Aktion des Heimatvereins Bissendorfer setzen sich für Wildpflanzen ein

Von Johanna Kollorz

Emsiger Arbeitskreis zur Erhaltung der heimischen Artenvielfalt: (von links) Hartmut Rexilius, Stefan Middendorf, Martina Kruchen, Susanne Rexilius und Jens Kruchen setzen mit weiteren Mitstreitern auf die Aktion „Bissendorf blüht auf“. Foto: Johanna KollorzEmsiger Arbeitskreis zur Erhaltung der heimischen Artenvielfalt: (von links) Hartmut Rexilius, Stefan Middendorf, Martina Kruchen, Susanne Rexilius und Jens Kruchen setzen mit weiteren Mitstreitern auf die Aktion „Bissendorf blüht auf“. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. Brauchtum erhalten und Zukunft gestalten sind zentrale Anliegen vieler Heimatvereine. Unter dem Motto „Bissendorf blüht auf“ macht sich der Heimat- und Wanderverein Bissendorf (HWVB) aktuell für die Erhaltung und die Ausbreitung gebietseigener Wildpflanzen stark.

„Bissendorf blüht auf“ war eine der vorgestellten Ideen, die bei der Klausurtagung des Heimatvereins im Herbst besonders großen Anklang fand. Erklärtes Ziel des kleinen Arbeitskreises, der damals entstand und seitdem wuchs: dem besorgniserregenden Insektenrückgang entgegensteuern.

„Wir möchten einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Lebensbedingungen für Honig- und Wildbienen und andere blütenbesuchende Insekten auf dem Gebiet der Gemeinde Bissendorf zu verbessern. Als Bestäuber von Kultur- und Wildpflanzen haben sie eine enorm wichtige Funktion im Naturhaushalt“, erläutert Frank Bludau, Naturschutzwart des Vereins.

Naturschutzstiftung unterstützt die Aktion

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern streckte der Mitarbeiter der Osnabrücker Umweltverwaltung die Fühler nach möglichen Fördergeldern aus und stieß auf fruchtbaren Boden: Die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück beteiligt sich an den Kosten der 5000 bestellten Samentüten mit über 40 Arten heimischer Ackerwildkräuter.

Neben selten gewordenen, einjährigen Arten wie Klatschmohn, Kornblumen und Ehrenpreis enthält das Regio-Saatgut zweijährige Arten wie rote und weiße Lichtnelken, Wiesen-Bocksbart, Kamille, Schafgarbe und Kriechenden Günsel.

Verteilt werden die Tüten, deren farbenfrohes Design Karin Ruthemann-Bendel und Susanne Rexilius entwarfen, erstmals am Samstag, 7. April, von 9 bis 14 Uhr vor dem NP-Markt in Bissendorf (Osnabrücker Straße 8). Als Anhänger des Arbeitskreises wollen auch Doris Beinker, Hartmut Rexilius, Martina und Jens Kruchen die speziellen Samenmischungen gegen freiwillige Spenden unter die Bissendorfer bringen.

Blühflächen sollen nur der Anfang sein

Die Blühflächen sollen nur der Anfang sein. „Wir erhoffen uns durch die aktuelle Aktion Einnahmen für weitere Naturschutzprojekte und hoffen dabei auch auf Unterstützung der Gemeinde. Denkbar sind beispielsweise das Pflanzen insektenfreundlicher Gehölze oder die Vergabe von Baumpatenschaften. Eine erste Zwischenbilanz im Rahmen des Sonnenseefestes Anfang September ist denkbar“, erklärt Schriftführer Uwe Bullerdiek.

Zum Anlegen und Pflegen einer einjährigen Wildblumenmischung hat sich bereits ein Bissendorfer Landwirt bereit erklärt, 4000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung zu stellen. Weitere Privatpersonen und Unternehmer zeigen Interesse an der Erhaltung heimischer Artenvielfalt. So könnte im Herbst gemeinsam mit Wolfgang Haucap eine Pflanzaktion von Frühjahrsblühern, zum Beispiel Wildkrokussen oder Wildtulpen, in öffentlichen Anlagen erfolgen.

Nach Aussaat ist Geduld gefragt

Tipps, wie Blühstreifen im heimischen Garten anzulegen und vor allem pflegen sind, erhalten Interessierte im Internet unter www.heimatverein-bissendorf.de. „So viel vorweg: Etwas Geduld ist gefragt. Die ersten Wildblumen keimen nach zwei bis drei Wochen. Einige Samen der Mischung sind jedoch hartschalig, bilden nur Blattrosetten und keimen erst im Folgejahr“, gibt Fachmann Frank Bludau zu bedenken.