In der Heimat des Urururgroßvaters USA-Besuch an der früheren „Kromschröderei“ in Nemden

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Zurück zu den Wurzeln: Joy Curtin, geb. Kromschröder (Mitte), kam aus Minnesota/USA nach Nemden, um die Stätten ihrer Vorfahren zu erkunden. Dabei halfen (von links) Kent Cutkomp (US-Genealoge), Rainer Schnieders (Ortshistoriker), Antje Langenberg (Ortshistorikerin) und Beverly Finley (US-Genealogin). Foto: Joachim Dierks.Zurück zu den Wurzeln: Joy Curtin, geb. Kromschröder (Mitte), kam aus Minnesota/USA nach Nemden, um die Stätten ihrer Vorfahren zu erkunden. Dabei halfen (von links) Kent Cutkomp (US-Genealoge), Rainer Schnieders (Ortshistoriker), Antje Langenberg (Ortshistorikerin) und Beverly Finley (US-Genealogin). Foto: Joachim Dierks.

Bissendorf Irgendwann möchte jeder Mensch die Wurzeln seiner Herkunft kennenlernen. So erging es auch Joy Curtin, geborene Kromschröder, aus Minnesota/USA. Die familiengeschichtlich interessierte Dame besuchte zunächst den Deutschen Genealogentag in Melle, wo sie mit rund 1000 Gleichgesinnten zusammentraf, und dann die Heimat ihres Urururgroßvaters Gerhard Heinrich Kromschröder in Nemden.

Begleitet wurde sie von zwei ebenfalls deutschstämmigen Amerikanern: Kent Cutkomp, dessen Ahnherr in Oberbauerschaft bei Lübbecke lebte, und Beverly Finley, geborene Brands, mit Vorfahren in Aslage bei Ankum. Für eine herzliche Aufnahme in Nemden sorgten die Ortschronisten Rainer Schnieders und Antje Langenberg, nachdem ihnen zuvor Manfred Hickmann die Holter Kirche, das Kirchdorf und die Burgruine nahegebracht hatte.

Als Gasuhrenfabrikanten weltweit bekannt

Anlaufpunkt in Nemden war der frühere Standort des Erbkottens Kromschröder, der sogenannten „Kromschröderei“, an der heutigen Straße Zum Brandteich. Der Kotten selbst wurde um 1970 abgerissen, an seiner Stelle steht heute ein zweigeschossiges Klinkerhaus. Schnieders und Langenberg hatten in einer Fleißarbeit alles zusammengetragen, was sie über die Ursprünge der Familie Kromschröder, die später als Gasuhrenfabrikanten weltweit bekannt werden sollte, auffinden konnten. Der älteste Nachweis stammt aus den Kirchbüchern: 1617 wurde Johann Kromschröder in Nemden geboren.

Bei Samuel Clegg in England in die Lehre gegangen

Die Lübbecker Linie, der Joy Curtin entstammt, wurde von Gerhard Heinrich Kromschröder, geboren 1798 und von Beruf Schneider, im Jahr 1826 begründet, indem er ins preußische Lübbecke auswanderte. Der Familienzweig der Gasuhren-Fabrikanten geht auf Georg Kromschröder zurück, der 1857 bei Samuel Clegg in England in die Lehre ging. Clegg war ein Pionier in verschiedenen Anwendungen von Stadtgas und befasste sich auch mit ersten Gaszählern. 1864 gründeten Georg und Fritz Kromschröder in einem Joint Venture mit englischen Kaufleuten die London Gas Meter Company und ein Jahr später eine Betriebsstätte dieser Firma am Barfüßerkloster in Osnabrück. Die Geschichte des Weltmarktführers bei Gasuhren nahm ihren Lauf. Mit großem Interesse studierte Joy Curtin die Jubiläumsschrift „125 Jahre Kromschröder“, die Schnieders ihr überreichte.

Freikauf aus der Abgabenpflicht

Wahrscheinlich war die „Kromschröderei“ von der Herrschaft Ledenburg abhängig, bis im Jahr 1859 die „Ablösung des Gefälles“, also quasi der Freikauf aus der Abgabenpflicht, gelang. Um auch diesen Aspekt der alten Erbkötterei Kromschröder durch Anschauung des Objekts zu illustrieren, führten Schnieders und Langenberg die amerikanischen Gäste abschließend zur nahegelegenen Ledenburg.


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