Schulentwicklungsplan Schulcontainer als Notlösung in Bissendorf

Von Bärbel Recker-Preuin

Auf dem Schulhof der Grundschule Bissendorf werden demnächst Container stehen. Foto: Michael GründelAuf dem Schulhof der Grundschule Bissendorf werden demnächst Container stehen. Foto: Michael Gründel

Bissendorf. An den vier Schulstandorten in Bissendorf brennt die Luft, das heißt: Besonders räumliche Engpässe und unzureichende Ausstattung machen das Lernen und Lehren schwer.

Ein Schulentwicklungsplan ist in Arbeit. Er soll darüber Aufschluss geben, was sich verändern sollte, was machbar ist und was nicht. Zunächst sollen mobile Lösungen für leichte Entspannung sorgen, teilte Fachdienstleiterin Martina Storck mit.

Im November 2017 hatte die Verwaltung die Erstellung eines Schulentwicklungsplanes gefordert, und der Schulausschuss vertrat die gleiche Ansicht. An allen vier Schulstandorten gibt es nämlich Baustellen, es fehlt an Räumen und Ausstattung, außerdem besteht eine Menge Sanierungsbedarf. Ein Entwicklungsplan soll auflisten und Klarheit bringen, was zu tun ist und natürlich die Kosten ermitteln. Ende des Jahres wird dieser Plan dann Grundlage für Entscheidungen sein.

Obwohl in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses keine Zahlen genannt wurden, steht schon jetzt fest, dass „Schule“ teuer wird. „Wie wir das umsetzen können, wissen wir überhaupt noch nicht“, stellte FDP-Ratsfrau Monika Feil fest.

Vorerst mobile Lösungen

Weil die Situation brenzlig ist, muss schon jetzt gehandelt werden. Im nächsten Schuljahr werden zwei „mobile Lösungen“ – sprich Containerräume – an den Grundschulen Bissendorf und Schledehausen aufgestellt. Martina Storck, Fachdienstleiterin für zentrale Aufgaben, berichtete im Einzelnen:

Schledehausen: Die Schule am Berg, ist offene Ganztagsschule und erfreut sich wachsender Schülerzahlen. Das Mittagessen nehmen die Kinder in der alten Schulküche ein. Schulleiter Björn Windmann rechnet demnächst mit rund hundert Kindern, die an der Mittagsverpflegung teilnehmen. „Schon jetzt essen die Kinder in mehreren Schichten“, so Windmann. Als Übergangslösung wird an der alten Turnhalle ein Containerraum als provisorische Mensa aufgestellt.

Bissendorf: Noch prekärer ist die Raumsituation an der Grundschule mit Sprachförderklassen und Nachmittagsbetreuung. „Die Differenzierung findet bei uns teilweise auf dem Flur statt“, berichtete Schulleiterin Meike Osterfeld. Differenzierung bedeutet Förderunterricht und kleine Lerngruppen. Zwei mobile Klassenräume werden demnächst auf dem Schulhof aufgestellt, was natürlich den Pausenspaß der Grundschüler und der Schüler der benachbarten Oberschule am Sonnensee einschränkt. Die Oberschulräume für Naturwissenschaften und Technik müssen dringend saniert und für den zeitgerechten Unterricht ausgestattet werden. Die Dachsanierung ist seit Langem das kostspielige Sorgenkind der Schule.

Für die Erweiterung der Grundschule Bissendorf und der Oberschule am Sonnensee ist ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

Wissingen: Die verlässliche Grundschule mit Nachmittagsbetreuung möchte offene Ganztagsschule werden. Auch hier werden höhere Schülerzahlen prognostiziert. Es fehlen Klassen- und Funktionsräume.

Längere Betreuungszeiten

Martina Storck und die Schulleiter Meike Osterfeld, Gisela Kascha, Oberschule, Ines Giesselmann, Wissingen, und Björn Windmann erläuterten, warum die Kosten erheblich zu Buche schlagen werden: Inklusionsmaßnahmen, Förderung von Kindern nicht deutscher Herkunftssprache, Ausbau der Ganztags- und anderer Betreuungsformen, neue Herausforderungen an die Schulsozialarbeit und an das Kollegium. „Einige Kinder sind länger in der Schule als die Lehrer“, brachte es Björn Windmann auf den Punkt. Hinzu kommen Kosten für Gebäudesanierung, Brandschutz und Digitalisierung.