Kunstraum auf Zeit Bissendorfer Kulturverein initiiert stimmungsvolle Ausstellung

Von Johanna Kollorz

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Gelungenes Gesamtbild: Die Ausstellung in der Scheune von Familie Reisdorf transportierte eine einmalige Stimmung. Zwischen alten Lehmwänden, krummen Balken und landwirtschaftlichen Geräten fand jedes Werk einen besonderen Platz. Foto: Johanna KollorzGelungenes Gesamtbild: Die Ausstellung in der Scheune von Familie Reisdorf transportierte eine einmalige Stimmung. Zwischen alten Lehmwänden, krummen Balken und landwirtschaftlichen Geräten fand jedes Werk einen besonderen Platz. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. „Queerbeet – Längstgesehen“ lautete der Titel einer aktuellen Ausstellung des Kulturvereins Bissendorf (Kubiss). In der Scheune des Hofs Meyer zu Stockum der Familie Reisdorf wurden die Werke von Karin Bergmann, Miriam van Eijsden, Angelika Rothe und Angie Vongries ein Wochenende lang in ein besonderes, stimmungsvolles Licht gesetzt.

Die Liedbeiträge von Hans van Eijsden (Akustikgitarre) und Simone Assmann (Alt- und Querflöte), die Samstag zur Eröffnung erklangen, verstärkten die einladende Stimmung noch. Simon & Garfunkel´s „Sound Of Silence“ und Peter Maffays „Über sieben Brücken musst Du geh´n“ folgten einige Grußworte von Angelika Rothe.

Die Kubiss-Vorsitzende bedankte sich bei den Gastgebern Gertrud und Hubert Reisdorf und allen Beteiligten. Neben dem zeitlichen und finanziellen Aufwand, den solch ein Projekt mit sich bringt, sprach sie auch die Unterschiedlichkeit der zusammen wirkenden Künstlerinnen an.


Zur Eröffnung der Ausstellung spielten Hans van Eijsden und Simone Assmann stimmungsvolle Coverstücke. Foto: Johanna Kollorz


Facettenreiches Spiel der Farben und Formen

Denn so facettenreich wie die vier Frauen selbst präsentierte sich auch das Spiel mit Farben und Formen ihrer Werke. Dennoch oder gerade deshalb ergab sich für die Besucher beim Betreten der geräumigen Scheune ein gelungenes Gesamtbild.

Gleich am Tor wurden sie von einem bunten Entree namens „Fenster zum Hof“ von Miriam van Eijsden begrüßt. Im Inneneren, zwischen alten Lehmwänden, krummen Holzbalken und mancherlei landwirtschaftlichem Gerät, präsentierte die Künstlerin, die unter dem Synonym „Pinselhexe“ malt, weitere großflächige Werke:

Vom knallig orangefarbenem „Welcome“ über die „Farbexplosion“ bis hin zu den am hinteren Ausgang platzierten Acryl-Collagen „Abgetakelt“ (samt ausgedientem Segel und schillernder Muschel) und „Kuba“ (mit einem vom karibischen Inselstaat stammenden Kartoffelsack).

„Getragene Kunst“ vom Körper auf die Leinwand

Nach dem Betreten der mit großen Sonnenblumen dekorierten Scheune stach auch ein plastisches Werk Karin Bergmanns direkt ins Auge: „Getragene Kunst“ stand unter dem farbenfroh bekleckstem Kittel auf Leinwand, den die Künstlerin noch bei ihrer letzten Ausstellung in Tecklenburg am Körper trug.

Neben großflächigen Bildern auf Leinwand wie „Abstraktes Buntes“, „Silberstreif“ oder „Varusmaske“ ging auch ein Dutzend Holzstehlen auf das „Kreativ-Konto“ der Werscherin. Darunter eine eingangs stark bemooste, mit einem Drahtseil umwundene „Mooreiche“, die sie im Wald gefunden hatte, ein Werkstück mit „Durchblick“, zwei Stehlen aus seltenem Zirbenholz sowie bemalte Steine und eine Nana.

Digitale Illustrationen mit Blumenmotiven

Als Hingucker entpuppte sich auch die digitale Kunst von Angie Von Gries. Postkarten und Lampenschirme aus handgeschöpftem Papier mit dem Label „Bluomo“ zierten detailgetreue Illustrationen: Forsythien, Geranie, Pinie, Klatschmohn und Erika waren ebenso vertreten wie die Walderdbeere, Magnolie oder Ehrenpreis. Die stolze Rose suchte man bei Angie Vongrieß dagegen vergeblich.


Unter dem Label „Bluomo“ präsentierte Angie Vongries (MItte) detailgetreue Blumenmotive auf Postkarten und Lampenschirmen. Foto: Johanna Kollorz


„Meine Inspiration hole ich mir direkt aus der Natur. Dort pflücke ich mir einen Strauß und beginne anschließend am Computer zu zeichnen“, erklärte die Diplom-Designerin, die ihre Bilder mal mit deutschen, mal mit französischen Titeln versah. Sohn Niki (7) steuerte den ausgestellten Stücken ein originelles Bild namens „Zitronenzug“ bei.

Ausdrucksstarke Acryl-Collagen 

Angelika Rothe bereicherte die Schau mit ihrem Bild „Blumenwirbel“ ebenfalls um ein florales Motiv. Impressionen von Reisen nach „Sankt Petersburg“ und an den New Yorker „Time Square“ wirkten ebenso ausdrucksstark wie das „Gespräch“ oder der „Gang in die Stadt“.

Insgesamt verweinte die Ausstellung „Queerbeet – Längstgesehen“ zirka 70 Bilder in Acryl- und Mischtechnik plus die Stehlen und die digitale Kunst. Bei einem Gläschen Sekt und kleinen Knabbereien ließen die Besucher auch den Kunstraum auf Zeit in aller Ruhe auf sich wirken.


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