Startpreis: 8,40 Euro pro Kilo Böckmanns Erdbeerstände öffnen in diesen Tagen

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Hanne und Janne Böckmann  (von rechts) begutachten mit Mitarbeiterin Gosia Obst die ersten reifen Erdbeerfrüchte. Foto: Jörn MartensHanne und Janne Böckmann (von rechts) begutachten mit Mitarbeiterin Gosia Obst die ersten reifen Erdbeerfrüchte. Foto: Jörn Martens

Belm. Bei Böckmann Erbeeren ist gestern die Erntezeit eingeläutet worden. Etwa hundert Meter vom Produktionsstandort an der Icker Landstraße in Belm entfernt wurde am Morgen der erste Verkaufstand mit frischen Früchten bestückt. Hanne und Janne Böckmann rechnen mit einem guten Erntejahr bei stabilen Preisen für die Kunden.

Die Wetterlage der letzten Wochen war wechselhaft. Dem kalten März folgte der streckenweise extrem warme April. „Bei 30 Grad kamen unsere Pflanzen im geschützten Anbau ganz schön ins Schwitzen. Um dem entgegenzuwirken, wurden die Folientunnel seitlich geöffnet und belüftet. Aktuell präsentieren sich die Temperaturen wieder mit angezogener Handbremse – da tut sich auch im Tunnel nichts“, schildert Hanne Böckmann. (Rückblick: Frost und Mühe – So war die Erdbeersaison 2017 im Osnabrücker Land)

SMS-Kontakt zur Wetterstation

Stündlich hat die Juniorchefin in der vergangenen Nacht SMS an die Wetterstation des Unternehmens geschickt. Bei Prognosen von zwei Grad Bodentemperatur sind auch die ganzjährig fest angestellte Vorarbeiterin Gosia Obst und die aktuell 250 Erntehelfer aus Rumänien und Polen in Alarmbereitschaft. Gemeinsam ziehen sie, wenn nötig mit Stirnlampen ausgerüstet, alle Register um die empfindlichen Pflanzen mit wärmendem Vlies zu schützen. Im aktuellen Fall blieb es aber ruhig.

Dank modernster Anbautechnik beginnt die Erntezeit bei Böckmann bereits im April und zieht sich (je nach Wetterbedingungen) bis in den September. „An der Holtstraße in Belm haben wir heute Morgen den ersten Verkaufstand mit pflückfrischer Ware beliefert. Wir sind zuversichtlich, dass zwischen dem 8. und 10. Mai alle 25 Verkaufsstände geöffnet haben werden. Die Preise bleiben für unsere Kunden stabil, trotz Erhöhung des Mindestlohns in der Landwirtschaft auf 8,84 Euro plus Prämie“, berichten die Schwestern. Gestartet wurde der Verkauf gestern mit einem Preis von 8,40 Euro pro Kilo.

Selber pflücken

Ihre Erdbeeren selber pflücken können die Kunden voraussichtlich ab Mitte Juni an zwei Standorten im Osnabrücker Land: Neben dem Selbstpflückfeld im Nettetal möchte das Unternehmen in diesem Jahr erstmals ganz bewusst auch Präsenz am Firmenstandort in Ostercappeln-Schwagstorf zeigen. Zum Beispiel, um Schulklassen auf anschauliche Weise Grundwissen rund um die früchtetragende Gattung innerhalb der Rosengewächse zu vermitteln.

1977 legte Seniorchef Heinz Böckmann (seine Eltern betrieben zuvor Gemüseanbau) den Grundstein für den erfolgreichen Verkauf der süßen, schmackhaften Früchte zwischen Georgsmarienhütte und Damme sowie Atter und Bohmte. Tochter Hanne hat ihren Titel als „Obstbaumeisterin“ frisch in der Tasche und wird in seine Fußstapfen treten. Tochter Janne übernimmt den Verwaltungspart von Mutter Sabine.

Ähnlich wie die Schwestern über viele Jahre von ihren Eltern lernten, ist Vorarbeiterin Gosia Obst mit Fella Zemelka (seit 25 Jahren im Betrieb) gewachsen. Vor 18 Jahren machte die Polin ihren Nachnamen zum Programm und begann als Selbstpflückerin in Sutthausen. Bald darauf durfte sie auch pflanzen und stieg zur Gruppenleiterin auf. „Wir können nachts auch nicht schlafen, wenn sich Frost ankündigt. Die Arbeit macht Spaß, ich stehe hundertprozentig hinter dem Betrieb“, sagt die Vorarbeiterin in gutem Deutsch.

60 Hektar

Die Nettoanbaufläche bei Böckmann Erdbeeren beträgt aktuell 60 Hektar mit circa 2,4 Millionen Erdbeerpflanzen. Am Standort Belm stehen alleine 78 Folientunnel. Jeder von ihnen ist 200 Meter lang und sichert die Versorgung der Kunden bis zum Beginn der Freilandernte Ende Mai.

„Hinzu kommen bereits im vierten Jahr 0,75 Hektar Himbeerkulturen. Im Februar wurden die gefrorenen Kulturen ebenfalls im Folientunnel gepflanzt und werden voraussichtlich um den 10. Juni frischgepflückt in den Verkauf gehen“, berichtet Hanne Böckmann.

450 Pflücker, 100 Verkäuferinnen

Zu den insgesamt 450 über die gesamte Saison eingesetzten Pflückern gesellen sich laut Unternehmensangabe rund 100 Verkäuferinnen in den Erdbeerhäuschen hinzu. Nicht zu vergessen die unzähligen geflügelten Helfer. Denn sobald sich wieder etwas mehr Sonne zeigt, werden in den Tunneln die in Hummelkästen stationierten Nützlinge aktiv, um die vorgezogenen Blüten zu bestäuben. (Weiterlesen: Ein Lächeln gibt es gratis dazu – Wer sitzt da eigentlich in den Meller „Erdbeeren“?)


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