Augenmerk lag auf dem Nachwuchs Sommertagung des Sondervereins der Strassertaubenzüchter in Wulften

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Jungtaube im Futtertrog: der Bissendorfer Züchter Karl-Heinz Heuer richtete die diesjährige Sommertagung des Sondervereins der Strassertaubenzüchter aus und präsentierte stolz die Haltung seiner Tiere. Foto: Carolin HlawatschJungtaube im Futtertrog: der Bissendorfer Züchter Karl-Heinz Heuer richtete die diesjährige Sommertagung des Sondervereins der Strassertaubenzüchter aus und präsentierte stolz die Haltung seiner Tiere. Foto: Carolin Hlawatsch

Bissendorf. Um ihre Jungstauben bewerten zu lassen und sich bei der Jahreshauptversammlung auszutauschen trafen sich am Samstag und Sonntag 40 Mitglieder des Sondervereins der Strassertaubenzüchter auf dem Hof Heuer in Bissendorf-Wulften.

In der Hofdeele gurrten 42 junge Strassertauben in verschiedenen Farbschlägen, von gelb über „blaugehämmert“ bis hin zu „schwarzgesäumt. Sie wurden von Zuchtwart Gerhard Wenke aus Melle und Preisrichter Hermann Lübbering aus Dörverden nach Rassestandarts bewertet. „Gewünscht sind bei dieser Taubenrasse eine runde Körperform, eine stattliche Größe, ein markanter Kopf sowie die reine Farbe des Gefieders“, erklärte der Preisrichter. Zuchtwart Wenke freute sich über die „sehr gute Durchschnittsqualität der beurteilten Jungtauben“. Die Spitzenpreise und -Pokale seien dieses Mal breit verteilt über viele Züchter.

Impfstoff gegen Virus

„Bei unseren Sommertagungen, immer am zweiten Septemberwochenende, bringen die Züchter, die aus allen Teilen Niedersachsens anreisen, stets ihren Taubennachwuchs mit“, berichtete Gastgeber Karl-Heinz Heuer. Die Tauben seien alle unter einem Jahr alt. So stieß auch das Thema „Jungtaubenkrankheit“ auf der Jahreshauptversammlung auf reges Interesse. Seit gut zehn Jahren hätten Taubenzüchter mit dieser Virusinfektion zu kämpfen, die vor allem Tauben befällt, die sieben Monate oder jünger sind. Veterinäre am Wissenschaftlichen Geflügelhof des Bruno-Dürigen-Instituts, kurz BDRG, in Rommerskirchen forschen noch immer nach einem geeigneten Impfstoff um die „Jungtaubenkrankheit“ einzudämmen. „Sie ist nicht ansteckend für den Menschen, aber kann sich auf die andere Vögel übertragen. So musste manch’ ein Züchter schon schwere Verluste in seinem Bestand hinnehmen“, sagt Volker Tamcke, Vorsitzender des Sondervereins der Strassertaubenzüchter. Möglicher Grund für die Ausbreitung der sogenannten „Circoviren“ sei der weltweite Tierhandel und große Ausstellungen. Bemerkbar mache sich die Krankheit durch Erbrechen und einem anschließenden Zusammenbruch des Immunsystems.


Der Ästhetik der Strassertauben verfallen sind Volker Tamcke, Vorsitzender des Sondervereins der Strassertaubenzüchter (links) und Karl-Heinz Heuer, Organisator des Sommertagung. Foto: Carolin Hlawatsch


Die Züchter berieten sich darüber, wie man der „Jungtaubenkrankheit“ vorbeugen könne. Eine optimale Mineralversorgung durch Ergänzungsfuttermittel, genauso wie qualitativ hochwertiges Futter sei unerlässlich. Wichtig sei zudem dreimal tägliche Erneuerung des Trinkwassers, des Taubenhalters Augenmerk auf die Vitalität der Vögel und auch genügend Platz in den Volieren. „Ich versuche, möglichst vielseitig und naturnah zu füttern“, verriet Karl-Heinz Heuer. Tauben die Freiflug hätten, würden sich auch oftmals „unterwegs“ ihrer Natur entsprechende Nahrung suchen. 

Heuer istim Alter von zwölf Jahren „auf die Taube gekommen“. „Mein Nachbar hatte Kröpfertauben, die mein Interesse weckten. Er schenkte mir einige von seinen Tieren“, blickt der passionierte Züchter zurück. Inzwischen habe er eine Vorliebe für Strassertauben entwickelt, da sie ihm von der Ästhetik her so gut gefallen. Diese Taubenrasse, eine von 250 in Deutschland anerkannten, gibt es in 29 unterschiedlichen Farbschlägen. Der Ursprung der Strassertaube liegt in Tschechien, wo sie um 1850 das erste Mal gezüchtet wurde, unter anderem zur Fleischproduktion. Das Besondere an dieser Rasse, so schwärmten die Züchter am Wochenende in Bissendorf, sei ihre Größe und Zeichnung: Ein farbiger Kopf, weißes Brustgefieder, farbige Flügelschilder und ein farbiger Schwanz. 


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