zuletzt aktualisiert vor

Statt zwei Millionen fehlen am Jahresende 800000 Euro Loch ist kleiner als befürchtet

Von Erhard Böhmer

Bissendorf. Manchmal sind weniger schlechte Nachrichten schon gute Nachrichten: Das Minus in der Bissendorfer Gemeindekasse fällt deutlich geringer aus als Anfang des Jahres kalkuliert.

Nach aktuellem Stand wird die Gemeinde Bissendorf das Jahr 2010 mit einem Minus von rund 800000 Euro abschließen. Das heißt, die Einahmen liegen um diese Summe unter den Ausgaben. Über den Stand der Dinge informierte Bürgermeister Guido Halfter den Verwaltungsausschuss (VA).„Es sollte keine Euphorie aufkommen“, bremste Halfter, „wir sollten nicht versuchen, neue Baustellen aufzumachen.“ Die Sorgen würden geringer, aber nicht verschwinden, so der Verwaltungschef weiter.In der Haushaltsplanung stand noch eine Summe von knapp zwei Millionen Euro, die fehlen würde. Es bleibt dabei, dass Bissendorf aus den Vorjahren ein dickes Defizit-Paket von rund 3,4 Millionen Euro zu schleppen hat. Ferner gehen die Kalkulationen davon aus, dass in den Folgejahren das Loch auf 4,2 Millionen Euro anwachsen wird.

Und woher kommt das unerwartete Geld?Der wirtschaftliche Aufschwung, der sich in ganz Deutschland abzeichnet, wirkt sich auch in Bissendorf aus. So kommt es, dass die Gewerbesteuereinnahmen um etwa eine Million Euro höher ausfallen als gedacht. Welche Unternehmen für die positive Entwicklung verantwortlich sind, will Halfter natürlich nicht preisgeben. Erfreulich entwickeln sich auch die Einkommensteueranteile, die an die Gemeinde fließen.Wer zu viel ausgibt, muss sparen: So einfach funktioniert die Logik bei den kommunalen Finanzen nicht. Schließlich ist der weitaus größte Teil der Summen, die bewegt werden, fest gebucht. Es sind die Dinge, die die Gemeinde am Laufen halten, und die Aufgaben, die erfüllt werden müssen: wie Straßenunterhalt, Kindergärten, Schulen und die Gemeindeverwaltung.Der Bereich der freiwilligen Ausgaben, der Gestaltungsbereich, macht mit rund 400000 Euro einen vergleichbar winzigen Teil der Gesamtsumme von mehr als 16 Millionen Euro aus.