Höltingsbänken neu hergerichtet Bissendorf: Alte Gerichtsstätte in neuem Glanz

Von Johanna Kollorz

Werteten die Höltingsbänken in Nemden als touristische Anlaufstelle für die 950-Jahr-Feier auf: Arian Krasniqi, Peter Spach (Vorsitzender des Heimat- und Wandervereins Bissendorf), Thomas Bramme und Fredrich Pfohl (Firma Diekmann Bauen + Umwelt). Foto: Johanna KollorzWerteten die Höltingsbänken in Nemden als touristische Anlaufstelle für die 950-Jahr-Feier auf: Arian Krasniqi, Peter Spach (Vorsitzender des Heimat- und Wandervereins Bissendorf), Thomas Bramme und Fredrich Pfohl (Firma Diekmann Bauen + Umwelt). Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. Im Ortsteil Nemden wurde diese Woche im Auftrag des Heimat- und Wandervereins Bissendorf (HWVB) eine alte Gerichtsstätte für die 950-JahrFeier hergerichtet: die Höltingsbänken.

Auf einer Anhöhe im Wald, wo bis Anfang des 19. Jahrhunderts unter Vorsitz des Holzgrafen unter freiem Himmel zivile Gerichtsbarkeit in Angelegenheiten der gemeinsamen Mark behandelt und bei Verstößen Urteile gesprochen wurden, wurde die Firma Diekmann Bauen + Umwelt mit einem Radlader und drei Mitarbeitern tätig.

In Absprache mit Bernhard Henkelmann (Kaufmännischer Leiter des Osnabrücker Unternehmens und Vereinsmitglied) wurde ein großes Erdloch verfüllt und mit circa acht Tonnen Mineralgemisch und zwei Tonnen Splitt umrandet. Schließlich wurden zwei schwere, von Uwe Brethold gefertigte Eichenbänke auf dem Rondell platziert.

„Arbeiten vor solch kulturhistorischen Hintergründen sind besondere Projekte, auch für unsere Azubis“, unterstrich Fredrich Pfohl, der mit den Lehrlingen Thomas Bramme und Arian Krasniqi zur bewaldeten Baustelle in Bissendorf gekommen war.

„Angeblich sind die Höltingsbänken im norddeutschen Raum die einzige Versammlungsstelle dieser Art. Rainer Schnieders und Manfred Staub wissen das jedoch viel besser und sind gerade dabei, eine entsprechende Infotafel für das Ortsjubiläum zu erstellen“, betonte der Vereinsvorsitzende Peter Spach, der während der Aufbereitung ebenfalls zur Stelle war.

Als weiteren touristischen Anlaufpunkt mit Hinblick auf das Jubiläum hat die Firma Diekmann 400 Meter Luftlinie von den Höltingsbänken entfernt auch die sagenumwobenen „Drei-Brüder-Steine“ hinter der Autobahnbrücke in Nemden saniert.

Die drei Steinkreuze, die laut Heimatkundler Günter Schotte Zeugnis eines brutalen Erbschaftsstreits unter den Söhnen eines örtlichen Hofbesitzers geben, waren über die Jahre völlig zugewachsen. Auch sie wurden passend zum Jubiläumswochenende vom 24. bis 26. August freigelegt.