Lob für Verkehrsanbindung Unternehmer in Bissendorf wollen schnelleres Internet

Von Ullrich Schellhaas

Die Bissendorfer Unternehmer haben sich in einer Befragung zur Infrastruktur geäußert. Das Foto zeigt das Gewerbegebiet zwischen Bissendorf und Wissingen (auf dem Specken/Heenkamp). Foto: Gert WestdörpDie Bissendorfer Unternehmer haben sich in einer Befragung zur Infrastruktur geäußert. Das Foto zeigt das Gewerbegebiet zwischen Bissendorf und Wissingen (auf dem Specken/Heenkamp). Foto: Gert Westdörp

Bissendorf. Welche Standortvorteile bietet Bissendorf? Bürgermeister Guido Halfter wollte es genau wissen und gemeinsam mit Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) und der Wirtschaftsberatungsgesellschaft des Landkreises Osnabrück (Wigos) ortsansässige Unternehmen befragt. Nun stellten die Organisatoren die Ergebnisse im Bürgersaal vor.

Erste und wichtigste Erkenntnis: So richtig unzufrieden scheinen die Unternehmer mit dem Standort Bissendorf nicht zu sein. Im ersten und größten Teil der Befragung sollten Standortfaktoren nach Wichtigkeit sowie deren Verfügbarkeit in der Gemeinde mit Schulnoten bewertet werden. Und die Noten Fünf und Sechs gab es sehr selten. „Schon bei hohem Aufkommen von Drei und Vier sehen wir allerdings Handlungsbedarf“, betonte Guido Halfter, der die Ergebnisse vorstellte.

Plus: Verkehrsanbindung

Er zeigte, dass vor allem bei der Verkehrsanbindung große Zufriedenheit besteht. Was vermutlich, so der Bürgermeister, an der A30 liege. Bei verfügbaren Gewerbeflächen und den verfügbaren Parkplätzen gerät die Bewertung der Unternehmer schon in leichte Schieflage. „Was uns überrascht hat, denn wir dachten in der Parkraumfrage immer, dass wir gut aufgestellt seien“, so Bürgermeister Halfter. Das könne daran liegen, dass das durchschnittliche Unternehmen, das die Umfrage beantwortet hat, aus dem Dienstleistungssektor kommt und 6 bis 20 Mitarbeiter hat.

Auch im Bereich der Wirtschaftsförderung wünschen sich die Unternehmer offensichtlich Verbesserungen. Hier plädierten sowohl Alex Kolhosser von der Wigos wie auch Guido Halfter allerdings dafür, dass Unternehmer auch auf sie zugehen müssten, damit Bedarf und Wünsche erkannt werden könnten.

Minus: Internetanbindung

Die größte Schieflage zwischen Bedarf an den Standort und den örtlichen Möglichkeiten sehen die Befragten in der Verfügbarkeit von moderner Telekommunikation, vor allem Internet, und dem Mangel an Facharbeitern aus dem technischen und kaufmännischen Bereich. Im Hinblick auf die Telekommunikation stellte der Bürgermeister die geplanten Investitionen von insgesamt 70 Millionen Euro, finanziert aus Geld der Gemeinde, des Landkreises und Förderungen des Landes, vor.

Im Hinblick auf die Arbeitskräfte riet Halfter den Unternehmen, eine Zusammenarbeit mit der Oberschule am Sonnensee anzustreben. Rolf Lippold von der MIT dagegen forderte hier Investitionen durch Ausweisung neuer Baugebiete: „Das bringt Arbeitskräfte, Kunden und fördert das soziale Leben, etwa in Vereinen“, sagte der Unternehmer. Zudem hält die MIT die Ausweisung neuer Gewerbeflächen für geboten.

Ein gemischtes Fazit ziehen die Organisatoren auch aus der Rücklaufquote der Befragung. Von 188 angeschriebenen Unternehmen beantworteten 50 den umfangreichen Fragebogen. Das entspricht einem Rücklauf von 26,6 Prozent. Wigos und Gemeinde zeigten sich damit zufrieden, „in Anbetracht der Tatsache, dass man sich damit doch einige Zeit beschäftigen musste, ist das gut“, sagte Guido Halfter. Rolf Lippold sah diese Rücklaufquote dagegen nicht so positiv und schrieb vor allem seinen Unternehmerkollegen die vertane Chance der Bestandsaufnahme ins Stammbuch.