Plattdeutscher „Familienabend“ Holter Laiendarsteller mit spannend-amüsantem Volkstheater

Von Horst Troiza


Bissendorf. Volkstheater von echtem Schrot und Korn servierte die Theatergruppe des Posaunenchors Holte in der Wissinger Sporthalle. Rund 150 Zuschauer folgten dem spannend-amüsanten Spiel um eine Leiche, um Liebe und Leidenschaft. Auf dem Programm stand die plattdeutsche Komödie „Öwermout deut nienich gout“ von Erich Jürgensen.

Der „Familienabend“ des Posaunenchors ist eine feste Bank für all jene, die Musik und Mundart lieben. Er hat eine lange Tradition. Früher zogen die Darsteller durch die Bissendorfer Ortsteile und spielten in Kneipensälen, seit einigen Jahren ist die Sporthalle in Wissingen der feste Spielort. Dieses Mal wurden 150 Zuschauer gezählt, die sich diese spezielle Form der Unterhaltung nicht entgehen lassen und den Samstagabend im Kreise Gleichgesinnter verbringen wollen.

Bevor es auf der Bühne zur Sache ging, waren erst einmal die Bläser vom Posaunenchor an der Reihe. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Peter Osing wärmten die Musiker unter der Leitung von Arnd Hellmann das Publikum mit Titeln wie der „Sehnsuchtsmelodie“ und „Uptown Girl“ auf.

Knackiger Dreiakter

Danach waren die Laiendarsteller am Zuge. Der knackige Dreiakter bot Platz für allerhand Verwechslungen, Täuschungen und witzige Dialoge. Im Mittelpunkt steht Sonja Fiebelkorn (Anja Schameitat), die als Witwe ihren Enkel Kalle (Torben Ranke) ins Haus geholt hat, einen Studenten. Der lümmelt auf dem Sofa herum, hört laut Musik und überlässt Freundin Uschi (Christina Kuipel) die Arbeit mit dem gemeinsamen Kind Karsten. Zum Haushalt gehört noch Untermieterin Elsbeth Siebentritt (Petra Hillbrenner, gleichzeitig auch Spielleiterin).

Verschwundene Oma Sonja

Und dann waren da noch ein blutiges Beil, ein blutdurchtränkter Lappen – und die plötzlich verschwundene Oma Sonja. Mordio, etwas Anderes ist kaum möglich! Schließlich betrat Detektiv Wangerlein (Uwe Hagedorn) die Bildfläche und nahm sich, unterstützt von Nachbar Albert (Ulrich Osing), des Falles an. Die Handlung entwickelte nun eine Dynamik, die kein Auge trocken ließ. Mit viel Situationskomik wurde an der Auflösung gearbeitet, gleichzeitig im Hintergrund zarte Bande geschmiedet. Genau so soll Volkstheater sein: unterhaltend und kurzweilig. Henry Vahl und Heidi Kabel vom Ohnsorg-Theater lassen schön grüßen.

Nicht zu vergessen sind Marianne Elstro und Elke Niehaus, die den jungen Darstellern als Souffleusen der plattdeutschen Sprache unterstützend zur Seite standen. Margret Michel und Margit Möllering zeichnen sich für das Aussehen der Schauspieler verantwortlich.

Gelungene Aufführung

Nach dem Vorhang und dem verdienten Beifall für die gelungene Aufführung traten dann noch einmal die Musiker des Posaunenchors  in Aktion und lieferten mit mehreren Titeln einen würdigen Abschluss des Familienabends.

Am Mittwoch, 28. März, stehen die Darsteller noch einmal in Wissingen auf der Bühne.