Frische Landeier Familie Wissing/Middendorf montiert mobilen Hühnerstall in Stockum

Der mobile Hühnerstall in Stockum samt seinen Bewohnern und engagierten Initiatoren. Foto: Johanna KollorzDer mobile Hühnerstall in Stockum samt seinen Bewohnern und engagierten Initiatoren. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. „EIER aus STOCKum“ ist auf einem Bauwagen vor dem historischen Hof Middendorf (erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1240) an der Wissinger Straße zu lesen. Eine schöne Wortspielerei haben sich Landwirt Stefan Middendorf und Lebenspartnerin Silke Wissing da ausgedacht, um frische Freilandeier direkt zu vermarkten.

Auf dem Hof Middendorf im Ortsteil Stockum gibt es seit ein paar Wochen neben der Milchviehhaltung einen weiteren Betriebszweig. Nach der hobbymäßigen Hühnerhaltung der vergangenen Jahre hat sich die Drei-Generationen-Patchwork-Familie Wissing/Middendorf einen lang gehegten Traum erfüllt:

Mit viel Teamgeist und unterstützt durch gute Freunde wurde auf der großen Streuobstwiese des landwirtschaftlichen Betriebs ein mobiler Hühnerstall montiert.Im Spätherbst des zurückliegenden Jahres zog hier eine 340-köpfige Schaar gackernder und scharrender Bewohner ein. Parallel dazu wurden Zäune geprüft und wenn nötig repariert.


Drei Wochen Eingewöhnung für die neuen Hofbewohner

„Nach einer Stallzeit von drei Wochen, in der sich die Hühner in aller Ruhe mit der neuen Umgebung vertraut machen konnten, haben die Tiere bereits ihren ersten Ausflug ins Grüne unternommen“, berichtet Silke Wissing. Die gefiederten Hofbewohner sind nun 20 Wochen alt. Die anfangs gelegten „Mini-Eier“ weisen inzwischen eine stattliche Größe auf.

Den aufregenden Umzug in ihr neues Leben haben die Tiere scheinbar gut verdaut. Viele von ihnen legten ihre Eier gleich zu Beginn früh morgens in die dafür vorgesehen, neuen Nester. Auch die Sitzstangen wurden gut angenommen.


Bestes Betriebsklima trifft auf gentechnikfreie Fütterung

Im Innenraum der neuen Unterkunft herrscht geschäftiges Treiben und bestes Betriebsklima. Dafür sorgt eine luftdurchlässige Front, die durch die Halter komplett mit Windfangnetzen versehen wurde. Die Staubbelastung im Stall bleibt somit gering, die Temperaturen ausgeglichen. Durch einen Kaltscharraum gelangen die Hühner nach ihren Freigängen trockenen Fußes in die Nester.

„Das schöne an dieser Art der Haltung ist, das die Tiere immer frisches Grün vorfinden. Je nach Bedarf und Wetterlage werden sie circa einmal im Monat umziehen. Die Fütterung erfolgt vollautomatisch – natürlich ohne Gentechnik“, betonen Silke Wissing und Stefan Middendorf.


Direktvermarktung und Austausch im kleinen Hofladen

Zwecks Direktvermarktung hat das Paar an der Straße (Stockumer Feld 2) einen kleinen Hofladen (den „Eierstock“) installiert. Neben frischen Freilandeiern und handgemachten Nudeln, die aus eben diesen verarbeitet wurden, gibt es hier eine Box mit kostenlosen Informationen über Landwirtschaft, eine kleine Bücherkiste und viel Austausch – zum Beispiel über ein Gästebuch. Einen Parkplatz finden potentielle Kunden direkt vor der Tür – auch für Fahrräder, Pferde oder Kinderwagen.



„Wir möchten gerne deutlich machen, dass es zwischen Landlust-Romantik und Top-Agrar-High-Tech ganz viele Zwischenstufen gibt: Zwischen Bio und konventionell. Zwischen schwarz und weiß. Zwischen o.k. und k.o.“, umschreiben der Stockumer und seine Lebensgefährtin ihr aktuelles Projekt mit weiteren Wortspielen.



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