Reiner Wolke im Interview Schledehausener war 25 Jahre stellvertretender Ortsbrandmeister

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Nach 25 Jahren als stellvertretender Ortsbrandmeister wurde Reiner Wolke aus diesem Amt verabschiedet. Er bleibt weiterhin im aktiven Dienst. Foto: Bärbel Recker-PreuinNach 25 Jahren als stellvertretender Ortsbrandmeister wurde Reiner Wolke aus diesem Amt verabschiedet. Er bleibt weiterhin im aktiven Dienst. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. Seit 25 Jahren ist Reiner Wolke stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr Schledehausen, außerdem Atemschutzgerätewart der Gemeindefeuerwehr Bissendorf. Der heute 56-Jährige trat 1976 in die Jugendfeuerwehr ein. Im Hauptberuf ist er seit 2005 Chef der Werkfeuerwehr im Osnabrücker VW-Werk. Am 1. März endete seine Amtszeit als ehrenamtlicher stellvertretender Ortsbrandmeister.

Herr Wolke, Sie sind hauptberuflich und ehrenamtlich bei der Feuerwehr zu Hause, also seit vielen Jahren mit Leib und Seele dabei. Wie viele Stunden am Tag sind Sie eigentlich Feuerwehrmann?

 Eigentlich immer. Nur im Urlaub findet Feuerwehr nicht statt. Ich hatte das Glück, mein Hobby zum Beruf machen zu können. Ich arbeitete als Werkzeugmacher im damaligen Karmann-Werk und meldete mich 1993 zur nebenberuflichen Werkfeuerwehr. 1999 wurde ich dann hauptamtliches Mitglied der Karmann-Wehr, seit 2005 bin ich dort der Leiter. Nach dem Dienst geht Feuerwehr dann in Schledehausen weiter.  Wie viele Stunden ich im Feuerwehr-Ehrenamt leiste, kann ich nicht sagen, das zählt auch niemand. Die arbeitsintensivste Zeit in der Ortsfeuerwehr war sicherlich 1983, als das Feuerwehrhaus in Schledehausen gebaut wurde und alle tatkräftig mit anpackten. In der Zeit bin ich richtig in die Gruppe hineingewachsen.

Unterscheidet sich die Feuerwehrarbeit im Haupt- und Ehrenamt?  

Bei VW arbeiten wir in einem ganz anderen Spektrum. Dort steht der vorbeugende Brandschutz im Vordergrund. Wir wissen, dass ein Brand einen Betriebsstillstand zur Folge haben könnte, das käme einem wirtschaftlichen Desaster gleich. Die freiwillige Ortsfeuerwehr wird im Notfall alarmiert. Wenn bei den Einsätzen etwas nicht klappt, wäre es ein großer Schaden für die Betroffenen. Deshalb sind sowohl Berufs- als auch die Freiwillige Feuerwehr immer präsent und auf jeden Ernstfall bestens vorbereitet.

Sie sind auch Atemschutzgerätewart der Gemeindefeuerwehr Bissendorf?

 Ja, diese Aufgabe behalte ich auch weiterhin. Wir haben 31 Atemschutzgeräte in den vier Ortsfeuerwehren. Jedes Gerät muss jeder Zeit einsatzfähig sein. Das heißt: Die regelmäßige Wartung und die Reinigung nach jedem Einsatz gehören zur Arbeit, die ich mir übrigens mit vier weiteren Atemschutzgerätewarten der Ortsfeuerwehren teile.

Sie sind seit 25 Jahren stellvertretender Ortsbrandmeister. Warum sind Sie nicht auf die erste Position gewechselt?

Als ich 1992 in die Leitung der Ortsfeuerwehr Schledehausen gewählt wurde, hatten wir diese Aufgabenteilung so abgesprochen. Seitdem habe ich mit vier Ortsbrandmeistern zusammengearbeitet und es war immer ein vertrauensvolles Miteinander. Ich habe es als meine Aufgabe angesehen, dem leitenden Ortsbrandmeister den Rücken zu stärken. Das war die Aufgabe, die ich immer wollte, und mit der ich mich wohlgefühlt habe. Nach vier Amtsperioden ist es jetzt Zeit, sich zurückzuziehen.

 

Es wird zurzeit viel über die für einige zu üppige Feuerwehrausstattung diskutiert. Bei Ihnen auch?

Diese Diskussion hilft niemanden und in der Gemeinde Bissendorf erst recht nicht. Nur so viel: Die Hilfe der Feuerwehren wird immer wichtiger. Wir übernehmen komplizierte Notfallhilfen, sind kompetenter technischer Problemlöser, wir müssen uns auf meteorologische und demografische Herausforderungen einstellen. Die freiwillige Feuerwehr ist eine Bürgerinitiative und wenn ausgerechnet dabei gespart würde, wären es das falsche Signale. Was die Ausstattung der Feuerwehr Schledehausen angeht, sind wir auf gutem Weg. Wir behalten Augenmaß bei den nötigen Investitionen und achten gleichzeitig auf unsere Einsatzfähigkeit. Und nicht vergessen: Das alles machen wir ehrenamtlich für die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitbürger.

Finden sich denn genügend junge Menschen für dieses Ehrenamt?

In Schledehausen glücklicherweise ja. Wir konnten in letzter Zeit neun neue aktive Mitglieder aufnehmen, und wir würden uns über weitere Frauen und Männer freuen, die Interesse an der Feuerwehr haben. In der Ortsfeuerwehr kommt vieles zusammen, was das Ehrenamt interessant macht: Teamarbeit, Technik, Freizeit und nicht zuletzt das gute Gefühl, helfen zu können. Allerdings bleibt die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte ein großes Problem. Nur die wenigsten Feuerwehrleute arbeiten noch im Ort und sind im ländlichen Bereich präsent.

Was machen Sie eigentlich am Donnerstag bzw. am Freitag, wenn die Dienstabende im Feuerwehrhaus stattfinden?

Genau das gleiche, wie seit gut 40 Jahren. Ich gehe ins Feuerwehrhaus. Mit einem Unterschied: Ich sitze nicht mehr vor den Kameraden, sondern mittendrin. Ich bleibe in der Ortsfeuerwehr und weiterhin Atemschutzgerätewart, aber eben als ganz normales Mitglied der freiwilligen Feuerwehr.  


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