstlers leben. „Bei uns hat es 15 Jahre gedauert, bis wir begriffen haben, wer das war. Aber wir kommen auch nicht von der Kunst“, so Hoffmann, der inzwischen mit einer Stiftung den Künstler bekannter machen möchte. Den Gästen berichtete Hoffmann von Vordemberge-Gildewarts Leben und seinem eigenen Engagement für den ehemaligen Hausbewohner.

Viele neue Eindrücke – auch von scheinbar Altbekanntem –, ein spannender Austausch und dennoch Zeit, Kunst in Ruhe zu betrachten, das war beim Kunst-Rundgang mit dem Kubiss in Osnabrück möglich. Foto: Claudia Sarrazin


Zu Gast im Kunst Quartier

Die Bissendorfer zogen weiter durch die Altstadt, Ziel war das Kunst-Quartier, der Ausstellungsraum des "Bundes Bildender Künstlerinnen und Künstler" (BBK) Osnabrück. Hier ist aktuell eine Ausstellung des Schriftstellers Feridun Zaimoglu zu sehen. „Er kam 1985 nach Kiel, um dort Kunst und Humanmedizin zu studieren“, berichtete Jens Raddatz, der Vorsitzende des BBK: „Und er hat einen positiven Blick auf das Matriarchat“, fügte Raddatz hinzu und verwies auf die Frauen, die Zaimoglu zumeist vor mosaikhafter Ornamentik mit feinen Strichen aus Japantusche oder Acrylfarbe gezeichnet hatte. „Ich bin überwältigt, wie tiefgründig die Bilder sind“, so der Eindruck von Ursula Sehling. Lücke war von der feinen Strichführung Zaimoglus beeindruckt: „Das ist eine wahnsinnige Fleißarbeit.“ 

Schulte zog ein positives Zwischenfazit vom ersten Kultur-Rundgang des Kubiss, die Idee kam an. Dann ging es weiter: Unter anderem standen noch die Skulpturen-Galerie und die Dominikanerkirchen auf dem Programm.

Ebenso beeindruckt von der Kunst und den Künstlern, von und über die sie was erfuhren, zeigten sich die Mitglieder des Kubiss bei ihrem Kunst-Rundgang von der Gastfreundschaft in den Häusern, Ateliers und Galerien: Im Kunst-Quartier erläuterte Jens Raddatz die Arbeiten von Feridun Zaimoglu. Foto: Claudia Sarrazin



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