Mit der Nase auf Spur Hase Welcher Dackel hat Talent? Teckelklub Ruller-Land macht den Test

Von Carolin Hlawatsch


Bissendorf/Wallenhorst. Sowohl Spaziergänger als auch Füchse, Rehe und ganz besonders die Hasen spitzten am Samstag die Ohren und guckten neugierig über das weite Feld nahe Gut Stockum in Bissendorf. Für Aufsehen sorgten dort sechs Dackel des Teckelklubs Ruller-Land e.V., die eine Spurlaut- und Schussfestigkeitsprüfung ablegten, um später als Jagdgehilfen eingesetzt werden zu können.

An der Leine führten die Hundehalter ihre Teckel in einer Reihe über die Wiese. Die Anspannung war groß, galt es doch einen der vielen, dort am Gras mümmelnden Feldhasen, aufzuscheuchen. „Hase in Sicht“, rief plötzlich einer der drei Prüfungsrichter, als der erste „Mümmelmann“ aufsprang und das Weite suchte. Zeit für die Dackel zu zeigen, was in ihnen steckt. Pro weglaufendem Hasen, wurde stets ein Hund von der Leine gelöst, um der Spur des Haken schlagenden Wildtiers zu folgen. „Dabei kommt es darauf an, dass der Teckel den Hasen mit seiner Nase verfolgt und nicht auf Sicht. Er soll die Spur durch Schnüffeln aufnehmen und dabei das typische hohe Bellen zeigen – Spurlaut genannt“, erklärte Brigitte Tute, Schriftführerin des Teckeklubs. Der Spurlaut erleichtere später auf der Jagd dem Waidmann das Orten seines Hundes in unübersichtlichem Gelände.

Leidenschaftlich flitzten die Teckel über Stock und Stein, zeigten sich im Revier des Hegerings Stockumer Berg voll in ihrem Element. Schließlich sind die heute auch als Familienhunde gehaltenen Dackel passionierte Jagdhunde – zumindest die meisten von ihnen.

Schon im Mittelalter wurde der Dackel als Kumpan des Jägers zum Stöbern und Spurenfolgen gezüchtet sowie für das Heraustreiben von Hase, Fuchs oder Dachs aus dem Bau. Mindestens 300 Meter mussten die Dackel bei der Prüfung am Samstag auf der Hasenspur bleiben. Danach wurden sie vom Besitzer zurückgerufen. Mit Meister Lampe persönlich sollten sie nicht in Berührung kommen. „Das Spurlautgeben ist eine angeborene Eigenschaft, die bei manchen Hunden gut, bei anderen eher weniger ausgeprägt ist. Deswegen spricht man bei dieser Prüfung auch von einer Anlagenprüfung“, sagte Teckelklub-Vorsitzender Matthias Berstermann. Hunde, die beim Verfolgen des Hasen stumm bleiben, fallen durch die Prüfung. Ihnen bieten die Jäger andere Aufgaben, bei denen es nicht auf Lautstärke ankommt, wie zum Beispiel die Nachsuche verletzter Tiere durch das Verfolgen ihrer Blutspur.

Neben der Spurlautprüfung wurden die größtenteils unter einem Jahr jungen Rauhaardackel auch auf Schussfestigkeit getestet – ebenfalls eine Anlagenprüfung. Dafür mussten sich die kleinen Vierbeiner schreckfrei zeigen, nachdem zwei Schüsse mit dem Gewehr abgegeben wurden. Wacker meisterten die Teckel ihre Aufgaben, alle sechs bestanden die Prüfungen. Besonders erfolgreich mit Höchstleistungen von 100 Punkten waren Cassy vom Falkenring, Rauhaardackelhündin von Heinz Schnieder aus Glandorf und Catharina vom Kottenkamp, Rauhaardackelhündin von Thomas Gerdemann aus Merzen.

Nach so viel Aufregung schliefen die Hunde anschließend zusammengerollt auf ihren Decken ein, während ihre Besitzer bei Würstchen am Grill den aktionsreichen Vormittag in der Natur Revue passieren ließen.