Arbeitskreis Dorferneuerung tagt Ärger über Radwegebau in Wissingen

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Bissendorf. Als sich der Arbeitskreis Dorferneuerung Wissingen-Jeggen zu seiner 18. Sitzung traf, standen laut Tagesordnung der Umbau der Bushaltestelle am Kreisel und die Gestaltung des Radweges an der L85, Bahnhofstraße, zur Aussprache an. Weit mehr bewegte die Gemüter allerdings der Radweg an der L90, Mindener Straße. Kurz vor ihrem Treffen hatten die AK-Mitglieder von der Ablehnung des Radwegebaus erfahren.

Die Enttäuschung war deutlich zu spüren. Es wird keinen Radweg entlang der Mindener Straße in den Ortsteilen Wissingen und Jeggen geben, so die negative Nachricht aus Hannover. Dabei hätte die fällige Fahrbahnsanierung an der L90, der verkehrsreichsten Strecke in Bissendorf, sehr gut mit dem Ausbau des – inoffiziellen – Radweges in Einklang gebracht werden können, so die Ansicht des Arbeitskreises. „Fünf Jahre umsonst gearbeitet“, ärgerte sich AK-Sprecher Hans Dieter Schleibaum und ergänzte: „1300 Unterschriften ignoriert.“ „Lächerlich, aber wir werden noch Reaktion zeigen“, toppte Ortsvorsteher Volker Klausing die Stimmung, während Bürgermeister Guido Halfter sich nicht mehr äußern wollte. Kleiner Wermutstropfen bei allem Ärger: Der bisher als Radweg genutzte Streifen wird im Zuge der Fahrbahnsanierung neu asphaltiert. (Weiterlesen: Land will L90 sanieren, ohne Radweg zu bauen)

Ein Grünstreifen als Deko?

Auch der Radweg entlang der L 85, Bahnhofstraße, wird kein leichter Fall. Schon lange ist die Verkehrsführung dieser Strecke den Mitgliedern des Arbeitskreises ein Dorn im Auge. Der schmale, markierte Fahrradstreifen auf der Fahrbahn ist ihrer Ansicht für die Sicherheit völlig unzureichend. Neue Richtlinen erfordern jetzt ein Umdenken, meinte Verkehrsplanerin Astrid Vieth, Ingenieurplanung Wallenhorst, und erläuterte ihren Vorschlag: Während die westliche Straßenseite Richtung Bissendorf als Fußgängerweg mit erlaubter Fahrradnutzung so bleibt, sieht sie in der Gegenrichtung eine Verbreiterung durch die Überbauung des Grabens, einen Radfahrstreifen und einen Grünstreifen als optische Abgrenzung zur Fahrbahn vor.

Damit erntete Astrid Vieth massive Kritik der AK-Mitglieder und Anwohner. Ein 2,50 Meter breiter Radweg, dazu ein meterbreiter Grünstraßen machen die Ausfahrt von den Grundstücken zur gefährlichen, weil unübersichtlichen Aktion, so das Argument. Warum ein Grünstreifen, der Platz nimmt, Kosten und Pflege verursacht und nicht zur Sicherheit beträgt? – so die Frage der AK-Mitglieder. Der Arbeitskreis bevorzugt einen erhöhten „Bürgersteig“ zur Radfahrnutzung, ähnlich wie auf der gegenüberliegenden Seite. Hauptsache, die Fahrradfahrer müssen nicht – wie jetzt - die Fahrbahn nutzen.

Umbau der Bushaltestelle

Ein weiterer Vorschlag des Arbeitskreises fiel auf fruchtbareren Boden: der Umbau der Bushaltestelle am Kreisel. In den Herbstferien wird die Vollsperrung zur Fahrbahnsanierung der L 90 (Mindener Straße) genutzt, um die Bushaltestelle sicherer zu machen. Dafür wird die Busspur verlängert. Die Busse müssen danach nicht mehr auf der Fahrbahn halten. Der Ein- und Ausstieg wird angepasst und deutlich markiert. Busgäste kommen auch nicht mehr mit Fahrradfahrern in Konflikt. Ein neuer, den Busbereich umgehender Fahrradweg hinter den Bäumen der Grünfläche sorgt für freie Fahrt auf zwei Rädern. Astrid Vieth stellte für diese insgesamt 360 000 Euro teure Maßnahme einen Antrag bei der Landesnahverkehrsgesellschaft. Fachdienstleiter Bernd Stegmann und Hans Dieter Schleibaum hoffen auf einen Zuschuss von ca. 150 000 Euro.  


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