Gegen soziale Schieflagen Ortsverband Nemden des SoVD feiert 70-jähriges Bestehen

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Der SoVD Nemden ist gut aufgestellt (von links): Holger Kluss, Guido Halfter, Entertainer Stephan Rodefeld, alias „Luigi“, Friedhelm Werner und Gerd Großkurt. Foto: Johanna KollorzDer SoVD Nemden ist gut aufgestellt (von links): Holger Kluss, Guido Halfter, Entertainer Stephan Rodefeld, alias „Luigi“, Friedhelm Werner und Gerd Großkurt. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. Die Liste der Gäste beim 70. Geburtstag des Ortsverbands Nemden im Sozialverband Deutschland war lang. Neben dem SoVD-Kreisvorsitzenden Gerd Großkurt waren Bürgermeister Guido Halfter und Ortsvorsteher Holger Kluss erschienen um dem Vorsitzenden Friedhelm Weber und seiner Mannschaft Anerkennung für ihr Engagement auszusprechen.

„Drinnen sind sie alle außer Rand und Band – 70 Jahre Sozialverband – Da fliegen gleich die Gläser an die Wand“. Mit diesen und ähnlichen Liedzeilen, Pfiffen und Klängen auf der Ukulele begrüßte Entertainer Stephan Rodefeld, alias Luigi, die rund 50 Teilnehmer vor dem Schützenhaus in Nemden.

Unter viel Gelächter sorgte der „Kleine Italiener aus Hustädte“ für ein humorvolles Warm-up vor dem offiziellen Teil. Bei seinen Tricks und Beiträgen gelangte er von den Römern über die Sachsen bis zu den Nemdenern (den „Braslianern Niedersachsens“) und trällerte dem amtierenden Schützenpaar Nicole und Dirk Pieper ein in brünstiges Liebesständchen.

Notfalls über den Rechtsweg

In seiner Begrüßung der Mitglieder und Freunde des SoVD Ortsverbands Nemden blickte der Vorsitzende Friedhelm Weber auf die Wiedergründung des Bundesverbands im Jahre 1948 unter dem einstigen Namen „Reichsbund“ zurück, stellte den Mut der Gründer in den Kontext der damaligen Zeit.

Weber dankte den Anwesenden für ihr zahlreiches Erscheinen, ihre große Verbundenheit und unterstrich die Wichtigkeit, sich auch oder gerade heute gegen soziale Schieflagen zu organisieren – notfalls auch über den Rechtsweg. Nach dem Gedenken an die Verstorbenen des Ortsverbands sowie die Opfer weltweiter Kriege und Krisen, ergriff Gerd Großkurt das Wort. Der Vorsitzende des SoVD Kreisverbands erinnerte an die schwierigen Verhältnisse im Verbandsgründungsjahr 1917, noch bevor der Erste Weltkrieg zu Ende war.

Selbstauflösung 1933

Mit Hinblick auf die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Verbandsjubiläum forderte Großkurt die Aktiven der Ortsvereine Nemden, Bissendorf und Wissingen dazu auf, eventuell noch irgendwo schlummernde Dokumente, die bei der Selbstauflösung des Verbands im Jahre 1933 versteckt worden waren, beizusteuern.

Kurz umriss der Kreisvorsitzende die drei wichtigen Säulen des SoVD: juristische Beratung in sozialen Fällen, Einbringen in gesellschaftspolitische Bereiche und Sicherheit durch soziale örtliche Netzwerke innerhalb der großen Verbandsfamilie.

Appell an Nemdener

Beim Blick zurück in seine Kindheit zitierte Ortsvorsteher Holger Kluss den Rat seiner Großmutter („Lass Dich nicht an der Tür abwimmeln, guck in den Topf“) und berichtete, dass die alte Dame dem Einsatz des Verbandes nach dem Zweiten Weltkrieg Krieg eine bessere Rente zu verdanken hatte.

Kluss machte keinen Hehl daraus, dass die Bewohner im kleinen Dorf Nemden, das im August sein 950-jähriges Bestehen feiert, „anders ticken“ als in großen Metropolen. Bewusst verglich er die Situation der Flüchtlinge von einst und heute und appellierte an die Aktiven sich auch in Zukunft gegen soziale Schieflagen stark zu machen.

Auszeichnung

Den anerkennenden Worten für das ehrenamtliche Engagement von Friedhelm Weber und seiner Mannschaft konnten sich auch Bürgermeister Guido Halfter, Heinz Elstro (Vorsitzender SoVD Bissendorf), Wolfgang Stübner (Vorsitzender SoVD Wissingen), Iris Berg (Präsidentin Schützen-Club Hasetal) und Karl Roggenkamp für den SV Eintracht Nemden nur anschließen.


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