Cocker und Setter in Not e.V. Mehr Hunde als Pferde auf Reiterhof Gut Stockum

Von Carolin Hlawatsch


Bissendorf.  Über hundert schnüffelnde Vierbeiner fanden sich zusammen mit den dazugehörigen Zweibeinern am Samstag auf Gut Stockum in Bissendorf ein. Es war wieder Zeit für das Jahrestreffen des Tierschutzvereins Cocker und Setter in Not.

Vor der Halle des Reiterhofs bildete sich gegen 13 Uhr eine Schlange. Bevor Besucher eingelassen wurden, mussten die Impfpässe ihrer Hunde kontrolliert werden. „Das ist Auflage vom Veterinäramt Osnabrück. Alle teilnehmenden Hunde müssen eine gültige Tollwutimpfung haben“, erklärte Melanie Wege, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Wackelnde Schlappohren und wedelnde Hunderuten verrieten die Aufregung. Und auch die Hundehalter die aus allen Teilen Deutschlands sowie aus den Niederlanden angereist waren, zeigten sich freudig erregt, trafen sie doch heute zahlreiche Gleichgesinnte und alte Hundefreunde wieder.

„Wir waren vor zwei Jahren schon einmal bei diesem Treffen hier in Bissendorf. Es ist einfach toll, mal die Möglichkeit zu haben, sich mit so vielen anderen Cocker Spaniel Besitzern auszutauschen“, meinten Ute und Michael Thewes aus Rahden. Damit sich ihre zwei Englischen Cocker Spaniels Dandy und Barny nach der Anreise zunächst mal richtig austoben konnten, steuerte das Mensch-Hund-Quartett nach Eintritt direkt auf den Agility-Parcours zu um ein wenig Hundesport zu betreiben. Hündin Fu aus Hamburg hingegen entspannte unter der langen Kaffeetafel und beobachtete das tierische Treiben um sich herum. „Mit unseren vier Cockern kommen wir seit drei Jahren immer wieder gerne auf das Gut Stockum. Für manche Hunde ist die Anwesenheit so vieler Menschen und anderer Vierbeiner stressig, Fu findet es aber toll“, berichtete Svenja Busies. 

Einige Hundebesitzer nutzten die Veranstaltung auch, um sich über die nicht ganz unkomplizierte Fellpflege der Spaniels zu informieren. Angelika Bongers aus Moers, selbst Halterin von vier Hunden dieser Rasse, demonstrierte das wichtige frei Trimmen der haarigen Schlappohren. „So bekommen die Ohren wieder Luft und Entzündungen werden vermieden“, erklärte sie, während Hündin Lotte aus Bremen die Prozedur brav über sich ergehen ließ. 

An Ständen im Rund der Halle präsentierte der Verein Cocker und Setter in Not, der derzeit 160 Mitglieder zählt, seine Arbeit und seinen Gnadenhof. „Wir versuchen Hunde der Spaniel Familie aus dem In- und Ausland in geeignete Hände zu vermitteln und kooperieren dabei insbesondere mit der Spaniel-Farm in Ungarn“, sagte Melanie Wege. Für rund 1400 Hunde hätte der Verein seit seiner Gründung vor elf Jahren bereits ein liebevolles, neues Zuhause gefunden. Gerade ältere Hunde hätten in Deutschland noch eine bessere Vermittlungschance als zum Beispiel in Ungarn. Ganz alte oder kranke Tiere nimmt der Verein in Warmsen auf. Auf Deutschlands einzigem Gnadenhof für Cocker Spaniel ist Platz für 20 Hunde. Derzeit verbringen 15 Hunde mit besonderem Schicksal dort ihren Lebensabend.