Vortrag zum Kaufverhalten in Bissendorf Warum wir im Supermarkt gegen den Uhrzeigersinn gehen

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Bissendorf. Auf welche Tricks wir alle und immer wieder beim Einkaufen hereinfallen, verdeutlichte Anne Kreiling jetzt in Hünerbein’s Posthotel bei der Versammlung der Landfrauen Schledehausen.

Nicht nur durch Werbung auch mit Farben und Gerüchen, speziellen Anordnungen im Regal sowie der jeweiligen Zielgruppe angepasster Hintergrundmusik versuchen Händler geschickt zum Kauf zu verführen. Mit Kopfnicken und interessierten Gesichtern bestätigten die 45 Landfrauen, dass sie derartig raffinierte Methoden als Kunde oftmals nicht bewusst wahrnehmen. „Da sind sie nicht die Einzigen. Einkaufen ist heute eine der kompliziertesten Aufgaben unseres Alltags. Diejenigen, die an unser Geld wollen, wissen eine Menge über uns“, sagte die Referentin Anne Kreiling von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

9,6 Kilo Schokolade jährlich

Die Landfrauen staunten über Fakten wie den jährlichen, durchschnittlichen Pro-Kopf-Konsum an Schokolade. Der läge, so Kreiling, in Deutschland bei 9,6 Kilogramm. Daraufhin ließ die ein oder andere Landfrau die Kuchengabel liegen. Durchschnittlich 63 Euro gäben deutsche Frauen im Jahr für Lippenstifte aus und 28.500 Paar Chucks-Turnschuhe würden täglich weltweit verkauft. Diese Kauflust würde in Drogerien mit pudrigem Duft, in Outdoorläden mit Wald- und Erdaromen oder im Supermarkt durch gelb beleuchteten Käse in Wallung gebracht.

Gegen den Uhrzeigersinn

Anne Kreiling nahm ihr Publikum mit auf einen imaginären Supermarkt-Trip: „Am Eingang beginnt alles bunt und frisch mit Obst und Gemüse. Hier wird ihnen direkt das Gefühl vermittelt, dass in diesem Markt auch alle anderen Produkte qualitativ hochwertig und frisch sind“, sagte sie und kam dann zur „unbewussten Wegführung“, die den Kunden zwingt, den Laden komplett zu durchgehen und das am besten gegen der Uhrzeigersinn. Das sei uns Einkäufern, laut Forschern, am angenehmsten. Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Psychologen und Neurologen spüren des Konsumenten Vorlieben nach, und auch das Internet speichert Daten, vielen mehr als ihnen lieb ist.

Beeinflussung

Eine Vorgabe zu korrektem Kaufverhalten sollte Anne Kreilings Vortrag aber nicht sein. Schließlich habe „shoppen“ auch irgendwie Spaß-Faktor. Zum Nachdenken wollte sie die Landfrauen aber schon anregen. Es sei wichtig, dass uns allen bewusst gemacht wird, wie wir unbewusst beeinflusst werden und warum oftmals mehr im Einkaufswagen lande, als ursprünglich geplant.

Am Mittwoch, 16. Mai, 14 Uhr, heißt es auf zur Waldwanderung mit Bissendorfs Bezirksförsterin Birte Peisker. Der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben. Anmeldung bis 10. Mai bei Almut Detert.


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