Krippe ist ausgezogen Gemeinde gibt Bürgerhaus Natbergen dem Bürgerverein zurück

Von Johanna Kollorz

Zum Wohle der Kinder haben Vertreter der Gemeinde Bissendorf, des Bürgervereins Natbergen-Jeggen West und der AWO-Kita die nicht immer einfache Übergangsphase gemeinsam geschafft. Foto: Johanna KollorzZum Wohle der Kinder haben Vertreter der Gemeinde Bissendorf, des Bürgervereins Natbergen-Jeggen West und der AWO-Kita die nicht immer einfache Übergangsphase gemeinsam geschafft. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. Die Awo-Kita und das Bürgerhaus Natbergen liegen an der Fritz-Reuter-Straße Tür an Tür. Was liegt in Zeiten fehlender Krippenplätze näher, als den dort beheimateten Bürgerverein um Hilfe zu bitten? Mit großem Dank und monetärer Entschädigung wurde das Haus nun offiziell von der Verwaltung an den Bürgerverein zurückgegeben.

Die Entscheidung unter den 340 Mitgliedern des Bürgervereins Natbergen-Jeggen West, sein Bürgerhaus der benachbarten Awo-Kita abermals für die zeitweise Unterbringung einer Krippengruppe zur Verfügung zu stellen, war nicht umstritten.

Doch im Gegensatz zum ersten „Anklopfen“ der Gemeinde im Jahr 2002 (schon damals wurde das vereinseigene Heim aufgrund akuter Not zwei Jahre zur Krippe umfunktioniert), hat der Vereinsvorstand dazugelernt und versucht, seine Mitglieder mitzunehmen und demokratisch abgestimmt.

Nicht nur Nachteile von der Übergangssituation 

„Kinder sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Bei allen Entbehrungen haben viele Mitglieder damals wie heute auch von der Schaffung der Krippen profitiert“, betonte Hans-Hermann Krapf, Vorsitzende des Bürgervereins, bei der offiziellen Rückgabe.

Auch dass sich die ursprünglich bis Mitte 2017 geplante Nutzungsdauer von einem Jahr verzögern würde, war den Vereinsverantwortlichen klar. Bereits Mitte Juli 2016 wurde das Bürgerhaus für die erforderlichen Umbaumaßnahmen geräumt. Im August zogen die ersten Kinder unter drei Jahren ein.

Private Vermietungen an die Mitglieder fielen seitdem ebenso aus, wie das traditionelle Osterfeuer.

Während die Mitgliedsbeiträge für 2017 eingefroren wurden, konnte das Oktoberfest dank der Bereitstellung eines großen Zelts durch die Gemeinde im letzten Jahr im großen Stil stattfinden. Auch die Kindergärtnerinnen unterstützten die „coole Sause“ (so alle Beteiligten) tatkräftig.

Umzug und Rückbau folgen Dank und Entschädigung

Nach dem Auszug der Krippengruppe in den neuen, geräumigen Erweiterungsanbau, konnte Gemeindemitarbeiter Ralf Heiner, schließlich mit dem Rückbau im Bürgerhaus beginnen. Gemeinsam mit Bürgermeister Guido Halfter und Fachdienstleiterin Martina Storck war er zur Rückgabe erschienen.

Im Gepäck hatten die Vertreter der Verwaltung neben Dankesworten ein großes rotes Herz mit Getränkegutschein sowie die Nachricht über 3000 Euro Nutzungsentschädigung an den Bürgerverein. Darüber hinaus fiel das Versprechen, auch das Gelände rund um das Bürgerhaus in Kürze durch den Baubetriebshof wieder vorzeigefähig zu gestalten.

Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen kamen auch die Krippenkinder noch einmal zur vorübergehenden Wirkungsstätte, um sich bei den Vertretern des Bürgervereins für die nicht selbstverständliche Unterstützung zu bedanken. „Die Kinder haben sich im Bürgerhaus immer wohlgefühlt. Nach dem Umzug freuen wir uns in Kürze auf die offizielle Einweihung des Erweiterungsbaus, zu der natürlich auch der Bürgerverein herzlich eingeladen wird“, sagte Kita-Leiterin Ute Heuer.

Als Dank überreichte das Kita-Team den Vertretern des Bürgervereins eine große Hortensie, einen Korb mit Nervennahrung für die nächste Vorstandssitzung und ein Fotoalbum, das den Verlauf der nun geschafften Übergangsphase dokumentiert.

„Wir freuen uns, der Gemeinde helfen zu können und den Kindern. Genauso froh sind wir aber auch, das dass Haus jetzt wieder für unsere Mitglieder und Vereinsaktivitäten zur Verfügung steht“, betonte Karin Höfer, die ebenfalls zur offiziellen Rückgabe erschienen war.