Besuch aus Pennsylvania Unterwegs in Bissendorf auf den Spuren der Ahnen

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In Holte und Stockum unterwegs: Manfred Staub, Robert „Bob“ Purrenhage, Kerstin Potter und Karl-Heinz Schröder vor dem ersten erbauten Haus in Stockum auf dem Berge. Direkt nebenan, im Haus Nummer 7b, wurde 1826 ein Vorfahre des Amerikaners geboren. Foto: Johanna KollorzIn Holte und Stockum unterwegs: Manfred Staub, Robert „Bob“ Purrenhage, Kerstin Potter und Karl-Heinz Schröder vor dem ersten erbauten Haus in Stockum auf dem Berge. Direkt nebenan, im Haus Nummer 7b, wurde 1826 ein Vorfahre des Amerikaners geboren. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. Robert Purrenhage und Kerstin Potter leben im Bundesstaat Pennsylvania, im Nordosten der USA. Wissend, dass seine Vorfahren um 1850 aus Bissendorf nach Amerika ausgewandert sind, schrieb der Amerikaner vor einigen Monaten eine E-Mail an den Heimat- und Wanderverein, der die Gäste aus Übersee jetzt zwei Tage auf eine spannende Exkursion mitnahm.

er Name Purrenhage ist in Amerika ungewöhnlich. Robert „Bob“ Purrenhage recherchierte und fand heraus, dass seine Vorfahren aus dem Raum Osnabrück stammen. Einer E-Mail an den Arbeitskreis Familienforschung (OSFA) folgte eine weitere an den Heimat- und Wanderverein Bissendorf, der weitere Recherchen diesseits des Atlantiks anstieß.

Bei ihren Forschungen fanden Manfred Staub, Karl-Heinz Schröder, Manfred Hickmann und Peter Spach heraus, dass die Ahnen des amerikanischen Besuchs aus Holte, Achelriede und Stockum stammen. So erblickte im Jahre 1792 ein gewisser Balthasar Heinrich Purrenhage in Stockum das Licht der Welt. Aus dessen Ehe ging 1826 in Stockum auf dem Berge der erste Sohn Johann Heinrich hervor. 1830 folgte Filius zwei: Johann Christian Heinrich Ludewig – geboren auf Gut Stockum.

Am 14. Juni schrieb „Bob“ Purrenhage den Forschern des Heimat- und Wandervereins voll Vorfreude: „Wir wussten schon, wo Hof Purnhagen, die Friedhöfe und der Stockumer Berg liegen, aber nichts Genaueres. Jetzt, mit Ihrer Hilfe, wird wenig Zeit verschwendet…“.

Vom Hotel am Osnabrücker Hauptbahnhof in Bissendorf angekommen wussten sich die Besucher bei Manfred Staub in besten Händen. Am Samstag wurde gemeinsam mit dem Ortshistoriker die Holter Kirche angesteuert. „Den Namen Purrenhage haben wir hier leider nicht gefunden. Mit Plogmann allerdings einen weiteren Vorfahren, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist“, berichtet Staub.

Einem Gang vom Gotteshaus zur Erbbegräbnisstätte der Familie auf dem Holter Friedhof folgten ein kurzer Abstecher zum heutigen Hof Purnhage, eine Einkehr im Gasthof Zittertal, ein Kaffeetrinken auf dem Holter Schützenfest mit Manfred Hickmann und eine Besichtigung der Holter Burg.

Am zweiten Aufenthaltstag in Bissendorf wurden neben der Kirche und dem Friedhof Achelriede der Stockumer Berg besichtigt. Da der Kotten (Gut Stockum 7b), in dem einer der beiden Auswanderer gelebt hatte, um 1960 abgerissen und durch ein neues Wohnhaus ersetzt wurde, überreichte Karl-Heinz Schröder „Bob“ Purrenhage zwei alte Aufnahmen als Andenken.

Das Paar aus Amerika, das noch einige Wochen auf Rundreise durch Deutschland ist, revanchierte sich darauf spontan mit einem kleinen Konzert auf seinen mitgeführten Instrumenten: „Unter dem Namen Pastimes spielen wir in authentischen Kostümen Musik vom Mittelalter bis zur Renaissance“, verrieten die Besucher, die sich für die Hilfeleistungen der letzten Monate von Herzen bedankten.

Nach einer Besichtigung eines Wohnhauses an der Lüstringer Straße, in dem der zweite Auswanderer geboren wurde, folgten diverse Hofanlagen mit Bezug zur Familiengeschichte sowie örtliche Sehenswürdigkeiten wie die Leden- und Schelenburg. „Es ist sagenhaft! Mit dem Heimatverein haben wir zwei Tage lang viel mehr als Familiengeschichte erlebt“, so das Paar aus Pennsylvania.


Der „Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück“ wurde im Februar 1993 gegründet. Er ist hervorgegangen aus einem Kurs an der Volkshochschule Osnabrück. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte im Juli 1996. Der Arbeitskreis, der als gemeinnützig anerkannt ist, verfolgt nachstehende Ziele:

Der Verein will die Erforschung von Personen, Familien, Geschlechtern und sozialen Schichten in der Region Osnabrück fördern. Dies geschieht insbesondere durch Sammeln, Sichern und Veröffentlichen von Quellen und Arbeiten auf dem Gebiet der Genealogie. Durch Vorträge, Beratung der Mitglieder und Vermittlung von Fachkräften für Einzelforschungen sowie durch Unterhaltung eines Archivs mit der Vereinsbibliothek, den Sammlungen und dem Datenbestand des Vereins. Dabei ist die Sicherung genealogischer Daten ein Anliegen von besonderer Bedeutung. Einen nicht unerheblichen Stellenwert hat die gegenseitige Hilfe bei der Erstellung von Ahnentafeln, Stammbäumen und familienkundlichen Schriften, z. B. durch Austausch von Daten und Erfahrungen. Der Arbeitskreis hat zurzeit 285 Mitglieder jeden Alters, nicht nur aus dem Osnabrücker Raum, sondern aus der gesamten Bundesrepublik, den Niederlanden, der Schweiz und den USA.

Einige Mitglieder haben sich auf das Thema „Amerika-Auswanderung“ spezialisiert. Sie haben sich folgenden

Aufgaben verschrieben: Erschließung von Auswandererquellen des Osnabrücker Landes; Sammlung von Auswandererbriefen; Durchführung von Auskünften und Recherchen für OSFA- Mitglieder; Hilfe bei Anfragen von amerikanischen Nachfahren von Auswanderern aus dem Osnabrücker Land; Kontakte zu amerikanischen genealogischen Vereinen (insbesondere zu Korrespondenzvereinen in Cincinnati und St.Louis) und Sammlung von Quellen in den USA.

Kontakt: Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück, Geschäftsstelle an der Iburger Straße 240, 49082 Osnabrück; 0541/ 98256596, Email info@osfa.de. Weitere Informationen unter

www.osfa.de. Quelle: www.osfa.de

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