Nicht nur für Treckerfahrer 4. Schleppertreffen in Jeggen bot wieder tolle Atmosphäre

Von Johanna Kollorz

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Schlepper, so weit das Auge reicht. Sonntagmittag war die Parkfläche für Trecker vor dem Hof Wilker gut gefüllt. Foto: Johanna KollorzSchlepper, so weit das Auge reicht. Sonntagmittag war die Parkfläche für Trecker vor dem Hof Wilker gut gefüllt. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. Die Treckerfreunde Bissendorf luden am Wochenende zur vierten Ausgabe des Schleppertreffens auf dem herrlich hoch gelegenen Hof Wilker in Jeggen. Bei bestem Wetter, guter Verpflegung und abwechslungsreichem Rahmenprogramm kamen Jung und Alt auf ihre Kosten.

Nach dem Auftakt am Freitag, der ganz im Zeichen der Anreise stand, verlief der Besucherandrang bis Samstagmittag relativ schleppend. Nach und nach trudelten Besucher mit und ohne Trecker ein, mischten sich aktiv unter das Schraubervolk oder staunten still am Rande.

Enno Jonas war mit seinen Großeltern nach Jeggen gekommen. Gleich nach der Ankunft durfte der Dreijährige aus Greven auf einem Deutz F1M414/46, Baujahr 1949 (der überarbeiteten Version des vor dem Krieg gebauten F1M414), Probe sitzen.

Der Weg zum Schleppertreffen ist das Ziel 

Aus Osnabrück kamen Jannis Grothaus (18) und Jan-Philip Becker (17) plus Mitstreiter auf zwei Deutz-Treckern (D 40 06, 35 PS/D 30 05, 28 PS) und einem Unimog U 421, Baujahr 1972, die Anhöhe am Hardernweg hochgeknattert. „Zum einen geht es um die Fahrt hierher. Zum anderen darum zu gucken, was für Maschinen hier noch so zu sehen sind“, erklärten die jungen Fahrer mit Strohhut und Sonnenbrille, die kurz darauf die staubige Erde umdrehten. 


Jannis Grothaus und Jan-Philip Becker brauchten für die Anreise aus Osnabrück zirka anderthalb Stunden. Auf der Freifläche drehten sie mit ihren Deutz-Schleppern kurz darauf die Erde um. Foto: Johanna Kollorz

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm für alle

Auch diejenigen, die mit historischen Landmaschinen wenig am Hut hatten, kamen auf dem Schleppertreffen in Jeggen wieder auf ihre Kosten: Zum Beispiel auf dem fliegenden Teppich, einer Kistenrollbahn für die Kleinsten, der mobilen Feldschmiede des Heimat- und Wandervereins oder am Hau den Lukas.

Unweit der alten Jahrmarktsrequisite parkte ein VW-Transporter D, Baujahr 1982, aus dem fröhliche Musik schallte. „In seinem ersten Leben war unser Eiswagen ein Postauto. Aber sein zweites gefällt ihm besser!“, scherzte Besitzerin Barbara Sprehe, die mit ihrem Mann Rainer aus Melle-Hustädte angereist war um kühle Waren, Süßes und Keramik anzubieten.


Barbara und Rainer Sprehe aus Melle-Hustädte in ihrem mit Liebe zum Detail vom Postauto zum Eiswagen umfunktionierten VW Transporter. Foto: Johanna Kollorz


Wer wegen der seltenen Schlepper die Anhöhe hinaufgekommen war, erfreute sich zum Beispiel am Anblick eines MAN 4R3 (Baujahr 1963,45 PS) – dem größten jemals gebauten Allradschlepper dieses Herstellers. Auf seinem zehn Jahre älteren Furguson TEF nahm Jörg Röls für ein Foto Platz. „Der erste von sechs Treckern, den mein Schwager und ich uns zugelegt haben, war ein Massey Ferguson. Aus dem dahinter installierten Pizza- und Brotbackofen wird es Sonntagmorgen frisch gebackenes Brot geben“.


Nicht ohne Stolz nahm Jörg Röls auf seinem liebevoll restaurierten Furguson TEF, Baujahr 1973 Platz. Foto: Johanna Kollorz

Sonntag mit Live-Musik, frischem Brot und vielen Truppen

Am sehr gut besuchten Abschlusstag zog es auch viele Truppen samt ihren historischen Gefährten zum Schleppertreffen: Darunter die Oldtimerfreunde Venne mit acht Treckern und einem Planwagen, den Heimat- und Verschönerungsverein Westerhausen-Föckinghausen und eine kleine Abordnung des Vespa Club Wiehengebirge. Sie alle lauschten der Live-Musik von Entertainer Ray Pasnen, der die Freiluftsause mit Gesang, Gitarre und Mundharmonika belebte.

Ein Eyecatcher war auch ein frisch in Blau-Orange lackierter Fordson Mayor, Baujahr 1959. „Mein Vater hat das in Köln gebaute Fahrzeug in einem relativ schlechten Zustand günstig per LKW aus Schleswig-Holstein geholt. Gemeinsam haben wir es die letzten zweieinhalb Jahren ausschließlich mit Originalteilen restauriert, um damit in die Trecker-Szene einzusteigen“, berichtete der gelernte KFZ-Mechatroniker Leon Streib.


Mit diesem frisch lackierten und ausschließlich mit Originalteilen restaurierten Fordson Mayor, Baujahr 1959, stiegen KFZ-Mechatroniker Leon Streib und sein Vater Hagen in die Trecker-Szene ein. Foto: Johanna Kollorz

Treppe verschafft guten Überblick über die Freiflächen zum Schleppen und Ackern

Einen herrlichen Überblick über die Stoppelfelder und die Freifläche zum Ackern, auf der die Schlepper unter anderem dicke Baumstämme hinter sich herzogen, erhielten alle, die es wagten, die schon von Weitem sichtbaren 42 Holzstufen auf einem Kipplaster der Firma Heitbrink Recycling zu erklimmen. „Die Konstruktion war schon bei so manchem 30. Geburtstag zum Treppefegen am Start“, lachte Treckerfreund Kai Meisemeyer.


42 Stufen galt es bis zur Aussichtsplattform des großen Kipplasters der Firma Heitbrink Recycling zu erklimmen. Belohnt wurde der Weg durch einen tollen Blick über das Freigelände. Foto: Johanna Kollorz


 Altes Feuerwehrfahrzeug von Günther dem Treckerfahrer

Auf dem für Traktoren ausgeschilderten Parkplatz zog Samstagmittag auch ein altes Feuerwehrfahrzeug, Marke Magirus Deutz, Typ LF 16 TS mit Heckpumpe (Baujahr 1963, 150 PS) die Blicke vieler Besucher auf sich. „Wir haben das Fahrzeug vor drei Jahren gekauft und restauriert. Sein Vorbesitzer Dietmar Wischmeyer, alias Günther der Treckerfahrer, hat darin geheiratet“, berichteten Renate und Sascha in der Stroth.


Auf dem Schleppertreffen in Jeggen zog auch ein altes Feuerwehrauto die Blicke auf sich. Vorbesitzer dieses Magirus Deutz, Typ LF 16 TS mit Heckpumpe (Baujahr 1963, 150 PS) war nach Angaben der jetzigen Eigner, Renate und Sascha in der Stroth, kein geringerer als Dietmar Wischmeyer, alias Günther der Treckerfahrer.


Gänzlich unmotorisiert schafften es Edeltraud und Sigfried Hocke die Anhöhe zum Schleppertreffen hinauf. „Bei diesem herrlichen Wetter bot sich die Fahrt mit unserem Tandem gerade zu an“, so das Paar aus Wersche, das sich nach der Parkplatzsuche in aller Ruhe auf dem einladenden Hofgelände zwischen den Verkaufsständen und den historischen Schätzchen umsah.


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