Geplante Beitragsfreiheit Bissendorf stellt sich auf längere Betreuungszeiten in Kitas ein

Von Constantin Binder

Deutlich länger in den Kitas bleiben dürften Drei- bis Sechsjährige künftig wegen der geplanten Beitragsfreiheit, schätzt die Bissendorfer Verwaltung. Symbolfoto: David EbenerDeutlich länger in den Kitas bleiben dürften Drei- bis Sechsjährige künftig wegen der geplanten Beitragsfreiheit, schätzt die Bissendorfer Verwaltung. Symbolfoto: David Ebener

Bissendorf. Angesichts der geplanten Beitragsfreiheit für Kindergartenplätze rechnet die Gemeinde Bissendorf mit einer erhöhten Nachfrage nach längeren Betreuungszeiten – und damit einem größeren Personalbedarf. Erste Entlastung schafft die dauerhafte Einrichtung einer sechsten Gruppe in der Kita St. Dionysius.

In der jüngsten Ratssitzung informierte Bürgermeister Guido Halfter (parteilos) über die erwarteten Auswirkungen der von der Großen Koalition in Hannover geplanten Beitragsfreiheit. Demnach plane die Regierung, den entsprechenden Gesetzentwurf im Juni im Landtag zu behandeln, sodass ab 1. August für Kinder ab Vollendung des dritten Lebensjahres die institutionelle Kinderbetreuung für bis zu acht Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche beitragsfrei sein dürfte. Der einklagbare Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kindergartenplatz solle dagegen auf vier Stunden pro Tag begrenzt bleiben, die Tagespflege werde vom Land wohl nicht beitragsfrei gestellt.

Steigender Personalbedarf absehbar

Mit der Einführung der Beitragsfreiheit werde die Gemeinde die Satzung für die Kindertagesstätten kurzfristig anpassen, kündigte Halfter an. Durch die Einführung der Beitragsfreiheit sei „mit einer Zunahme der von den Eltern gewünschten Betreuungszeiten zu rechnen“, sagte Halfter. In der Folge sei deshalb auch ein steigender Personalbedarf absehbar. Hinzu komme, dass die bisher in den Grundschulen geleistete Sprachförderung kommunalisiert und künftig in den Kindergärten umgesetzt werden solle, berichtete Halfter. Hierfür seien weitere zusätzliche Personalstunden in den Kitas erforderlich.

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20 neue Plätze für Kinder zwischen drei und sechs

Halfter verwies auch darauf, dass die Verwaltung dauerhaft einen Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen für drei- bis sechsjährige Kinder sehe. Vor diesem Hintergrund habe der Kita-Ausschuss des Kirchenvorstandes nun den „erfreulichen Beschluss“ gefasst, die zunächst provisorische sechste Gruppe der katholischen Kita St. Dionysius mit 20 Plätzen für Kinder zwischen drei und sechs Jahren dauerhaft einzurichten.

Umbau für 48000 Euro in katholischer Kita

Halfter zufolge will die Kirchengemeinde den schätzungsweise 48000 Euro teuren Umbau im Sommer vornehmen, sodass die Plätze zum neuen Kindergartenjahr ab August zur Verfügung stünden. „Es können somit voraussichtlich alle in Kitas in der Gemeinde Bissendorf angemeldeten Kinder ab drei Jahren in einer Kita aufgenommen werden“, sagte Halfter.

Für Unter-Dreijährige hingegen fehlen aktuell noch Plätze. Hier beschloss der Rat die kurzfristige Einrichtung zweier provisorischer Krippengruppen.


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