Fleißige Helfer für mehr Artenreichtum in der Wierau Aktionstage des Verein zur Revitalisierung der Haseauen e.V.

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Zusammen schafft man mehr: Beim Aktionstag lebendige Bäche bauten Freiwillige eine Sohlgleite in der Wierau und schafften Strukturvielfalt für die Tiere im und am Gewässer. Foto: Carolin HlawatschZusammen schafft man mehr: Beim Aktionstag lebendige Bäche bauten Freiwillige eine Sohlgleite in der Wierau und schafften Strukturvielfalt für die Tiere im und am Gewässer. Foto: Carolin Hlawatsch

Bissendorf. Einsatz für die Natur, genauer für die Tiere im Fluss Wierau in Bissendorf, zeigten am Sonntag viele Freiwillige zusammen mit dem Unterhaltungsverband Hase-Bever und dem Fischereischutzverein Wissingen. Organisiert wurde die Aktion vom Verein zur Revitalisierung der Haseauen.

„Achtet darauf, immer eine Hand breit Luft unter dem Gummistiefelschaft zu haben, sonst schwappt das Wasser hinein“, riet Björg Dewert, Geschäftsführerin des Vereins zur Revitalisierung der Haseauen, bevor die Helfer voller Tatendrang in die Wierau „stiefelten“. In einem Wäldchen an der Mindener Straße in Bissendorfs Ortsteil Wissingen legten sie auf Anleitung der Experten eine strukturreiche Sohlgleite, eine Art naturnahe Fischtreppe an, und entfernten eine Barriere, die die meisten dort lebenden Tiere nicht überwinden können.

Material wie Steine und Kies stellte der Unterhaltungsverband Hase-Bever, der manches Mal derartige Maßnahmen zur Gewässerpflege durchführt. So wusste Bauleiter Niclas Otto aus Erfahrung: „Am besten wir bilden eine Kette von der Mulde über das Ufer bis hin in die Wierau und reichen die Steine weiter“. Gesagt, getan: Im Laufe des Nachmittags entstand ein neuer Absatz im Fluss, der Dank Hohlräumen und kleinen Stufen von Fischen und anderen Wasserbewohnern gut passiert werden kann und der zudem Fischunterstände und strömungsberuhigte Zonen schafft, in denen Tiere ruhen und Eier legen können. Andere Stellen wiederum bringen nun Turbulenz und somit wichtigen Sauerstoff in das Gewässer ein. Mit Baumstubben und Kies wurde weitere Vielfalt geschaffen. „Je mehr Strukturen, desto mehr Tiere könne sich hier wohl fühlen“, erklärte Björg Dewert. Das freut auch den Fischereischutzverein Wissingen, der laut eigener Aussagen nicht nur Fische angelt, sondern sich ebenso für deren Erhalt einsetzt. „Früher gab es hier noch Quappen und Eschen. Diese Fischarten kommen heute in der Wierau leider nicht mehr vor. Die Bachforelle allerdings, die gibt es noch“, sagten die fünf mit anpackenden Angler. 

Nicht nur die Fische, sondern auch Muscheln, Schnecken, Flohkrebse, verschiedene Egel, Insekten, sowie der urige „Strudelwurm“ leben im Fluss Hase und deren Zuflüssen im Osnabrücker Land. Der Verein zur Revitalisierung der Haseauen versucht, an vielen verschiedenen Stellen dem Fluss eine größere Naturnähe zurückzugeben, die durch Begradigung, Verrohrung und Querbauwerke verloren gegangen ist. Vielerorts fehlen Gewässerrandstreifen und Strukturen, die eine natürliche Flussdynamik schaffen. 

Mit Förderung von unter anderem der Bingo Umweltstiftung Niedersachen und der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück führt der Haseauen-Verein derzeit seine „Aktionswochen - Lebendige Bäche und Flüsse“ durch. Nach dem Revitalisierungs-Einsatz an der Wieraubrücke in Bissendorf steht neben Naturschutzwochen mit Schülern am Sonntag, 11. November, um 14.30 Uhr eine „Baustellenbesichtigung einer Aue aus zweiter Hand“ auf dem Programm. Treffpunkt für alle Interessierten ist der Hartlager Weg, Ecke Bremer Straße in Quakenbrück. Teilnehmer haben dabei die Gelegenheit, den Akteuren der Fließgewässerrevitalisierung Fragen zu stellen und Hintergründe zu erfahren. Gummistiefel und robuste Kleidung werden empfohlen. Nähere Informationen auf: www.haseauenverein.de


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