Ausstieg der Betreiberin in Bissendorf Gastronomie am Sonnensee: Gemeinde pausiert Planung

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Die Idylle am Sonnensee dürfte wohl ungestört bleiben: Nach dem Ausstieg der Betreiberin der geplanten Gastronomie rücken Investorin Anna Rokossa und Planer Jürgen Krenitz vom ursprünglich vorgesehenen Standort am Südufer des Sees ab. Foto: Constantin BinderDie Idylle am Sonnensee dürfte wohl ungestört bleiben: Nach dem Ausstieg der Betreiberin der geplanten Gastronomie rücken Investorin Anna Rokossa und Planer Jürgen Krenitz vom ursprünglich vorgesehenen Standort am Südufer des Sees ab. Foto: Constantin Binder

Bissendorf. Nach der Ankündigung der Investoren, Konzept und Standort einer Gastronomie am Bissendorfer Sonnensee noch einmal zu überdenken, pausiert die Gemeinde das Planverfahren. Bürgermeister und Anlieger wehren sich gegen Kritik der ausgestiegenen Betreiberin.

Die Gemeinde Bissendorf wird das vom Rat einstimmig in die Wege geleitete Planverfahren für die Errichtung einer Gastronomie am Sonnensee bis auf Weiteres pausieren. Das gab Bürgermeister Guido Halfter (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Entwicklungsausschusses bekannt. Er sei telefonisch von Projektplaner Jürgen Krenitz darüber verständigt worden, dass die als Betreiberin vorgesehene Gastronomin Heike Löhr-Seger „aus persönlichen Gründen“ aus dem Projekt ausgestiegen sei, sagte Halfter. Krenitz und die Investorin Anna Rokossa hätten daraufhin beschlossen, Konzept und Standort des geplanten Betriebs noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Grundsätzlich hielten sie aber an dem Vorhaben fest und würden nun einen neuen Betreiber suchen, sagte Halfter.

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„Der Rückzug von Heike Löhr-Seger bedeutet nicht, dass das Projekt stirbt“, hatte Krenitz Anfang der Woche auch im Gespräch mit unserer Redaktion bekräftigt. Rokossa und er würden zudem „nicht zwingend“ am bisherigen Standort festhalten, sagte der Projektplaner mit Blick auf die Bedenken von Anliegern. Diese hatten insbesondere die Größe des geplanten Gebäudes kritisiert und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in ihrer Siedlung befürchtet.

„Überzeugende Gründe“ gegen den Standort

Im Planungsausschuss wertete Bürgermeister Halfter die Entwicklung nun als große Chance. In einer Gesprächsrunde Mitte März hätten etwa 35 Anwohner ihm und Ingo Nagel, Fachdienstleiter Planen und Bauen, „überzeugende Gründe“ gegen den ursprünglich vorgesehenen Standort am Südufer des Sees vorgetragen, sagte Halfter. Gemeinsam mit den Planern werde die Gemeinde nun einen alternativen Standort im Nordosten des Sees mit „besserer Anbindung und mehr Abstand zur Wohnbebauung“ prüfen. Der Ausschussvorsitzende Hans-Dieter Schleibaum (SPD) ergänzte, dass die Anwohner der benachbarten Straßen Im Esch und Werscher Straße „ebenfalls frühzeitig beteiligt“ würden.

Unverständnis über Kritik an der Gemeinde

Unverständnis äußerte Halfter über Kritik der ausgestiegenen Betreiberin. In einem öffentlichen Beitrag auf Facebook hatte Löhr-Seger am Montagabend unter anderem geschrieben: „Für mich persönlich hat die Gemeinde nicht genug Mumm in den Knochen.“ Halfter widersprach dem nachdrücklich: Politik und Verwaltung hätten geschlossen hinter dem Projekt gestanden. Als Sprecher der Anlieger reagierte auch Helmut Kohring auf den Beitrag. Die Anwohner hätten sich mit Halfter und Nagel zusammengesetzt, um Lösungen zu finden, und nicht, um sich – wie von Löhr-Seger unterstellt – „in Szene zu setzen“. Kohring beteuerte, die Gespräche mit der Verwaltung seinen sachlich und in „sehr guter Atmosphäre“ geführt worden.

Unserer Redaktion hatte Löhr-Seger ihren Schritt am Montag mit der Schwierigkeit begründet , gutes Personal für die Gastronomie zu finden. Zudem habe sie im Ort eine „negative Stimmung“ gegen das Projekt wahrgenommen, wolle aber nicht gegen Widerstände anarbeiten.


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